GTX 1070 ti: Clocks gedeckelt, volle Spezifikationen geleakt

GTX 1070 ti
Wird die GTX 1070 durch die GTX 1070 ti eher zur Nische? (Bild: Nvidia)

Es ist praktisch schon fix, dass Nvidia bald ein neues Pascal-Modell, die GTX 1070 ti, herausbringt. Jetzt sind erstmals die vollen Spezifikationen geleakt. Interessantes Detail: die Taktraten sind gedeckelt.

Eine Lücke, die vorher nicht da war

Was als Gerücht und eher abstruse Meldung begann, ist mittlerweile auch von mehreren Drittherstellern inoffiziell bestätigt worden. Die GTX 1070 ti kommt bald auf den Markt. Dass sie sich leistungstechnisch zwischen der GTX 1070 und der stärkeren GTX 1080 einordnen wird, ist alleine schon durch die Namensgebung logisch. Dabei taucht natürlich die Frage auf: ist zwischen den Karten tatsächlich eine so große Lücke, dass man ein weiteres Modell dazwischenquetschen kann? Nvidia ist scheinbar der Meinung, dass das notwendig ist. Nicht zuletzt zielt die Karte deshalb auch auf potenzielle Käufer der kürzlich erschienenen RX Vega 56, die eben genau in dieser vermeintlichen Lücke liegt – auch preislich. Die chinesische Seite Expreview hat nun erstmals die vollen Spezifikationen der GTX 1070 ti geleakt.

GTX 1070 ti so schnell wie GTX 1080 – oder auch nicht


Diese Spezifikationen bringen viele neue Details ans Licht, die durchaus aufschlussreich sind. Als Grafikchip kommt der GP104-Chip, den auch die GTX 1070 und 1080 verwenden, zum Einsatz. Allerdings sprechen wir hier von einer neuen Variante des Chips, dem GP104-300. Dieser liegt – passenderweise – zwischen dem GP104-200 der 1070 und dem GP104-400 der GTX 1080. Der Unterschied liegt im Detail. Während auf dem GP104-200 nur 1920 CUDA-Kerne aktiv sind, spendiert Nvidia dem GP104-300 ganze 2432 CUDA-Kerne. Das reicht bereits an die GTX 1080 mit 2560 CUDA-Kernen heran.

Auch der Basistakt mit 1607 MHz zieht gleich mit der GTX 1080, während der Boost-takt mit 1683 MHz wiederum mit der GTX 1070 gleichauf liegt. Bei reiner Rechenleistung ergeben sich 8,1 TFLOPs für die GTX 1070 ti – deutlich über den 6,5 TFLOPs der 1070 und knapp an den 9 TFLOPs der 1080 vorbei. Beim Speicher ist die 1070 ti wieder eher eine 1070 – 8GB GDDR5 mit 256 GB/s Anbindung sind doch weniger als die 352 GB/s-Anbindung des GDDR5X-Speichers der GTX 1080. Dafür wird die TDP des größeren Modells mit 180 Watt übernommen.

Die Taktraten sind gedeckelt

Die ganzen technischen Daten wirken demnach irgendwie aus einem Verschnitt von GTX 1070 und 1080. Viele fragen sich demnach auch berechtigt: vergrault Nvidia damit nicht potenzielle Käufer der GTX 1080? Gute Custom-Modelle würden mit Overclocking und Optimierungen ja locker auf das Niveau einer 1080 kommen. Diesem Problem muss sich auch Nvidia stellen –  der Lösungsansatz dürfte aber wenigen gefallen. Die Taktraten der GTX 1070 ti sollen nämlich eine Obergrenze erhalten. Das bestätigen gleich zwei Quellen, Experview und Eteknix. Nvidia macht damit die Optimierungsmöglichkeiten vieler Nutzer zunichte. Ob das ganze nur eine BIOS-Beschränkung ist, die leicht umgangen werden kann oder ob es sich dabei um etwas härteres handelt, kann praktisch niemand abschätzen.

GTX 1070 ti nur als Custom-Modell, Launch Ende Oktober

Ob es sich dabei vielleicht auch nur um eine Richtlinie handelt, wird sich bald zeigen. Laut diversen Quellen soll die GTX 1070 ti vor allem zur Kostenersparnis nicht als Referenzmodell, sondern lediglich von den Boardpartnern angeboten werden. Was die mit den Clocks machen, wird sich zeigen – vielleicht werden wir ja angenehm überrascht. Eine gute Option könnte die GTX 1070 ti dennoch darstellen. Die Preise sollen vor allem mit der RX Vega 56 konkurrieren und bei ca. 399-429 US-Dollar liegen. Start ist voraussichtlich der 26. Oktober.

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