Cascade Lake-AP: Intel baut jetzt 48 Kerne-Prozessoren mit MCM-Design

Intel Xeon Cascade Lake-AP
(Bild: Intel)

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Als Konkurrenz zu den kommenden Epyc 2-Prozessoren hat Intel heute neue Xeon-Prozessoren namens Cascade Lake-AP mit 48 Kernen und MCM-Design vorgestellt.

Intel jetzt doch mit MCM-Design?

Multi Chip Module, kurz MCM, sind scheinbar der nächste Schritt, um Prozessoren noch besser zu machen. Dabei gibt es nicht einen monolithischen Die, der alle Prozessorkerne beherbergt, sondern mehrere Dies, die mit einem Interposer verbunden sind. Über diesen Interposer läuft dann die komplette Kommunikation zwischen den einzelnen Dies. Während Intel in den letzten Jahren immer auf ein monolithisches Design gesetzt hat, kam der große Umbruch vom Konkurrenten AMD. Dieser stellte mit der Zen-Architektur auch die ersten MCM-Prozessoren für den Serverbereich vor. In der ersten Generation von Epyc, Codename Naples, sind vier Dies mit jeweils bis zu acht Kernen im Einsatz. So sind 32 Kerne möglich, verhältnismäßig lässt sich ein Epyc-Prozessor aber deutlich leichter herstellen. Schlechtere Zen-Dies können auch noch in anderen AMD-Produkten wie den Ryzen-Prozessoren zum Einsatz kommen. Es gibt aber auch Nachteile. So ist die Speicherkommunikation oftmals deutlich langsamer.

Mit der neuen Epyc-Generation, Codename Rome, verbessert AMD das Design noch einmal und könnte auf acht Achtkern-Dies mit einem zentralen Management-Chip für die Speicher- und I/O-Verwaltung setzen. Dadurch sind die Latenzzeiten für alle Kerne gleich. Das Vorgehen bei den MCM-Prozessoren war von Intel bereits mehrfach verspottet worden. So verunglimpfte man Epyc als „zusammengeklebte Desktop-Prozessoren“. Spannenderweise setzt Intel jetzt aber selbst auf ein MCM-Design. Notwendig ist dies vor allem, weil die Fortschritte bei noch kleineren Fertigungsprozessen stark stagnieren.

Cascade Lake AP kommt mit 48 Kernen auf zwei Dies


Die neu vorgestellte Prozessorgeneration trägt den Namen Cascade Lake-AP. Das AP steht dabei für „Advanced Processors“. Viele Änderungen in der Architektur gibt es gegenüber Skylake-SP nicht. So setzt Intel weiterhin auf die 14nm-Fertigung. Statt einem Die kommen auf einem Prozessor nun aber zwei Dies mit jeweils 24 Kernen zum Einsatz. Diese sind mit der hauseigenen Ultra Path Interconnect-Schnittstelle (kurz UPI) verbunden. Intel betont, dass hier nicht der bereits existierende EMIB-Interposer zum Einsatz kommt, welcher beispielsweise in Kaby Lake-G für die Verbindung mit der Vega-Grafikeinheit sorgte. UPI ist der Nachfolger von QPI und kommt normalerweise bei Multi-Sockel-Systemen zum Einsatz. Durch die Struktur mit zwei Dies besitzt der Cascade Lake-AP-Prozessor ganze 12 Speicherkanäle. Jeder Die kann sechs Kanäle ansprechen. Durch die enorme Größe der zwei Dies und das Zwölfkanal-Interface braucht es wohl auch einen neuen Sockel und mehr Kontakte.

Derzeit noch unklar ist, ob der 48-Kerner die größte Ausbaustufe ist. Neben dem großen MCM-Prozessor kommen auch neue Cascade Lake-SP-Prozessoren, welche mit bis zu 28 Kernen ein Refresh von Skylake-SP sind. Möglich wäre mit zwei 28-Kern-Dies entsprechend auch ein Prozessor mit insgesamt 56 Kernen. Ob Intel auch so eine Ausbaustufe realisiert, wird sich wohl erst 2019 zeigen. Dann sollen die ersten Prozessoren bei einem größeren Launchevent noch einmal im Detail vorgestellt werden. Noch 2018 sollen die ersten Cascade Lake-SP-Prozessoren ausgeliefert werden. Unbekannt sind derzeit noch die Preise, die Intel aufruft. Morgen findet übrigens ein Event statt, bei dem AMD die neuen Epyc 2-Prozessoren mit 64 Kernen vorstellt. Der zeitliche Ablauf erinnert an die Computex, bei der Intels 28 Kerne-Desktopprozessor am nächsten Tag von AMDs zweiter Generation der Threadripper-Prozessoren mit bis zu 32 Kernen in den Schatten gestellt wurde.


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