Nvidia GPP betrifft auch Intels Kaby Lake-G-Prozessor mit AMD-GPU

(Bild: Intel)

Das umstrittene GeForce Partnerprogramm betrifft scheinbar auch den Prozessorhersteller Intel. Dieser hatte in Zusammenarbeit mit AMD ein CPU-GPU-Gespann namens Kaby Lake-G entwickelt, welches nun in fast keinen Produkten zu finden ist. Schuld soll die Teilnahme vieler Hersteller am Nvidia GPP sein.

Das Machtspiel von Nvidia

Am Beispiel vom Nvidia GPP kann man derzeit äußerst gut beobachten, wie sich Bündnisse und Marktherrschaft auf den freien Markt auswirken können. Nach der Ankündigung des Partnerprogramms, welches Vorteile wie gemeinsame Marketingstrategien bieten soll, hielten sich Nvidia sowie die teilnehmenden Partner weitgehend bedeckt. Nach einem Bericht von HardOCP kamen jedoch immer mehr Details ans Licht, welche Auflagen im Partnerprogramm eigentlich eingehalten werden müssen. So dürfen die teilnehmenden Boardpartner beispielsweise die Nvidia-Grafikkarten nicht unter dem gleichen Markennamen wie Grafikkarten des Konkurrenten AMD vertreiben. Asus hat deshalb kurzerhand alle AMD-Grafikkarten von ROG auf AREZ umbenannt. Dies zielt vor allem gegen Nvidias einzigen Konkurrenten AMD, um diesen noch weiter vom Markt abzudrängen. Als Nebeneffekt scheint das jetzt jedoch auch den Prozessorhersteller Intel zu treffen.

Kaby Lake-G mit AMD-GPU wird nicht verbaut


Im Jänner 2018 hat Intel eine eher kuriose Zusammenarbeit bekanntgegeben. Gemeinsam mit AMD, eigentlich dem größten Konkurrenten im Desktop-CPU-Markt, hat der Hersteller eine APU entwickelt. Diese basiert auf einem Kaby Lake-Prozessor und einer dedizierten RX Vega M-Grafikeinheit. Der Prozessor und die Grafikeinheit sind über die Intel Embedded Multi-Die Interconnect Bridge (EMIB) zusammengeschlossen. Dazu kommt noch ein HBM2-Stack mit 4 GB. Die leistungsfähige Grafikeinheit ist schneller als eine GTX 1060 Max-Q, dabei jedoch deutlich sparsamer und nicht so warm. Intel gibt daher an, Kaby Lake-G für kompakte Geräte und dünne Notebooks entwickelt zu haben.

Auffällig ist dabei jedoch, dass der Chip in fast keinen Produkten verwendet wird. Intel setzt ihn selbst in seinen Hades Canyon-NUCs ein, Dell hat vor kurzem das XPS 15 2in1 auf den Markt gebracht. HP hat das Spectre X360 15 mit Kaby Lake-G angekündigt und Chuwi hat einen Mini-PC damit veröffentlicht. Notebookcheck.net hat jetzt in Erfahrung gebracht, dass auch hier das Nvidia GPP greifen könnte.

Acer, Asus, Gigabyte und MSI verzichten auf Kaby Lake-G

Während bereits Notebooks mit den Sechskernern von Intel auf den Markt gekommen sind, gibt es keine Notebooks mit Kaby Lake-G. Notebookcheck.net ist in der Szene bestens vernetzt und hat erfahren, dass das Partnerprogramm auch diesen Bereich regle. Nvidia möchte nicht, dass sich Notebooks mit Kaby Lake-G verbreiten. Entsprechend legen die Hersteller Acer, Asus, Gigabyte und MSI, welche am Partnerprogramm vermutlich teilnehmen, auch keine auf. Auch Zotac ist ein potenzieller Teilnehmer am Programm und fertige deshalb keine ZBox mit dem Intel-AMD-Gespann. Dass Dell und HP Produkte mit Kaby Lake-G produzieren liegt durchaus auch daran, dass die Hersteller sich nicht dem GPP angeschlossen haben.

Generell sind die Produkte mit Kaby Lake-G rar gesät und schwer zu bekommen. Das könnte auch daran liegen, dass Kaby Lake-G immer wieder im Gespräch für eine neue MacBook-Generation war. So könnte Intel die Chips auch speziell für Apple fertigen.


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