Als Genau wie die Grafikkarte erzeugt auch die CPU eine gewisse Abwärme, welche abgeleitet werden muss. Tatsächlich erzeugt die CPU meistens sogar deutlich mehr Abwärme als die GPU. Bei Grafikkarten ist der Kühler oft fix verbaut und integriert und kann nur gegen wenige Modelle oder eine Wasserkühlung getauscht werden. Der Prozessorkühler hingegen wird extern auf den Prozessor aufgesetzt und am Mainboard angeschlossen, wodurch es eine Vielzahl an Herstellern gibt, die Kühler für das Herzstück des PCs herstellen.

Luftkühler

be quiet! Dark Rock Pro 3-Luftkühler (Bild: be quiet!)

Die gängigsten Kühler für Prozessoren sind Luftkühler. Sie bestehen aus vier Teilen: Einer Heat-Plate, welche direkt auf den Prozessor aufgesetzt wird, mehreren Heatpipes, welche die Wärme weiterleiten, einem Kühlturm mit Kühlfinnen, welche die Wärme möglichst gut auf den ganzen Turm verteilen, und einem oder gleich mehreren Lüftern, welche die  Finnen kühlen.

Unterseite eines Scythe Mugen 4 mit sichtbarer Heatplate und Heatpipes (Bild: Scythe)

Luftkühler gibt es in diversen Ausführungen. Die gängigste Ausführung ist der Towerkühler, bei welchem die Wärme von vorne nach hinten oder unten nach oben durch den Kühlturm geleitet wird. Der Lüfter ist dabei im 90°-Winkel zum Mainboard montiert. Eine weitere Variante stellen sogenannte Topblower dar, welche oft von den Herstellern mitgeliefert werden (Boxed-Kühler), bei denen der Lüfter in Richtung des Mainboards Luft auf die Kühlfinnen transportiert.

Ein Boxed-Kühler von Intel in Topblower-Ausführung. (Bild: Intel)

Der Vorteil an Luftkühlern ist, dass sie recht günstig und stark sind und auch für Einsteigerrechner kein Budget sprengen. Durch große Kühler kann zudem die Geräuschentwicklung eingedämmt werden, da die Lüfter langsamer drehen können.

Der größte Nachteil an Luftkühlern ist ihre Größe und die Bauhöhe. Dadurch wirkt der PC deutlich voller, außerdem müssen die Cases entsprechend groß sein. Ein weiterer Faktor ist, dass der Arbeitsspeicher unter den Kühler passen muss, was bei großen Heatspreadern auf dem Arbeitsspeicher zu Problemen führen kann.

All-in-One-Wasserkühler (AiO)


In den letzten Jahren hat sich neben Luftkühlern und Custom-Wasserkühlungen auch noch eine weitere Kategorie an Kühlern etabliert: All-in-One-Wasserkühler, auch AiO-Kühler genannt. Sie verbinden die Vorteile einer Wasserkühlung mit den Vorteilen von einfacher Installation. Eine AiO-Kühlung besteht aus einem Kühlkopf, welche auf den Prozessor aufgesetzt wird und einem Radiator samt Pumpe, welcher die Kühlflüssigkeit über Schläuche zum Kühlkopf transportiert. Im Radiator wird die warme Kühlflüssigkeit mittels Lüftern nach dem gleichen Prinzip wie bei den Kühlfinnen eines Luftkühlers wieder heruntergekühlt. Der so entstehende Kreislauf kühlt den Prozessor.

Corsair H100i V2-All-in-One-Kühler (Bild: Corsair)

Vorteile dieser Kombination sind eine deutlich flexiblere Installation, welche an Gehäusepunkten stattfindet und nicht mehr direkt  auf dem Kühler, eine aufgeräumtere Optik und meistens auch eine etwas bessere Kühlleistung als bei Luftkühlern. So können in Mini-ITX-Gehäusen meistens AiO-Kühler deutlich besser installiert werden als Luftkühler. Zudem blockiert der Kühlkopf die RAM-Slots nicht.

Montierter be quiet! Silent Loop-Kühlkopf (Bild: be quiet!)

