Bitmain stellt Ethereum-Miner vor, der den GPU-Markt deutlich entlasten könnte

Der Bitmain Antminer E3. (Bild: Bitmain/Fotomontage PCBC)

Der ASIC-Hersteller Bitmain hat heute seinen neuen Antminer E3 vorgestellt, der äußerst effizient Ethereum minen können soll. Das könnte den derzeit stark belasteten Grafikkartenmarkt langfristig wieder etwas entlasten.

Die Grafikkarten-Odyssee könnte bald ein Ende haben

Diese News könnte alle Gamer jubeln lassen. Der durch das Mining von Kryptowährungen stark belastete GPU-Markt könnte sich bald wieder etwas erholen. Bitmain, der größte Hersteller von ASIC-Minern, hat heute den Antminer E3 vorgestellt. Dieser Miner ist speziell für die Kryptowährung Ethereum angepasst. Der Antminer E3 kann nichts anderes, als mit speziellen ASIC-Chips (Application Specific Integrated Circuit) Ethereum minen. Das war davor nur mit Grafikkarten möglich, weshalb die Miner den Markt förmlich leergekauft haben. Seit knapp einem Jahr sind die Preise für viele Grafikkarten daher kontinuierlich angestiegen und haben vor kurzem einen neuen Höhepunkt erreicht. Das ist vor allem für die Gamer ein großes Problem, da die Miner die Grafikkarten auch bei steigenden Preisen noch kaufen. Der Nvidia-CEO Jensen Huang hat neulich sogar bestätigt, dass Nvidia derzeit einfach nicht genug Grafikkarten produzieren kann, um die Nachfrage überhaupt zu decken. Das könnte sich mit dem neuen Antminer E3 jetzt wieder ändern.

Bitmain Antminer E3: und Ethereum geht doch mit ASICs


Der Antminer E3 ist der erste ASIC, der überhaupt mit Ethereum zurechtkommt. Dies war aufgrund der Struktur des Kryptowährung vorher nur mit Grafikkarten möglich. Der Effekt ist von den Ethereum-Erfindern sogar gewollt, um das Netzwerk dezentraler zu verteilen. Bei Bitcoin beispielsweise ist es durch die ASICs deutlich leichter, im großen Stil zu minen. Das Netzwerk liegt daher in den Händen weniger sehr großer Mining-Farmen, was eine gewisse Ungewissheit mit sich bringt. Der Ethereum-Algorithmus ist daher auf schnellen Speicher angewiesen, den die typischen ASIC-Miner nicht mit sich bringen.

Was macht Bitmain nun anders? Der chinesische Hersteller hält sich zu den Details, wie das Speicher-Problem gelöst hat, derzeit noch sehr bedeckt. Aus einem früheren Leak stammt jedoch das Gerücht, dass sehr viel DDR3-Speicher und 16nm-Chips verbaut sind. Versprochen wird eine Performance von 180 MH/s bei 800 Watt Verbrauch. Auf der Website steht zudem, dass Bitmain eine höhere Leistung und eine bessere Effizienz erwartet, wenn die Miner fertig für die Auslieferung sind. Die Effizienz ist im Vergleich zu Grafikkarten sehr gut, wobei manche GPU-Rigs das Verhältnis aus Performance und Verbrauch jedoch noch überbieten können. Was GPU-Miner jedoch definitiv nicht besser können, sind der Preis.

800 US-Dollar für 180 MH/s, Auslieferung ab Juli

Denn der Preis ist der größte Vorteil des Antminer E3. Für 800 US-Dollar vor Steuern und Lieferkosten, jedoch ohne Netzteil, ist der Miner unschlagbar günstig. Dieses Preis-Leistungsverhältnis hat kein GPU-Rig je geschafft. Das dafür benötigte Netzteil kostet direkt bei Bitmain noch einmal 105 US-Dollar. Es soll jedoch jedes ATX-Netzteil mit genügend Leistung funktionieren.

Auch einen Auslieferungstermin gibt es bereits. Die erste Charge, die bereits kurz nach Bekanntwerden ausverkauft war, wird ab Mitte Juli ausgeliefert. Um den großen Mining-Farmen entgegenzuwirken gibt es eine Beschränkung von einem Miner pro Kunde. Die Miner können zudem nicht nach Hongkong, Taiwan oder Macau geliefert werden. Bitmain erlaubt zudem keine Stornierungen der Bestellungen.

Kann Bitmain mit dem Antminer E3 den GPU-Markt entlasten?

Ethereum bzw. Ethhash ist derzeit die am meisten geminte Kryptowährung. Zwar lassen sich auch andere Kryptowährungen mit Grafikkarten berechnen, jedoch nicht unbedingt so lukrativ wie Ethereum. Es könnte daher gut sein. Mit dem Antminer E3 könnte Bitmain tatsächlich eine spürbare Entlastung für den Grafikkartenmarkt schaffen. Besonders große Anbieter, die die meisten Grafikkarten direkt bei den Boardpartnern bereits vor dem Retailhandel kaufen, werden auf den E3 umsteigen, wenn die Leistung passt. Die Hardwarekosten sind so gering, dass ein Return of Invest schnell erreicht ist. Zwar wird es nicht von heute auf morgen gehen, die erhoffte Entlastung wird trotzdem eintreten. Spätestens, wenn Ethereum endgültig auf Casper umsteigt, wird es einen starken Einschnitt bei den Minern geben.


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