Nvidia Ampere: alles, was wir über RTX 3080 und RTX 3090 wissen

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In wenigen Tagen stellt Nvidia eine neue Grafikkarten-Generation vor, Codename Ampere. Wir haben alle Leaks über RTX 3080, RTX 3090 und Co zusammengefasst.

Nvidia Ampere steht schon fast in den Startlöchern

Vor zwei Jahren hat Nvidia zur Gamescom 2018 eine neue Grafikkartengeneration vorgestellt. Diese trägt den Codenamen Turing und brachte eine neue Technologie mit sich: Raytracing. Neben den gewöhnlichen Shadern hat Nvidia auch eigene Hardware nur für die Strahlenberechnungstechnik eingebaut, die sogenannten Tensor- und Raytracing-Kerne. Raytracing ermöglicht erstmals eine deutlich lebensechtere Darstellung von Lichteinfall und Spiegelungen auch in Spielen. Zu Beginn stand vor allem Battlefield V im Fokus, mittlerweile können auch populäre Spiele wie Minecraft mit Raytracing umgehen. Auch einen Mod für GTA V gibt es. Dass sich die Technik durchsetzen wird zeigen auch die Bemühungen von AMD, Raytracing in die eigenen Radeon-GPUs zu implementieren. Auch die kommende PlayStation 5 beherrscht Raytracing, genauso wie die Xbox Series X. Zu guter letzt beherrschen auch die kommenden Intel Xe-GPUs Raytracing.

Nach zwei Jahren steht nun die Nachfolgegeneration vor der Tür: Nvidia Ampere. Da sich Raytracing zu einem vielversprechenden Trend entwickelt hat, wird Nvidia wohl dabei bleiben – baut die eigenen Grafikkarten aber technisch noch einmal aus, um das Maximum herauszuholen. Da der Launch laut einem Countdown auf den Social Media-Kanälen von Nvidia schon am 1. September stattfinden soll, sind nahezu alle Details schon geleakt. Wir fassen hier alles zusammen, was es über die neue Generation bereits zu wissen gibt.

Neue (alte) Modelle: Revival der GTX 1070 Ti als RTX 3070 Ti und RTX 3090?

Die letzten Jahre kam Nvidia immer wieder mit speziellen Modellen, neuen Konzepten und einer eher ungünstigen Preiserhöhung um die Ecke. Während die GTX 1080 Ti noch für gut 800 Euro zu haben war, mussten Käufer der RTX 2080 Ti satte 1.200 Euro auf den Tisch legen. Die RTX 2080 hat daher eher den Platz der GTX 1080 Ti eingenommen. Als Konkurrenz zu den AMD Navi-Grafikkarten hat Nvidia letztes Jahr zudem kurzerhand schnellere Modelle mit dem Zusatz „Super“ eingeführt. Einen ähnlichen Schachzug gab es bereits bei der Vorgeneration mit der GTX 1070 Ti, die gegen die RX Vega 56 von AMD antrat. Empfindlich verteuert hat sich auch die Titan-Serie, die als Titan RTX derzeit 2.750 Euro kostet.

Zum Launch von Ampere könnte sich die Nomenklatur nun erneut ändern. Nvidia scheint den Markt mehr einteilen zu wollen, weshalb auch Daten zu einer RTX 3070 Ti aufgetaucht sind, die ihren Platz zwischen RTX 3070 und RTX 3080 findet. Auch eine RTX 3090 oberhalb der RTX 3080 Ti soll es geben. Diese Nomenklatur gab es seit der GTX 690 im Jahr 2012 nicht mehr. Damals war damit jedoch eine Grafikkarte benannt, die zwei Grafikchips der GTX 680 auf dem PCB hatte. Da der Trend derzeit sehr stark von SLI bzw. NVLink weggeht, ist es also unwahrscheinlich, dass wir wieder eine Dual-GPU auf einem Board sehen werden. Möglicherweise ersetzt die RTX 3090 jedoch die Titan RTX.

Das Founders Edition-Design für RTX 3090 und Co

Nvidia Ampere GeForce RTX 3080 3090 Cooler Design
Illustration des Kühlers nach den ersten Leaks. (Bild: JosephStPaul)

Besonders spannend ist das Design der Founders Edition für Nvidia Ampere. Waren bei der 1000er-Serie, Codename Pascal, noch die üblichen Radiallüfter im Kühler eingesetzt worden, kamen die Turing-GPUs der 2000er-Serie bereits mit zwei Axiallüftern und einem Vapor Chamber-Kühler. Noch einmal radikaler verändert hat Nvidia das Kühldesign scheinbar für Ampere. Der Kühler der Founders Edition weist wieder zwei Axiallüfter auf, beide sind jedoch nicht auf der Unterseite, sondern nur einer. Der andere befindet sich dort, wo normalerweise das PCB oder eine Backplate zu finden ist. Pikantes Detail: als der Kühler geleakt ist, wussten scheinbar nicht einmal viele Nvidia-Manager selbst, dass das Kühlerdesign so aussehen wird.