Die Nachteile an AiO-Kühlern sind die sehr hohen Preise. So kostet eine günstige AiO-Kühlung meist so viel wie ein Oberklasse-Luftkühler und sind damit für kleinere Budgets eher ungeeignet. Ein weiterer Faktor kann sein, dass auch diese Kühler nicht gerade wenig Platz benötigen und unbedingt vorher gemessen werden sollte, ob Radiator und Lüfter ins Gehäuse passen.

Custom-Wasserkühlung

Ähnlich wie bei der AiO-Kühlung wird auch bei der Custom-Wasserkühlung eine Flüssigkeit eingesetzt, um die Wärme abzutransportieren. Der Unterschied ist nur, dass Komponenen wie Pumpe, Radiatoren, Auffangbehälter etc. im Gehäuse verteilt werden und auch noch andere Komponenten wie beispielsweise Grafikkarten, Festplatten, RAM oder sogar das Mainboard im Kühlzyklus mit eingeschlossen werden. Näheres ist im Artikel Wasserkühlung zu finden!

Welcher Kühler ist der Richtige für meinen PC?

Um nun den richtigen Kühler für den richtigen Prozessor und die richtigen Ansprüche zu finden, gibt es einige wichtige Kriterien, die zu beachten sind. Auch das Design sollte im Idealfall natürlich passen! Glücklicherweise gibt es genügend Auswahl am Markt, um für jeden PC den richtigen Kühler zu finden.

TDP, Abwärme

Die Abwärme sollte die Basis für die Auswahl bilden. Grundsätzlich hat jeder Prozessor die Angabe der Abwärme als TDP-Wert (Thermal Design Power) angegeben und betragen beispielsweise beim Intel Core i7 7700K 91 Watt oder beim AMD Ryzen 1800X 95 Watt. Diese Werte finden sich auch auf den Kühlern wieder und geben Aufschluss darüber, wie viel dieser Leisten kann. Die TDP-Werte gehen jedoch immer vom Standardtakt aus, daher ist bei Overclocking genügend Reserve zu planen.

Lautstärkeanforderung

Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Lautstärke des Kühlers. Soll der PC möglichst wenig Geräusche von sich geben, ist neben der Wahl des richtigen Gehäuses auch die Wahl des Prozessorkühlers sehr wichtig. Modelle von be quiet! sind darauf getrimmt, bei hoher Kühlleistung sehr wenig Geräuschpegel zu produzieren. Grundsätzlich kann man sagen, dass ein größerer Kühler oftmals auch leiser arbeitet. Als sehr empfehlenswert haben sich hier der be quiet! Dark Rock 3 und der Dark Rock Pro 3 erwiesen. Durch die Größe der Lüfter drehen diese deutlich leiser, um die gleiche Kühlleistung zu erreichen.

Größe und Montage

Ein wesentlicher Punkt ist auch die Größe und der Platz im Gehäuse. So sind Luftkühler samt Lüfter oftmals 160mm und höher, was so manches Case bereits zum Ausscheiden bringt. Die Höhe der Kühler ist auf den Websites der Hersteller oder bei den Händlern angegeben, auch die Gehäusehersteller stellen die entsprechende Information bereit.

Was bei der Verwendung von Luftkühlern noch zu beachten ist, ist die Höhe der RAM-Riegel. Diese sind oftmals mit Heatspreadern ausgestattet, um der Hitze Herr zu werden, welche aber durchaus zu hoch für die Luftkühler oder die Lüfter sein können. Abhilfe schafft hier die Verwendung von Low Profile-RAM, welcher deutlich niedriger gebaut ist. AiO-Wasserkühler haben solche Probleme natürlich nicht.

Bei AiO-Wasserkühlern ist zu beachten, dass der Radiator samt Lüftern Platz braucht. Der Radiator wird, je nach Modell, entweder oben, vorne oder hinten im Gehäuse auf einem Lüfterplatz montiert. Der Radiator selbst ist dabei meistens noch einmal so dick wie die Lüfter. Dadurch können diese nicht an jeder beliebigen Stelle im Gehäuse montiert werden.

Kaufempfehlungen

Einsteiger

Für Einsteiger mit kleineren Prozessoren empfiehlt sich oftmals ein eher kleinerer Luftkühler. Diese sind bereits ab ca. 15€ erhältlich und in den meisten Fällen besser als ein mitgelieferter Boxed-Kühler. Unser Geheimtipp dabei ist der be quiet! Pure Rock Slim, welcher eine TDP von 120 Watt kühlen kann und somit auch für den i7 7700K geeignet ist. Wir empfehlen jedoch, diesen Kühler nicht zu sehr zu strapazieren, da er sonst deutlich hörbar werden kann und die Temperaturen steigen. Alternativen zum Pure Rock Slim sind der Alpenföhn Ben Nevis, der Arctic Freezer 13 oder auch der Alpenföhn Brocken Eco.

