Arctic Sound: Intel plant für 2020 eine dedizierte Gaming-Grafikkarte

Intel Arctic Sound
Arctic Sound könnten wie die Xeon Phi aussehen. (Bild: Intel/Mockup PCBC)

Intel will scheinbar in den Markt mit dedizierten Grafikkarten einsteigen. Unter dem Codenamen Arctic Sound sollen die ersten Grafikkarten bereits 2020 auf den Markt kommen. Auch einen eigenen Gaming-Ableger soll es geben.

Nvidia und AMD dominieren

Der GPU-Markt wird derzeit von zwei Herstellern grundlegend dominiert. Nvidia ist Marktführer, AMD derzeit eher ein Underdog. Die Produkte beider Hersteller sind durch den Mining-Boom derzeit gefragt wie nie. Alle anderen Hersteller wie ATI oder Matrox sind entweder vom Markt verschwunden oder wurden von anderen Firmen aufgekauft. Auch Intel ist in gewisser Weise ein Grafikprozessorhersteller. Einzig eine dedizierte Grafikkarte gab es vom Prozessorhersteller nie. Die integrierten Grafikeinheiten sind ebenfalls keine wirkliche Konkurrenz. So setzen auch die Konsolenhersteller Microsoft mit der Xbox und Sony mit der PlayStation seit Jahren auf AMD als APU-Hersteller. Intel hat vor kurzem sogar eine Zusammenarbeit mit AMD für eine APU mit Intel-Prozessor und AMD-Grafikeinheit angekündigt. Der Prozessor, genannt Core i7-8809G, kommt bald auf den Markt. Intel will in Zukunft scheinbar aber auch selbst wieder in den Markt für Grafikprozessoren einsteigen

Intel steigt in den Grafikkartenmarkt ein


Aus der Zusammenarbeit mit AMD hat der größte Konkurrent scheinbar auch gleich das entsprechende Know-How abgeworben. Im November 2017 gaben beide Chiphersteller bekannt, dass der Grafikchef Raja Koduri von AMD wechseln werde. Der Inder, der zuvor unter anderem für Apple gearbeitet hat, war eines der wesentlichen Zugpferde in AMDs Grafikentwicklung. Mit diesem Schritt war auch klar, dass Intel in Zukunft wieder dedizierte Grafikchips bauen will. Logisch wären vor allem Grafikchips für Industrie-Anwendungen und das Profi-Segment sowie bessere interne Grafikeinheiten für die eigenen Prozessoren gewesen. Entsprechend überraschte es nicht, dass unter dem Codenamen Arctic Sound Grafikchips für Videostreaming auf Datacenterbasis geplant waren. Seit dem Wechsel von Raja Koduri zu Intel ist das Projekt jedoch aufgesplittet, wie Ashraf Eassa auf Twitter berichtet. Demnach soll es auch Gaming-Grafikkarten geben.

Arctic Sound auch als Gaming-Grafikkarte, 2020 am Markt

Das Projekt wirkt so eher wie eine Art Rundumschlag gegen die Konkurrenz. Intel tritt mit den Streaming-Grafikkarten und den Gaming-Grafikkarten in direkte Konkurrenz mit AMD und Nvidia. Das soll vor allem eine eher ungewöhnliche Architektur ermöglichen. Derweil die GPUs der Konkurrenz derzeit aus einem einzelnen Die bestehen, sollen die Intel-GPUs aus mehreren Dies bestehen. Das wäre eine ähnliche Struktur wie beim Core i7-8809G oder auch bei den Ryzen-Prozessoren vom Konkurrenten AMD, welche ebenfalls aus mehreren Dies bestehen. Intel könnte die entwickelten Grafiklösungen so auch für Anwendungen innerhalb von APUs verwenden.

Das ganze Projekt soll jedoch noch etwas dauern. Laut Intel-Roadmap sind die Arctic Sound-GPUs nicht vor 2020 geplant, möglicherweise auch später. Ob an den Gerüchten etwas dran ist, werden wir wohl erst in zwei Jahren erfahren. Intel will damit den Markt „with a bang“, also mit einem Knalleffekt, umrühren.


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