Titan V schlägt in Benchmarks alles bisher dagewesene

In Gold und gewohntem Design: Das ist die Nvidia Titan V. (Bild: Screenshot/Nvidia)

Nvidia hielt sich bis zuletzt bedeckt zur neuen Volta-Generation von Grafikkarten. Jetzt ist die Titan V als Nachfolger der Titan Xp draußen. Erste Gamingbenchmarks zeigen, dass die GPU der neue König der Grafikkarten ist.

Nvidia Volta ist das neue Highend

Es wurde viel gemunkelt, jetzt gibt es endlich etwas handfestes – und das direkt in Form eines Launchs. Nvidia arbeitet schon länger an der Volta-Architektur, welche die 2016 eingeführte Pascal-Architektur ablöst. Zuletzt hat der Grafikhersteller nur eine Compute-Einheit vorgestellt, die Tesla V100. Jetzt hat Nvidia den ersten Highend-Ableger für den normalen Consumer-Markt vorgestellt. Die Nvidia Titan V basiert auf dem selben Chip wie die Tesla V100, dem GV100.

Mit 5.120 CUDA-Kernen und 320 Textureinheiten schlägt sie ganz neue Dimensionen an Highend an. Zum Vergleich: eine Titan Xp hat „nur“ 3.840 Kerne und 240 Textureinheiten. Durch die hohe Anzahl an Kernen wird auch ein neues Level an Performance erreicht. Mit 110 TFLOPs liegt die Performance gigantisch höher als bei der Titan Xp mit nur 12 TFLOPs oder einer Vega Frontier Edition mit 13 TFLOPs. Dies soll durch 640 „Tensor“ genannte Kerne möglich sein, die für AI-Anwendungen gedacht sind. 12 GB HBM2 verbaut Nvidia für das schnellste Pferd im Stall. Diese sind mit einem 3072-bit Speicherbus angebunden und erlauben eine Übertragungsrate von652,8 GB/s.

Titan V auch im Gaming markant schneller


Die Volta-Architektur setzt sich damit ganz nach oben im Ranking der Grafikkarten. Die AI-Anwendungsmöglichkeiten und die schiere Rechenpower sind allerdings eher was für Profis. Potenziell ist eine Titan V also nicht mehr unbedingt für einen Gamer gedacht. Nvidia zielt hier größtenteils auf sogenannte Prosumer – Professionelle Consumer, Contentersteller und Privatpersonen. Nach dem Launch konnten natürlich viele nicht die Finger davon lassen, die Grafikkarte normalen Gaming-Benchmarks zu unterziehen.

Im Nvidia Sub-Reddit hat ein User detaillierte Ergebnisse zu Firestrike, Unigine Superposition, Ashes of the Singularity (DX11 und DX12), Rise of the Tomb Raider und Gears of War getestet. Die Karte wurde dazu auch leicht übertaktet und jeweils beide Ergebnisse dokumentiert. Mit einem Plus an 150 MHz für die GPU selbst, 110 MHz für den Speicher und einem 107%igen Powerlimit ist die Titan V noch einmal einen Ticken schneller.

Im Firestrike erreicht die Grafikkarte einen Graphics-Score von 32.774 Punkten in Stock und 36.000 Punkten im übertakteten Zustand. Das ist ein sattes Plus von 17,6 Prozent im Vergleich zu einer Titan Xp auf Stock-Clocks. Übertaktet sind sogar 28,6% mehr Leistung drin. Im Unigine Superposition-Benchmark (1080p Extreme Preset) fällt der Unterschied sogar noch stärker aus. Mit 9.431 Punkten stock und 9961 Punkten übertaktet schlägt die Titan V sogar den aktuell höchsten Score einer EVGA GTX 1080 ti Kingpin, welche auf 2.581 MHz stark übertaktet war und nur 8642 Punkte erreicht.

Volta als GeForce

Wirklich interessant für den Massenmarkt werden allerdings erst die GeForce-Varianten von Volta. Dass der GV100-Chip Einzug in die Reihe hält, ist eher unwahrscheinlich. Die Varianten GV102 und GV104 werden wohl eher in den GTX-Grafikkarten ihren Platz finden und müssen ohne Tensor-Cores oder andere Optimierungen der Titan V auskommen. Denn diese ist nach wie vor nicht unbedingt als Gaming-Karte konzipiert. Auch der Preis von 3.100 Euro ist mehr als hoch angesetzt. Dennoch zeigt die erste Volta-Karte für den Consumer-Markt ganz deutlich, was wir uns 2018 von Nvidia erwarten können. Wann die ersten Volta-Karten der GeForce-Reihe auf den Markt kommen werden, ist derzeit noch unbekannt. Viele rechnen allerdings noch mit der ersten Jahreshälfte 2018.


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