be quiet! Silent Loop All in One-Wasserkühlung entlüften – keine Geräusche mehr!

be quiet Silent Loop entlüften
(Bild: PCBC)

Wenn die All in One-Wasserkühlung zu rauschen beginnt, hilft oft nur eins: entlüften! Wir zeigen mit unserer be quiet! Silent Loop 360, wie’s geht.

All in One – Fluch und Segen zugleich

All in One-Wasserkühlungen sind schon etwas Feines. Zumindest bis zu dem Zeitpunkt, an dem sie zu rattern und zu säuseln beginnen. Ab dann ist der Geräuschpegel meist deutlich zu hören, im Schlimmsten Fall lässt sogar die Kühlleistung der AiO nach. Auch unsere be quiet! Silent Loop 360 (Test) hat es nach vielen Monaten gutem Dienst erwischt. Die Kühlleistung ist deutlich gesunken und die Pumpe samt Radiator sind ebenfalls zu hören. Das scheint bei den Silent Loops ein häufiges Problem zu sein. Der Grund dafür ist relativ simpel: es befindet sich Luft im System.

Wer sich jetzt „wie kommt in einen geschlossenen Kühlkreislauf überhaupt Luft?!“ denkt, dem können wir folgendes sagen: in jedem All in One-Kühler befindet sich Luft. Das liegt vor allem daran, dass die Hersteller die Kühlflüssigkeit nicht bis zum Rand hin einfüllen können. Ein Problem entsteht dann, wenn sich die Luft zur Pumpe bewegt. Dann entstehen die störenden Geräusche. Auch die Kühlleistung kann dann nachlassen. Eine Lösung gibt es dafür jedoch auch: einfach die Luft rauslassen und Kühlwasser nachfüllen!

Manche kann man nachfüllen


So haben manche Hersteller beim Design ihrer Produkte mitgedacht und ermöglichen das Nachfüllen des Systems. So ist auch unsere Silent Loop 360 eine von wenigen AiO-Kühlungen, welche nachfüllbar ist. Dafür befindet sich am Pumpenkopf eine kleine, wiederverschließbare Öffnung, welche explizit zum Nachfüllen gedacht ist. In der Bedienungsanleitung ist dazu zwar vermerkt, dass die Öffnung zum Nachfüllen da ist, wie das funktioniert, ist jedoch nicht beschrieben. Die Zeichnung zeigt nur den Pumpenkopf und einen Trichter, mit dem nachgefüllt wird. Dafür gibt es jedoch eine deutlich einfachere und sicherere Methode, welche wir hier erläutern werden!

be quiet! Silent Loop entlüften – so gehts!

Silent Loop entlüften im Video

Um das ganze Prozedere einfach darzustellen, haben wir auch ein YouTube-Video produziert, auf welchem das Entlüften gut sichtbar ist. Die genauen Details zum Video finden sich weiter unten in der Anleitung!

Die Theorie

Unsere Methode zum Nachfüllen entspricht definitiv nicht der angedeuteten Methode im Handbuch. Das sah doch etwas wackelig aus. Außerdem erreicht man damit nicht wirklich, dass die Luft aus dem System verschwindet – wir haben es probiert.

Stattdessen nutzen wir den bereits „eingebauten“ Anschluss. Dieser ist nämlich genau 1/4 Zoll groß. Und für diese Größe gibt es standardmäßig Anschlüsse für Wasserkühlungen. Wer schon einmal Wasserkühlungen eingefüllt hat, wird bemerkt haben, dass sich die Luftblasen im System meist mitbewegen. Das machen wir uns jetzt zunutze. Mit einem angeschlossenen Schlauch wollen wir so eine stehende Wassersäule auf der Pumpe erreichen. Dadurch ist es möglich, gleichzeitig die Luft herauszubekommen und den frei gewordenen Platz durch Kühlflüssigkeit zu ersetzen.

Das notwendige Material

Tipp: Ein günstiges Set passender Wasserkühlungskomponenten (Fitting, Schlauch und Kühlflüssigkeit) zum Entlüften der Silent Loop-Reihe bietet PCool.de auch direkt an!

Die Vorbereitung

Zunächst haben wir unsere Stromquelle vorbereitet. Im Video verwenden wir dazu ein anderes Mainboard mit funktionierendem Kühler. An einem 12 Volt-Anschluss für Lüfter steckt bei uns eine Lüfterverlängerung, die wir zum Betreiben der Pumpe verwenden möchten. Wichtig dabei ist, dass die Pumpe ausschließlich mit 12 Volt betrieben wird. Die Pumpe könnte sonst Schaden nehmen. Einen entsprechenden Hinweis hat be quiet! direkt auf dem Pumpenkabel montiert. Neben der Möglichkeit mit dem anderen Mainboard kann man auch ein Computernetzteil verwenden, welches man brückt und startet. Für den Molex-Anschluss gibt es dann passende 12 Volt-Adapter. Achtung: beim Überbrücken des Netzteils betreibt man das Netzteil nicht mehr innerhalb der Norm! Den Adapter kann man übrigens auch verwenden, um die Pumpe mit einem Labornetzteil sicher auf 12 Volt zu betreiben.

Dann befestigen wir den Schlauch samt Trichter an einer erhöhten Stelle. Wir haben dazu einfach ein Stück Schnur an einem Querbalken befestigt und den Schlauch so in passender Höhe aufgehängt.