Mittelklasse

In der Mittelklasse rangieren gleich mehrere Lüfter und auch bereits All-in-One-Wasserkühler. Die Kühler werden mittlerweile größer, weshalb unbedingt auf die Kompatiblität zum Gehäuse geachten werden sollte. In dieser Klasse kühlen die Luftkühler auch übertaktete Core i7 7700K mit guten Ergebnissen. Eine besondere Empfehlung ist hier der Alpenföhn Brocken 2, welcher gute Ergebnisse zum fairen Preis liefert. Weitere Alternativen stellen der Thermalright HR-02 Macho, der neue Scythe Mugen 5 oder auch der be quiet! Shadow Rock 2 dar. Wer es gerne besonder leise hat, ist mit dem be quiet! Dark Rock 3 sehr gut bedient, welcher jedoch auch deutlich mehr kostet.

Bei den Wasserkühlern sind hier besonders die Modelle von Corsair hervorzuheben. Die Corsair Hydro-Serie bietet als Einstieg für ca. 50€ den Corsair Hydro H45-Kühler. Auch Arctic bietet mit dem Arctic Liquid Freezer 120 einen guten Kühler für den Einsteig in AiO-Wasserkühlungen.

Highend

Der Highendbereich wird von einigen Platzhirschen unter den Luftkühlern eingenommen und vehement verteidigt. Eine Klasse für sich sind hierbei auch die AiO-Wasserkühler, welche ihr volles Potenzial ausspielen können. Auch größere Prozessoren wie Intels Xeon-Reihe oder die Broadwell-E-Prozessoren können problemlos gekühlt werden. Auch hierbei ist wieder auf die Größe der Kühler zu achten, da diese ab jetzt sehr massiv ausfallen können und auch 165mm Bauhöhe übersteigen. Die Radiatoren der Wasserkühlungen sind oft bereits mit zwei Lüftern ausgestattet, was die Montage in kompakten Gehäusen wieder erschwert.

Einer der beliebtesten Kühler in diesem Segment ist der be quiet! Dark Rock Pro 3, welcher mit zwei sehr leisen Lüftern und einem großen Kühlturm punktet. Durch die schwarze Aufmachung ist er auch äußerst schön anzusehen. Zwei weitere Tower in diesem Segment werden von Noctua geliefert. Mit dem NH-D14 und dem NH-D15 liefert der österreichische Hersteller äußerst performante und leise Kühler. Eine Alternative kann bei der Lufkühlung auch noch der Thermalright Silver Arrow sein, welcher mit orangenen Lüftern jedoch etwas eigenwillig aussieht.

Highend-AiO

Im Segment der AiO-Kühlungen drängen mittlerweile einige Hersteller auf den Markt. Corsair ist hierbei einer der führenden und bietet diverse Ausführungen seiner Kühler an. Einer der beliebtesten ist hier der Corsair Hydro Series H100i V2, welche sich auch per Corsair Link steuern lässt. Die Topvariante stellt  der Corsair Hydro Series H115i-Kühler dar. Auch der Hersteller NZXT bietet mit Kraken X62 und Kraken X52 zwei sehr gute AiO-Wasserkühler an. Die Kühler von be quiet! sind als Silent Loop 280mm und als Silent Loop 240mm erhältlich und kühlen, wie vom Hersteller gewohnt, sehr leise.

Unser Budgettipp ist in diesem Segment die Kühlung von Arctic. Der Hersteller ist mit dem Liquid Freezer 240 ebenfalls mit einem großen Kühler auf dem Markt vertreten, welche auch für kleines Geld mit insgesamt vier 120mm-Lüftern eine ausgezeichnete Kühlleistung liefert. Auch der größte Kühler dieser Klasse kommt von Arctic: Der Liquid Freezer 360 ist mit insgesamt sechs 120mm-Lüftern ausgestattet. Durch die schiere Größe des Radiators ist allerdings nur in wenigen Gehäusen dafür Platz.