Cascade Lake-AP: 96 Intel-Kerne sollen bis zu 3,4 Mal schneller als 64 AMD-Kerne sein

Intel Xeon Cascade Lake-AP
(Bild: Intel)

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Intel hat neue Zahlen zu Cascade Lake-AP veröffentlicht. Zwei 48-Kerner seien um den Faktor 1,5 bis 3,4 schneller als zwei AMD Epyc 7601 mit je 32 Kernen.

AMD ist auch bei Servern wieder konkurrenzfähig

Das letzte Jahrzehnt ist für Intel im Prozessormarkt nicht immer so einfach gewesen, wie es im Servermarkt war. In diesem Bereich dominiert der weltgrößte Prozessorhersteller schon sehr lange. Seit Jahren hält Intel über 90 Prozent der Marktanteile in diesem Gebiet. Die Konkurrenz hingegen konnte sich in diesem Gebiet nicht wirklich etablieren. Der Hauptgegner AMD hielt nur einige wenige Prozent im Serverbereich. Intel hatte so jahrelang quasi ein Monopol inne, das sich auch in vielen Supercomputern, vor allem aber im Cloud Computing-Markt wiederspiegelt.

Mit der Vorstellung der Zen-Architektur und Epyc im März 2017 begann sich das Blatt allerdings zu wenden. Die neue AMD-Architektur wurde wieder konkurrenzfähig. Vor allem der Multi Chip Module-Ansatz (MCM) brachte dem kalifornischen Unternehmen gleich mehrere Vorteile. Während Intel auch Skylake-SP noch monolithisch mit einem Prozessor-Die sehr teuer produzierte, musste AMD nur jeweils vier Dies mit bis zu acht Kernen produzieren und zusammenschalten, um 32 Prozessoren zu erhalten. Der Ausschuss ist dadurch deutlich geringer, außerdem können schlechtere Dies teildeaktiviert oder mit niedrigerem Takt auch in anderen Produkten verwendet werden. Die Epyc-CPUs können dadurch deutlich günstiger produziert werden, was sich auch im Endpreis niederschlägt. Mit acht Speicherkanälen hatte AMD auch hier einen Vorteil gegenüber der Konkurrenz. Durch die Verschaltung ergaben sich aber auch höhere Latenzzeiten, welche Intel-Prozessoren nicht aufwiesen.

Während Intel die Epyc-Prozessoren anfangs noch als „zusammengeklebte Desktop-Prozessoren“ verspottete, ist AMD dadurch ein entscheidender Schritt gelungen. Denn auch die Kundschaft ließ nicht lange auf sich warten. So setzen auch Microsoft, Oracle und seit neustem auch Amazon Web Services auf Epyc-Prozessoren in deren Cloud-Rechenzentren. Das Monopol von Intel ist damit natürlich noch lange nicht völlig beendet, die Konkurrenz belebt aber auf jeden Fall den Markt. Und mittlerweile hat auch Intel mit Cascade Lake-AP einen Multi-Die-Prozessor mit bis zu 48 Kernen aufgelegt.

Cascade Lake-AP: Intel veröffentlicht erste Benchmarks


Die Anforderungen im Server-Bereich steigen laufend. Daher ist wohl auch bei 28 bzw. 32 Kernen noch lange nicht das Ende der Fahnenstange erreicht. Letzte Woche hat Intel mit der Cascade Lake-AP-Familie einen ersten Schritt in Richtung noch mehr Kerne gemacht. Die neuen Prozessoren bieten auf einem noch größeren Package zwei Dies mit je 24 Kernen. Der entstehende Prozessor kann so mit insgesamt 48 Kernen aufwarten. Die Dies basieren auf Skylake-SP und werden weiterhin mit 14nm gefertigt. Jeder Die spricht sechs eigene Speicherkanäle an, weshalb Cascade Lake-AP insgesamt über 12 Speicherkanäle verfügt. Die beiden Dies kommunizieren über Intels UPI-Schnittstelle und verhalten sich demnach wie zwei Prozessoren, die auf einem Mainboard zusammengeschaltet sind. Vorerst bleibt es bei einem Prozessor mit 48 Kernen, wahrscheinlich baut Intel das Portfolio aber nach oben hin noch mit einem 56-Kerner aus, um das volle Potenzial zu nutzen.

Um die Leistung zu demonstrieren, hat das Unternehmen auf der Supercomputing 2018-Konferenz neue Benchmarks veröffentlicht. Es handelt sich dabei um hochgerechnete Benchmarks aus Vorserientests. Intel vergleicht dabei ein System mit zwei Cascade Lake-AP-Prozessoren mit insgesamt 96 Kernen mit einem Dual Sockel-System von AMD, welches mit zwei Epyc 7601 und damit insgesamt 64 Kernen bestückt ist. Die veröffentlichten Benchmarks reichen dabei um eine Mehrleistung vom Faktor 1,5 bis zum Faktor 3,4. Beim schlechtesten Ergebnis in MILC, einer Anwendung für Quantenchromodynamik, liegt die neue Intel-Architektur 50 Prozent voran. Das ist genau der Vorsprung an Kernen, den das Cascade Lake-AP-System aufweist. Etwas mehr leistet das System in WRF, einer Berechnung für Wetterprognosen und OpenFOAM, der Berechnung von numerischer Strömungsmechanik. Hier erreicht das Intel-System 60 Prozent mehr Leistung. In NAMD erreicht Intel 110 Prozent mehr Leistung, in YASK sogar 210 Prozent mehr. In Linpack soll die Performance sogar um 240 Prozent (Faktor 3,4) höher sein.

Cascade Lake-AP Benchmark
(Bild: Intel)

Vergleich mit Zen 2 steht noch aus

Obwohl die Zahlen durchaus beeindruckend sind, wird der Hauptgegner von Cascade Lake-AP nicht die „alte“-Epyc-Generation sein. AMD hat einen Tag nach der Veröffentlichung von Cascade Lake-AP die zweite Epyc-Generation namens Rome vorgestellt. Rome kommt bereits mit der neuen Zen 2-Architektur. Mit ihr setzt AMD erstmals auf die 7nm-Fertigung im Prozessorbereich. Dabei kommen in Epyc 2 acht Dies mit jeweils acht Prozessorkernen und einem großen Management-Chip in der Mitte zum Einsatz. Ein Rome-Prozessor kann somit bis zu 64 Kerne auf einem Package unterbringen. Wie sich Cascade Lake-AP gegen die neue Generation schlägt, bleibt noch abzuwarten. Wahrscheinlich ist jedoch, dass durch Verbesserungen wie dem zentralen Speicher- und I/O-Management, mehr Kernen, mehr Takt und besserer Effizienz AMD 2019 die Leistungskrone übernimmt.


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