Nvidia Turing: kein Raytracing mit GTX 2060?

Nvidia Siggraph 2018
(Bild: Nvidia)

Nvidias Turing-GPUs mit RTX 2070, RTX 2080 und RTX 2080 Ti sollen Raytracing in den Mainstream bringen. Die GTX 2060 soll davon aber ausgeschlossen bleiben.

Raytracing: Revolution oder überschätzt?

Nvidias neue Grafikkartengeneration namens Turing steht kurz vor dem Marktstart. Die Grafikkarten sollen eine gewisse Revolution sein und die Raytracing-Technologie in Echtzeit in den Mainstreammarkt bringen. Dadurch sollen noch realistischere Bilder und Simulationen möglich sein. Dabei steckt das Echtzeit-Raytracing scheinbar noch in den Kinderschuhen. So sollen Shadow of the Tomb Raider oder Battlefield V mit Raytracing nur mit 60 FPS auf Full HD-Auflösung laufen. Lediglich das Spiel Enlisted soll mit über 90 FPS auf 4K inklusive Raytracing laufen. Raytracing an sich ist äußerst beeindruckend, die Frage nach dem Sinn drängt sich jedoch nach wie vor auf. Wer kein Raytracing nutzt, zahlt trotzdem den vollen Aufpreis. Nvidia hat derzeit noch ein Embargo über Benchmarks und Leistungsvergleiche der RTX 2080 (Ti) verhängt. Viele vermuten daher, dass die generelle Spieleleistung ohne Raytracing nicht im gewohnten Maße gestiegen ist. Gestiegen ist hingegen der Preis. So zahlt man für die günstigste RTX 2080 derzeit im Vorverkauf 849 Euro, während die günstigste RTX 2080 Ti ganze 1.166 Euro kostet.

Der hohe Preis kommt vor allem durch die neuen Chips zustande. Diese haben neben den normalen CUDA-Cores auch sogenannte Tensor- und RT-Cores verbaut. Diese sind allein fürs Raytracing zuständig und sorgen dafür, dass die Raytracingleistung von Turing gegenüber dem Vorgänger Pascal oder auch Volta immens gestiegen ist. Der hohe Preis soll natürlich noch sinken, aktuell sieht es für Käufer von Turing jedoch schlecht aus. Die teuren neuen Kerne treiben den Preis in die Höhe. Einen hohen Preis kann Nvidia aber vor allem für die absolute Mainstreamkarte GTX 2060 nicht brauchen.

Kein Raytracing für GTX 2060


Wie das Kürzel schon verrät könnte es daher sein, dass Nvidia den Chip der GTX 2060 nicht mit den Tensor- und RT-Kernen ausstattet. Dafür, dass keine Tensor- und RT-Cores verbaut sind, spricht auch eine Aussage von Colette Kress, Executive Vice President und Chief Financial Officer bei Nvidia während einer Q&A-Session. Die konkreten Worte, die Kress wählt, könnten bereits darauf hindeuten, dass Nvidia keine schwächeren Grafikkarten als die RTX 2070 mit Raytracing anbietet.

„We’ll start with the ray-tracing cards. We have the 2080 Ti, the 2080 and the 2070 overall coming to market, (…)“

„Wir starten mit den Raytracing-Karten. Wir haben insgesamt die 2080 Ti, die 2080 und die 2070, welche auf den Markt kommen, (…)“

– Colette Kress

Bis jetzt ist auch keine Quadro-Grafikkarte mit einem potenziellen Schwesterchip der GTX 2060 erschienen. Lediglich einen Eintrag zum Support eines TU106-Chips im Tool HWInfo gibt es. Es könnte daher durchaus realistisch sein, dass Nvidia keine RTX 2060, sondern eine GTX 2060 ohne Raytracing-Support herausbringt. Das wäre vor allem in Hinblick auf einen niedrigen Preis und die hohen Leistungsanforderungen für Raytracing einfach nicht sinnvoll, Raytracing mit schwacher Hardware anzubieten. So kann Nvidia sich voll auf die Gaming-Leistung konzentrieren und den Preis niedrig halten. Folglich würde auch eine GTX 2050 (Ti) ohne Raytracing-Hardware kommen. Wann die GTX 2060 startet, ist noch unbekannt. Es könnte jedoch gut sein, dass ein Marktstart bereits mit der RTX 2070 oder kurz danach erfolgt.


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