Nvidia Ampere GeForce RTX 3080 3090 Cooler Design
So könnte das Nvidia Ampere-Kühlerdesign im Detail aussehen. (Illustration: u/tor6770)

Dass der Kühler der Founders Edition tatsächlich in dieser Form kommt, gilt mittlerweile als gesichert, da immer mehr Fotos aufgetaucht sind. Zuletzt hat ein User namens GarnetSunset einen Größenvergleich einer mutmaßlichen RTX 3090 mit einer RTX 2080 gepostet. Dabei werden die gigantischen Ausmaße des Kühlers äußerst gut in Szene gesetzt. Der Kühler ist nicht nur deutlich länger und höher, wodurch größere Lüfter verbaut werden können – auch die breite ist von zwei auf drei Slots gewachsen. Das deutet darauf hin, dass Nvidia bei den Topmodellen eine sehr hohe Abwärme zu Kühlen hat. Die ersten geleakten Infos zu den Kühlern zeigen zudem auch eine kleinere Variante mit zwei Slots Breite. Gerüchten zufolge soll der Kühler allein schon 150 US-Dollar kosten.

Die technischen Spezifikationen von Nvidia Ampere

So einige Leaks gibt es auch schon zu den technischen Daten von RTX 3090, RTX 3080 und RTX 3070. Wenige Details gibt es hingegen zu den Ti-Varianten. Da nicht wirklich sicher ist, ob diese überhaupt existieren oder nur Ableger mit anderer Speichergröße sind, führen wir sie hier deshalb nicht auf. Möglicherweise ersetzt die RTX 3090 auch eine potenzielle RTX 3080 Ti, möglicherweise gibt es auch wieder Super-Ableger zu einem späteren Zeitpunkt. Auch Indizien für eine Titan RTX oberhalb des Gaming-Lineups gibt es wieder – zu dieser sind jedoch noch wenige Daten verfügbar.

 Titan RTX AmpereRTX 3090RTX 3080RTX 3070RTX 2080 TiRTX 2080 Super
GPUGA102-400GA102-300GA102-200GA104-300TU102-300ATU104-450
CUDA-Shader5.3765.2484.3522.9444.3523.072
Tensor-Kerne?656544368544384
Raytracing-Kerne?8268466848
TMUs?328272272272192
ROPs??96968864
GPU-Takt?1.410-1.740 MHz ???1.350-1.545 MHz1.650-1.815 MHz
Speichertakt????1.750 MHz1.936 MHz
SpeichertypGDDR6XGDDR6XGDDR6X ?GDDR6X ?GDDR6GDDR6
Speichergröße24 GB ?20 GB ?10 GB ?8 GB ?11 GB8 GB
Anbindung384 Bit320 Bit320 Bit ?256 Bit352 Bit256 Bit

Wenig bekannt ist noch über die Taktraten der GPUs. Vermutlich bewegen sich diese aber in ähnlichem Rahmen wie davor und werden keine großartigen Sprünge machen. Konkrete Leaks gibt es bisher nur vom Leaker Rogame zur RTX 3090. Diese soll auf 1.410 MHz Basis- und 1.740 MHz Boost-Takt kommen, was einem Zuwachs von 135 bzw. 105 MHz gegenüber der RTX 2080 Ti entspricht. Die Raytracing-Hardware soll hingegen massiv ausgebaut worden sein. So soll die doppelte Anzahl an Tensor- und RT-Kernen verbaut sein. Die RTX 3090 soll mit 82 SMs auf 5.248 CUDA-Kerne kommen. sollte die Anzahl der Tensor- und RT-Kerne tatsächlich verdoppelt worden sein, spricht das für 1.312 Tensor und 164 RT-Kerne.

10, 20, 24 oder doch 12 Gigabyte Speicher?

In den verfügbaren Daten zeigt sich, dass Nvidia wohl wieder den üblichen Leistungsschritt gehen wird. Demnach leistet die RTX 3080 wohl so viel wie eine jetzige RTX 2080 Ti, auch die technischen Daten sind größtenteils identisch. Größere Änderungen gibt es jedoch beim Speicher. Wie Micron (nicht mehr verfügbar, via Videocardz) wohl unabsichtlich bestätigt hat, kommt bei der RTX 3090 GDDR6X-Speicher zum Einsatz.