 

Unser aufgehängter Schlauch samt Trichter. (Bild: PCBC)

Anschließend bereiten wir die AiO-Kühlung vor. Der Einfachheit halber haben wir die Lüfter abmontiert. Diese sind in diesem Fall nur störend, da wir nachher auch den Radiator bewegen, um die Luft herauszubekommen.

Die Lüfter montieren wir ab. (Bild: PCBC)

Ist das geschafft legen wir den Pumpenkopf auf die vorbereitete Unterlage und öffnen vorsichtig den Nachfüllport mit einem großen Schlitz-Schraubendreher. Der Stopfen ist leider aus Kunststoff gefertigt, nicht allzu stabil und sitzt ziemlich fest. Wir haben es auch mit einer passenden Münze versucht, gelungen ist es uns jedoch erst mit dem Schraubendreher.

Der Anschluss zum Füllen lässt sich am besten mit einem großen Schlitz-Schraubendreher öffnen. (Bild: PCBC)

Ist der Port einmal offen, kann auch schon der Fitting montiert werden. Dieser besteht aus zwei Teilen: dem Anschluss selbst und einer Muffe zum fixieren des Schlauchs. Diese Muffe muss zuerst abgeschraubt und über den Schlauch geschoben werden. Anschließend kann man den Fitting handfest in die Füllöffnung drehen. der Schlauch wird über den Anschluss gestülpt und mit der Muffe fixiert.

Fertig montierter Fitting samt Schlauch. (Bild: PCBC)

Jetzt kann bereits die Kühlflüssigkeit über den Schlauch eingefüllt werden. wichtig dabei ist, nicht zu viel einzufüllen. Nachfüllen kann man immer! Als Kühlflüssigkeit verwenden wir im Video destilliertes Wasser. be quiet! empfiehlt Kühlflüssigkeiten von Phobya, Alphacool und Aquatuning, welche im Grunde ebenfalls meist destilliertes und gefiltertes Wasser sind. Wichtig: Auf keinen Fall Leitungswasser verwenden! Dadurch können sich Algen im System bilden.

Der Schlauch füllt sich mit Wasser. (Bild: PCBC)

Unsere Entlüftungsmethode

Nachdem die Wassersäule auf dem Pumpenkopf steht, nehmen wir unsere Pumpe über den vorbereiteten 12 Volt-Anschluss in Betrieb. Jetzt kann man meistens auch die säuselnden und rauschenden Geräusche hören, welche die Pumpe durch die Luftblasen erzeugt. Bereits beim Einstecken der Pumpe sind bei uns zwei Luftblasen entwichen. Um jetzt jedoch die Luft aus dem Radiator zu bekommen, muss etwas nachgeholfen werden. Dafür nehmen wir den Radiator und positionieren ihn unterhalb der Pumpe, damit die Luft aufsteigen kann. Jetzt schütteln wir den Radiator, um die festhängenden Luftblasen nach oben zu befördern. Diese treten dann beim Schlauch durch die Kühlflüssigkeit hindurch aus und werden direkt durch sie ersetzt.

Durch den Schlauch austretende Luftblasen. (Bild: PCBC)

Auch die Pumpe sollte man in alle Richtungen drehen, um so noch die ein oder andere Luftblase zu lösen. Dieses Prozedere führt man so lange durch, bis keine Geräusche beim Bewegen von Pumpe oder Radiator mehr zu hören sind. Das hat bei uns gut eine Stunde gedauert – Geduld ist somit auch wichtig. zwischendurch kann man den Radiator immer wieder auf den Tisch legen und die Pumpe einfach laufen lassen. Das schont vor allem die Handgelenke.

Nach dem Entlüften

Sobald keine Geräusche beim Bewegen der Pumpe und des Radiators mehr zu hören sind, sollte auch keine Luft mehr im System sein. Dann ist das Entlüften ansich fertig. Jetzt muss die Pumpe nur noch verschlossen werden. Zuerst stecken wir dafür die Pumpe aus. Anschließend dreht man die Muffe des Fittings wieder ab und zieht vorsichtig den Schlauch vom Fitting. Dabei tritt das im Schlauch verbleibende Wasser aus. Die Pumpe verträgt den kurzen Wasserkontakt problemlos. Nach Möglichkeit kann man das Wasser auch mit einem Behälter auffangen versuchen, was bei uns nicht wirklich funktioniert hat.

Austretendes Wasser beim Abziehen des Schlauchs. (Bild: PCBC)

Anschließend drehen wir den Fitting wieder vorsichtig aus der Pumpe. Dabei bleibt Wasser in der Einfüllöffnung zurück. Den Stopfen zum Verschließen setzen wir nun direkt ins Wasser und drehen in wieder zu. Somit kommt beim Verschließen keine Luft mehr ins System. Nach dem Abtrocknen des Pumpenkopf ist die be quiet! Silent Loop wieder einsatzbereit und sollte ab jetzt keine Geräusche mehr von sich geben. Vielen Dank an dieser Stelle noch einmal an PCool.de, welche uns die Wasserkühlungskomponenten zur Verfügung gestellt haben!

Zudrehen des Füllports mit dem Kunststoffstopfen. Gut zu sehen ist das umgebende Wasser. (Bild: PCBC)

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