Intel: deshalb 10nm und 14nm in einer Generation, Project Athena auch für Budget-Notebooks

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(Bild: Intel)

Intels 10. Generation ist innovativ, aber auch bewährt. Mit Ran Senderovitz habe ich über 10nm und 14nm in einer Generation und dem Sinn dahinter gesprochen.

Warum Intel 10nm und 14nm in einer Generation vereint

Anlässlich der IFA 2019 hat auch Intel seine Zelte in Berlin aufgeschlagen. Ich hatte die Gelegenheit, mich mit Ran Senderovitz, Vice President der Client Computing Group und General Manager des Mobile Product Marketing, über die kommende 10. Generation an Intel-Prozessoren zu unterhalten. Bei dieser Generation hat das Unternehmen zwei verschiedene Architekturen vereint. Einerseits gibt es die Ice Lake-Prozessoren mit 10nm-Strukturbreite und völlig neuen Features, andererseits haben es wieder 14nm-Prozessoren ins Lineup geschafft. Die Comet Lake-Generation ist wieder eine Weiterentwicklung der ursprünglich Skylake genannten Architektur mit leichten Verfeinerungen. Das hat auch gute Gründe, wie Ran Senderovitz ausführt. Intel setze auf Segmentierung. Und die weit entwickelte und bewährte 14nm-Strukturbreite sei in manchen Belangen einfach besser geeignet als 10nm mit Ice Lake. Dazu gehören Workloads mit hoher Auslastung wie CAD oder auch viele Tasks, bei denen ein hoher Takt Vorteile bringt.

Mit Ice Lake will Intel hingegen neue Features und viel Leistung für spezielle Workloads bereitstellen. Senderovitz streicht dabei vor allem das AI-Feature heraus. Einige Applikationen sind erst durch Ice Lake überhaupt möglich. Das demonstriert Intel auf dem Event auch sehr gut. Mit Gigapixel können Bilder mittels AI auf die vierfache Größe gebracht werden. Dabei steht die Qualität im Vordergrund, die sich durch die AI-Anwendung deutlich verbessert. Hintergrundgeräusche in Telefonaten können in Echtzeit herausgefiltert werden. Für solche Anwendungen ist ein Ice Lake-Prozessor allerdings Pflicht.

Dass zwei Architekturen in einer Generation sehr verwirrend sein können, räumt auch Ran Senderovitz ein. Deshalb gebe es aber verschiedene Nomenklaturen bei den Prozessoren. Ein direktes Merkmal wie ein Sticker auf Geräten mit Ice Lake-Prozessor ist hingegen nicht geplant. Mit einem Prozessor der 10. Generation kaufen Kunden deshalb aber nichts Altes, auch wenn ein Comet Lake-Prozessor im Inneren seine Arbeit verrichtet. Am einfachsten zu erkennen sind zumindest die größeren Ice Lake-Designs durch den Einsatz der Iris Plus-Grafik – für die es wiederum einen Sticker gibt.

Thunderbolt 3 wird das neue USB

Ein großer Punkt bei Intels 10. Generation ist auch die Verbindung. So stehen Thunderbolt 3 und WiFi 6 im Mittelpunkt. Beide Prozessorarchitekturen sind über die Plattform mit den Features ausgestattet und sollen laut Senderovitz für Zukunftssicherheit sorgen. „Schnelle Verbindungen zur Cloud oder zu externen Geräten spielen in Zukunft eine große Rolle. Viele Tasks werden mittlerweile in Rechenzentren ausgelagert“, erklärt der Intel-Manager. Vor allem beim Thema AI bestehe hier großes Potenzial. Das sei vergleichbar mit dem Wechsel von einer Festplatte zu einer SSD.

Das ist auch einer der Gründe, warum Intel den Thunderbolt 3-Standard für das USB Implementors Forum freigegeben. Auf dessen Basis wird USB 4 entwickelt. Daher wird Thunderbolt laut Senderovitz wohl auch „das neue USB“ und ein Feature, das in Zukunft in praktisch jedem Notebook zu finden sein wird.

Project Athena soll in jede Preisklasse kommen

Zum Schluss habe ich mit Ran Senderovitz noch über Project Athena gesprochen. Intel will mit dem neuen Notebook-Standard ähnliche Auswirkungen auf den Markt haben wie mit den Ultrabooks im Jahr 2011. „Damals gab es praktisch keine Geräte unter 21 Millimeter Dicke. Heute ist das Standard“, führt Senderovitz aus. Wie bei den Ultrabooks beginnt Intel auch mit Project Athena im Premium-Segment. Hier lassen sich solche Innovationen auch aufgrund der höheren Zahlungsbereitschaft der Kunden leichter umsetzen.

Der Aufwand für Project Athena-Notebooks ist jedoch deutlich höher. „Intel möchte hier vor allem für den User sinnvolle Features umsetzen.“ Die Vorgaben reichen von der Ausstattung mit Thunderbolt 3 und WiFi 6 über eine sehr lange Akkulaufzeit getestet unter echten Bedingungen bis hin zu Details wie Präzisions-Touchpad und Tastatur. Nicht nur die Form und die Features sind dabei entscheidend. Auch die Komponenten müssen zertifiziert sein. Dafür hat Intel drei Open Labs eröffnet, um Komponenten von über 100 Partnern, die an Project Athena mitwirken, zu testen und zu zertifizieren.

Trotz den hohen Vorgaben soll sich über die Jahre hinweg Project Athena nicht nur auf die Premium-Klasse beschränken. Wie bei den Ultrabooks möchte Intel auch den neuen Standard in jedes mögliche Segment bringen. Senderovitz ist überzeugt, dass in Zukunft ein Großteil der Notebooks nach dem Project Athena-Standard zertifiziert sein könnte – auch im Budget-Bereich. Bis dahin startet Intel aber im kleinen Rahmen. Derzeit sind gut 90 Notebooks mit Comet Lake und 35 Notebooks mit Ice Lake-Prozessor geplant. Gut ein Dutzend davon sind Project Athena-zertifiziert und kommen bis zur Holiday Season auf den Markt.

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Florian Maislinger is author and founder of PC Builder's Club. As a skilled IT engineer, he is very familiar with computers and hardware and has been a technology lover since childhood. He is mainly responsible for the news and our social media channels.

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