Über die Speichergröße gibt es wieder einmal Leaks aus dem Chiphell-Forum. Zuerst wurde eine Größe von 16 oder gar 24 Gigabyte für die RTX 3090 angenommen. Chiphell brachte die Zahlen 20 und 10 Gigabyte ins Spiel. 20 Gigabyte GDDR6X erhalte demnach die RTX 3090, während die RTX 3080 nur 10 Gigabyte GDDR6X erhält. Die 24 Gigabyte sollen einer Titan RTX Ampere vorbehalten sein. Die jetzige Titan RTX verfügt über 24 Gigabyte GDDR6-Speicher. Auch die RTX 3070 soll mit GDDR6X kommen, allerdings nur mit 8 Gigabyte. Zudem waren für die beiden kleineren Modelle auch 16 Gigabyte-Varianten im Gespräch, die entweder den Quadro-Modellen vorbehalten sind oder als Super-Varianten kommen könnten. Leaks eines PCBs, das entweder zur RTX 3090 oder RTX 3080 gehören soll, zeigen hingegen zwölf Speicherchips, was für 12 oder 24 Gigabyte Speicher spricht. Auch Micron spricht im eigenen Dokument auffällig oft von 12 Speicherchips, die bei 21 GB/s Speichergeschwindigkeit eine Bandbreite von über 1 TB/s erreichen würden.

PCIe 4.0 und 8nm-Fertigung für Nvidia Ampere

Als gesichert gilt mittlerweile, dass zumindest die Topmodelle über ein PCIe 4.0-Interface mit wohl 16 Lanes verfügen werden. Ob die Bandbreite dabei notwendig ist, muss sich erst zeigen. AMD ist mit den Ryzen 3000-CPUs bereits seit über einem Jahr dafür gerüstet, Intel dürfte mit Rocket Lake-S wohl ebenfalls bald nachziehen. Ob die RTX 3070 oder weitere kleine GPUS auf PCIe 4.0 setzen, darf hingegen bezweifelt werden.

Ein weiterer Teil betrifft die Fertigung. Diese soll wie für Nvidia üblich bei TSMC stattfinden. Während die Turing-Grafikkarten noch in TSMCs 12nm-Verfahren daherkamen, soll Nvidia Ampere auf Samsungs 8LPP-Verfahren, auch 8nm genannt, basieren. Dies hat am ehesten Auswirkungen auf die Energieeffizienz sowie die Leistungsfähigkeit. Dass bei Samsung produziert wird ist jedoch noch nicht fix, da zuvor stets der 7nm FinFet-Prozess von TSMC genannt wurde.

Nvidia Ampere: das leisten die Grafikkarten

Auch zur Leistung der neuen Nvidia Ampere-Grafikkarten gibt es bereits die ersten Leaks. Sie beziehen sich auf den Benchmark 3DMark TimeSpy Extreme und stammen aus dem chinesischen Forum Baidu. Demnach soll die Founders Edition der RTX 3090 satte 10.000 Punkte erreichen, durch Optimierungen und bessere Treiber sogar 11.500 Punkte. Das entspricht einem Sprung von über 50 Prozent verglichen mit der RTX 2080 Ti. Die RTX 3080 soll 9.000 Punkte erreichen, während die RTX 3070 gut 7.300 Punkte erreichen soll. Auch hier liegt der Leistungszuwachs bei gut 50 Prozent.

Spannende Details gibt es auch zur Raytracing-Leistung. Diese soll durch größere Architekturänderungen und die Verdopplung der Raytracing-Hardware ebenso mehr als verdoppelt worden sein.

Das sollen RTX 3080, RTX 3090 und Co kosten – Verfügbarkeit gestaffelt

Einer der spannendsten Punkte wird wie immer der Preis von Nvidia Ampere sein. Auch hier gibt es nur vage Gerüchte, gut informierte Quellen befürchten jedoch, dass zumindest das Topmodell erneut im Preis zulegen soll. 1.400 US-Dollar soll die RTX 3090 kosten. Die RTX 3080 soll hingegen auf 800 US-Dollar kommen und damit preislich ähnlich wie ihr Vorgänger bleiben. Die RTX 3070 kommt der Quelle nach auf 600 US-Dollar und ist damit teurer, die RTX 3060 soll auf 400 US-Dollar kommen. Ob die Preise so stimmen lässt sich jetzt allerdings noch nicht sagen. Bereits in der Vergangenheit hat Nvidia noch kurz vor dem Launch an den Preisen gedreht.

Wie schon beim Launch der Turing-Grafikkarten könnte Nvidia wieder auf einen gestaffelten Start setzen. Vor zwei Jahren wurden entgegen den Erwartungen zuerst die RTX 2080 und RTX 2080 Ti gelauncht, später folgten die RTX 2070. Die RTX 2060 bekam einen separaten Launch, deutlich später folgten erst die GTX 16-Grafikkarten. Gleich soll es nun bei Nvidia Ampere sein. Einen Countdown hat Nvidia schon festgelegt. Am 1. September gibt es zumindest eine Pressekonferenz – wahrscheinlich werden dort dann auch RTX 3090 und Co vorgestellt. Es bleibt somit eine spannende zweite Jahreshälfte.

Über Florian Berger 16 Artikel
Florian Berger ist Autor bei PC Builder's Club. Durch sein Technikinteresse stieß er Ende 2019 zum kleinen Team dazu und kümmert sich seitdem um Verwaltung, Lektorat und viele Reportagen.

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