Vega 20 in 7nm noch dieses Jahr, auch als RX Vega?

AMD Vega 20 Radeon Instinct RX Vega
(Bild: AMD)

Überraschend hat AMD heute auf der Computex angekündigt, dass Vega 20 im 7nm-Verfahren bereits gefertigt und gesamplet wird. Die GPU erscheint als Radeon Instinct mit 32 GB HBM2 noch dieses Jahr. Auch eine RX Vega-Variante ist möglich.

Das Vega 20-Sampling hat bereits begonnen

AMD hat für die Computex dieses Jahr wahrlich nicht zu viel versprochen. Die im Vorfeld angekündigte „noch nie zuvor gesehene Hardware“ trifft dabei wohl gleich doppelt zu. So kommt Threadripper 2000 mit ganzen 32 Kernen statt bisher 16. Überraschend stellt AMD heute jedoch noch ein weiteres Produkt in den Vordergrund: Vega 20. Bereits seit längerem angekündigt, zieht der Hersteller die GPU nun deutlich vor. Vor einigen Wochen meinte AMD noch, dass Vega 20 erst Ende des Jahres das Sample-Stadium erreicht und mit Produkten erst 2019 zu rechnen ist. So sollen bereits erste Samples an Partner übermittelt worden sein. Die ersten Produkte sollen noch in der zweiten Jahreshälfte 2018 erscheinen – und die haben es in sich.

7nm Strukturbreite, 32 GB HBM2


Konkrete Daten zu Vega 20 nennt AMD zwar nicht, einiges ist aus der Präsentation jedoch deutlich abzulesen. Vega 20 wird im 7nm-Verfahren gefertigt. Als Fertiger kommt dieses mal jedoch nicht Globalfoundries zum Zug, sondern TSMC. Die Fertigung dort dürfte bereits gut funktionieren, sodass AMD die neue Grafikarchitektur um gut ein halbes Jahr vorziehen könnte. Vega 20 stellt hauptsächlich Anspruch auf den professionellen Bereich. Die GPU wird demnach vor allem in Radeon Instinct-Einheiten zum Einsatz kommen.

Für diese bestätigt AMD die 32 GB HBM2-Speicher. Das bestätigt auch das Layout des Chips, auf welchem vier HBM2-Stacks zu sehen sind. Das Speicherinterface muss damit auf 4.096 Bit anwachsen. Ob sich an der Anzahl der Compute Units etwas ändert, ist noch unbekannt. Entweder gibt es durch 7nm auf gleicher Fläche jedoch mehr CUs oder aber weniger Verbrauch bei höherem Takt. Konkret nennt AMD eine zweifach bessere Effizienz bei 1,35-facher Performance. Die Chipgröße ist dabei deutlich geringer als die von Vega 10. So war der Vorgänger im 14nm-Design noch 485mm² groß, während Vega 20 schätzungsweise nur 350mm² groß ist. Das ist der 7nm-Strukturbreite geschuldet. Vega 20 ist damit trotzdem noch größer als Polaris mit 232mm².

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Optimierung für Deep Learning

Bei der Präsentation nennt AMD auch direkt das Einsatzszenario für Vega 20. So ist die GPU auf Deep Learning getrimmt, was wahrscheinlich eine Optimierung auf die Double Precision-Leistung bedeutet. Als Zielgruppe nennt AMD konkret Datacenter und Workstation. Passend dazu demonstrierte der Grafikhersteller die GPU beim Raytracing in Cinema 4D. Dadurch lässt sich zwar keine konkrete Aussage zur Leistungsfähigkeit treffen, es zeigt aber gut, wo die Reise hingehen wird.

Vega 20 könnte für Spieler kommen

Die wichtigste Frage für alle Gamer da draußen ist jedoch nach wie vor: wird es die GPU auch als RX Vega geben? Konkrete Informationen dazu hat Lisa Su auf der Keynote nicht veröffentlicht. Aus einer früheren Keynote wird allerdings klar, dass 7nm-Grafikkarten auch für Spieler kommen werden. Navi soll den letzten Gerüchten zufolge jedoch der direkte Nachfolger von Polaris werden und eine Mainstreamleistung auf dem Level der GTX 1080 bringen. Damit gäbe es keine Highend-GPU von AMD mehr. Dass das Marktsegment jedoch kampflos dem Rivalen Nvidia überlassen wird, gilt als eher unwahrscheinlich. AMD könnte deshalb Vega 20 bereits als Highend-Nachfolger für Vega 10 aufsetzen. Eine RX Vega-Version der 7nm-Vega wäre somit wahrscheinlich.


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