Mining: Startup entwickelt Ölkühlung für 72kW Miner-Abwärme

(Bild: via Reddit/Alex Aksenov)

Ein Startup entwickelt derzeit ein neues Kühlsystem für Mininghardware. Dabei soll die Hardware mit Öl deutlich besser und vor allem leiser gekühlt werden. Miner sollen die Ölkühlung für ASICs wie Bitmains Antminer S9 und Grafikkarten einsetzen können.

Werden Ölkühlungen wieder modern?

Ölkühlungen sind im PC-Bereich manchmal ein witziges Gimmick, vor allem aber äußerst kompliziert. Daher setzen die meisten Modder eher auf Wasserkühlungen als auf Ölkühlungen. Früher war das einmal modern, mittlerweile gibt es aber fast keine Hardware mehr für sowas. Bei einer Ölkühlung wird die Hardware direkt in ein kühlendes Öl eingelegt. Da das Öl nicht elektrisch leitet, gibt es keine Probleme mit der Hardware. Die Komponenten geben die Wärme dann ans Öl ab, welches durch Radiatoren läuft und so wieder abgekühlt wird. Das ist ein recht aufwändiger Prozess und die Hardware kann praktisch nie wieder außerhalb des Öls verwendet werden. Das ist bei PCs grundsätzlich schon ein Problem, wenn man aufrüsten möchte. Wo es hingegen kein Problem darstellen könnte, ist bei Miningfarmen.

ASICs in Öl sollen kühler und leiser laufen


Miningfarmen haben derzeit einige Probleme, was die Kühlung ihrer Komponenten betrifft. Die ASICs von Bitmain laufen mit Hochleistungslüftern auf bis zu 6.000 Umdrehungen pro Minute und sind daher alles andere als leise. Diese Lüfter und eingebaute Kühlkörper müssen allerdings eine sehr hohe Wärmeverlustleistung vertragen. Ein Antminer S9 verbraucht mindestens 1.300 Watt, entsprechend hoch ist auch die Abwärme. Die Folge ist, dass die Betreiber von größeren Mining-Farmen auch ihre Rechenzentren entsprechend gut kühlen müssen, was ein großes Problem und einen hohen Energieverlust bedeutet.

Der Reddit-User Alexander Aksenov aka Limping-Zebra hat dazu einen Post veröffentlicht, indem er zeigt, wie er seine Antminer kühlt. Er hat die Geräte dafür vollständig zerlegt und die einzelnen Hashboards aus 18 Antminern der Serien S9, L3+, T9 und D3, also insgesamt 54 Boards, in eine Ölwanne gelegt. Über eine Pumpe wird das Öl dann in einen Wärmetauscher geleitet, welcher permanent mit kaltem Wasser heruntergekühlt wird. Die Bastler kommen damit auf gerechnete 72 Kilowatt an Wärme, die sie abführen könnten. Die ASICs kommen derzeit auf 50kW. Wie effizient die Sache ist, geben sie nicht an.

Der Ölkühler mit ausgebauten ASIC-Boards. (Bild: via Reddit/lexander Aksenov)

Experimente auch mit Grafikkarten

Auch mit Grafikkarten experimentieren Alexander Askenov und ein Partner bereits. Hier bleiben die GPUs jedoch im Ursprungszustand und wälzen das Öl mit den Lüftern durch die Kühlblöcke. Laut Askenov eignet sich Gigabytes Aorus-Modell am besten.

Die Kühler sollen bald auch komerziell auf dem Markt erhältlich sein. Durch eine bessere Wärmetauschung könnten Miningbetreiber Hardwareverluste, die bei Bitmains Antminern quasi an der Tagesordnung sind, deutlich minimieren.

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