Nvidia verbietet Deep Learning auf GeForce-GPUs

Nvidia GeForce GTX
(Bild: wccftech)

Die günstigen GeForce-Gaming-GPUs von Nvidia werden neben Grafikanwendungen auch immer wieder zu Compute-Anwendungen wie Deep Learning verwendet. Das untersagt Nvidia jetzt in einer neuen Endnutzer-Lizenzvereinbarung (EULA). Für manche Anwender ist das durchaus ein Problem.

Keine Datacenter-Verwendung für Nvidias GeForce-GPUs mehr

Nvidia baut derzeit die mitunter besten Grafikkarten, die auf dem Markt erhältlich sind. Die Titan V mit neuer Volta-Architektur beweist dies sehr deutlich. In der heutigen Zeit verwenden aber vor allem Rechenzentren Grafikprozessoren wie Tesla, Quadro oder Firepro bzw. Radeon Instinct für Compute-Anwendungen. Dies umfasst in letzter Zeit vor allem Deep Learning-Anwendungen. Für viele Anwender, denen die Quadro-Grafikkarten zu teuer sind, waren lange Zeit die günstigeren GeForce oder Titan-Grafikkarten eine gute Option. Diese können mit den GeForce-Treibern ebenfalls für Deep Learning und andere Prozesse eingesetzt werden. Dem macht Nvidia nun ein Ende, indem das Unternehmen in der Endnutzer-Lizenzvereinbarung (EULA) der GeForce-Treiber dezidiert Verwendung in Datenzentren untersagt (Punkt 2.1.3, letzter Absatz). Eine interessante Ausnahme gibt es jedoch: “blockchain processing”, sprich Mining von Kryptowährungen, darf auch weiterhin in Datenzentren betrieben werden.

Computing soll Quadro- und Tesla-Karten vorbehalten sein

Eine Begründung dafür gibt es derzeit nicht. Es liegt jedoch auf der Hand, dass Nvidia damit die Verwendung von Consumer-Karten im großen Stil in Rechenzentren unterbinden will. Diese günstigeren Karten sägen nämlich am Absatz der deutlich teureren Tesla- und Quadro-Karten aus dem eigenen Haus. Diese sind mit eigenen Treibern und teils spezieller Hardware zwar besser ausgestattet als die Gaming-Pendants, aber auch um ein vielfaches teurer. Besonders kleine Unternehmen oder Universitäten haben daher oft insbesondere Titan-GPUs in ihren Servern verwendet. Die Titan V beispielsweise hat sogar eigene Hardware nur für AI und Deep Learning integriert. In älteren Generationen waren die GeForce-GPUs teilweise sogar baugleich mit Quadro-Grafikkarten und unterschieden sich nur im Treiber. Es bleibt abzuwarten, ob Nvidia tatsächlich auf dem Verbot beharrt oder noch weitere Ausnahmen hinzufügt.

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