Unsere Inno3D GTX 1070 ti iChill ist schneller als eine 1080…

Dass die GTX 1070 ti knapp bei der GTX 1080 liegt, ist bekannt. Die Inno3D GeForce GTX 1070 ti iChill x3 übertrifft unsere Erwartungen dann aber doch stark.

1080 oder nicht doch eine 1070 ti?

Es war eine ziemliche Gratwanderung für Nvidia. Einerseits musste eine Antwort auf AMDs RX Vega 56 her, die deutlich im Bereich der GTX 1070 und 1080 wilderte. Andererseits passte einfach nicht wirklich ein Modell zwischen die 1070 und die 1080. Das Ergebnis ist erstaunlich: Nvidia erschuf die 1070 ti mit einer deutlichen Nähe zur 1080 und senkt dafür die Preise der gewöhnlichen 1070. Um doch noch einen gewissen Respektsabstand zur GTX 1080 zu lassen, hat Nvidia das Übertakten etwas erschwert. Jeder, der etwas auf sich hält, übertaktet aber so oder so händisch. Und genau damit bringt man die 1070 ti von Inno3D problemlos auf 1080er-Niveau.

Übersicht


Eigentlich ist die GTX 1070 ti eine Mischung aus 1070 und 1080. Bei der Shaderanzahl von 2432 mit 152 TMUs und 64 ROPs ist die GTX 1070 ti deutlich näher an der GTX 1080 dran. Auch das Powerinterface ist mit 180 Watt ident mit der GTX 1080. Der Speicher ist wohl der größte Unterschied. Statt GDDR5X werden nur normale 8 GB GDDR5 verbaut. Auch das Speicherinterface ist mit 256 GB/s das der 1070. Der Standardtakt liegt bei 1.607 MHz, der Boost bei 1.683 MHz.

 GTX 1070GTX 1070 tiGTX 1080
ChipGP104-200-A1GP104-350-A1GP104-400-A1
Shader-Einheiten1.9202.4322.560
TMUs120152160
ROPs646464
Basistakt1.506 Mhz1.607 MHz1.607 MHz
Boosttakt1.683 MHz1.683 MHz1.733 MHz
SP-GFLOPs6.4637.8008.873
Speichermengen8 GB GDDR58 GB GDDR58 GB GDDR5X
Speicherinterface256 Bit256 Bit256 Bit
Speicherbandbreite256 GB/s256 GB/s320 GB/s
Leistungsaufnahme150 Watt180 Watt180 Watt
Preisab ca. 400€ab 469€ab ca. 500€

Eine erste Besonderheit zeigt sich gleich beim Auspacken. Inno3D bringt am Karton einen gelben Hinweis an, dass das Mining mit diesen Karten die Garantie verfallen lässt. Neben der 1070 ti und den üblichen Garantiehinweisen finden wir noch ein Mauspad und 3DMark und VRMark. Die Inno3D GTX 1070 ti iChill x3 selbst glänzt vor allem durch einen potenten Kühler. Mit zweieinhalb Slots Größe nimmt sich Inno3D die Freiheit, eine ordentliche Kühllösung zu verbauen. Drei schwarze Axiallüfter sorgen für Frischluft in den Kühlfinnen. Diese fordern allerdings auch ihren Tribut – die Karte ist 301mm lang und passt damit nicht mehr in einige Kompaktgehäuse. Auf der Rückseite ist eine schwarze Backplate verbaut, die das PCB schützen. Die Karte generell ist in schwarz mit Silberakzenten gehalten. An prominenter Stelle an der Seite ist der iChill-Schriftzug zu sehen. Entgegen dem Trend verzichtet Inno3D auf konfigurierbare RGB-Funktionen. Das Logo und zwei Leisten im Lüfterbereich wechseln jedoch die Farbe, wenn die Kartentemperatur steigt.

Technisch hält sich Inno3D sehr stark an die Vorgaben von Nvidia gehalten. Im Vergleich zu anderen Herstellern gibt es keine vorgefertigten Profile oder ähnliches zum Übertakten. Der Takt ist standardmäßig auf 1.607 MHz, der Boosttakt auf 1.683 MHz. Mit einem 8Pin-Powerport und 180 Watt TDP liegt ebenfalls alles im Normalbereich.

Fotos

  • Inno3D GeForce GTX 1070 ti iChill x3
    Der große Karton der Inno3D GTX 1070 ti iChill lässt auf eine potente Karte hoffen. (Bild: PCBC)

Temperatur und Lautstärke

Besonders beeindruckt hat uns die Temperatur und die Lautstärke der 1070 ti von Inno3D. Durch den wuchtigen Kühler und die drei Lüfter schneidet die iChill-Karte in unserem Test sehr gut ab. Inno3D regelt die Lüfter automatisch nach Auslastung. Ohne Veränderungen erreichen wir selbst bei Vollast in Furmark nicht mehr als 64 Grad Celsius. Bei 100% Lüftergeschwindigkeit sinkt diese Temperatur noch einmal deutlich auf 54 Grad Celsius. Auch die Lautstärke überzeugt. Bei normaler Spielelast ist die 1070 ti nicht von unseren Gehäuselüftern zu unterscheiden. Im Furmark hebt sie sich allerdings deutlich ab, jedoch ohne störende Nebengeräusche oder besondere Lautstärke. Auch bei übertakteter Grafikkarte steigen die Temperaturen nur um fünf bis sieben Grad Celsius an.

Übertakten – unsere 1070 ti wird zur 1080!

Durch den äußerst guten Kühler gibt es natürlich auch viel Spielraum zum Übertakten. Die Karte schreit zudem geradezu danach, in die Höhe getrieben zu werden. Und dafür ist sie auch mehr als ausgelegt. Der Hintergedanke ist dabei natürlich jedes mal der gleiche – erreichen wir das Niveau der GTX 1080? Mehrere Tage haben wir in die Thematik investiert. Als Übertaktungstool dient uns MSIs Afterburner, bei weitem eines der überlegensten Tools. Die 1070 ti findet in unserem Testsystem mit Intel Core i7-7700K, einem Asus Maximus IX Hero und 32 GB Crucial Ballistix Elite-RAM einen perfekten Platz.

Mit kleinen Schritten steigern wir den Takt des Grafikchips und des Speichers. Nach einigen Zwischentests steht bereits fest – wir werden die 1080 locker knacken können. Das obere Ende der Fahnenstange ist für uns bei 2.140 MHz GPU-Takt und 4.513 MHz Speichertakt erreicht. Wir knacken damit die 7745 Punktemarke beim Grafikscore in Time Spy. Damit liegen wir deutlich auf dem Niveau der GTX 1080. Eine vergleichbare GTX 1080 iChill x3 von Inno3D, die von Haus aus bereits auf über 2 GHz übertaktet ist, erreicht 7.885 Punkte. Einziges Problem ist die Stabilität. Einen Fire Strike-Test konnten wir in dieser Höhe nicht ausführen. Mit einem etwas stabileren Takt erreicht Fire Strike einen Grafikscore von 22.403 Punkten. Auf Standardwerten ohne Modifikationen erreicht unsere Grafikkarte 6.804 Punkte in Time Spy und 20.354 Punkte in Fire Strike. Das bedeutet eine Steigerung von 13,8 Prozent in Time Spy und 10,1% bei Fire Strike.

Fazit – lohnt sich eine 1070 ti?

Inno3D zeigt mit der GeForce GTX 1070 ti iChill x3 ganz deutlich, dass die 1070 ti problemlos auf dem Niveau der 1080 laufen kann. Auch die Kühlung spielt mit und bleibt dezent im Hintergrund, trotz Top-Ergebnissen. Mit schlichtem Design in schwarz, einer Backplate und hohem Übertaktungspotenzial hat Inno3D unserer Meinung nach alles richtig gemacht. Doch schießt sich Nvidia mit der GTX 1070 ti nicht ins eigene Bein? Ich denke, dass auch die GTX 1080 weiterhin ihre Abnehmer finden wird. Der GDDR5X-Speicher, eine höhere Speicherbandbreite und das auch hier vorhandene Übertaktungspotenzial sind gute Argumente. Der Preis unserer Inno3D GeForce GTX 1070 ti iChill x3 liegt derzeit bei ca. 510€. Für dieses Geld bekommt man bereits eine günstige 1080. Da die 1070 ti allerdings gerade erst gestartet ist, werden die Preise auch noch sinken. Jedenfalls ist es definitiv eine Überlegung wert, eine 1070 ti einer 1080 vorzuziehen – sofern der Preis sich einpendelt.


Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*