Was wir über RTX 2080 (Ti) wissen und geleakte Custom-Designs in der Übersicht

Nvidia Siggraph 2018
(Bild: Nvidia)

Zwei Tage noch, dann launcht Nvidia die neue Turing-Generation mit der RTX 2080 (Ti). Wir fassen die geleakten Informationen und Custom-Designs zusammen.

RTX 2080 (Ti): das Warten hat ein Ende

Die letzte Woche verging eigentlich kaum ohne einen Leak oder eine neue Information über Nvidias neue Grafikkartengeneration namens Turing. Dabei machte das Unternehmen am Montag auf der Siggraph selbst den ersten Schritt und stellte die neuen Quadro RTX-Karten vor. Die Karten sind die ersten GPUs mit der neuen Turing-Architektur und geben nicht nur einen guten Ausblick, was uns erwartet, sondern zeigen auch, wie leistungsfähig die Architektur ist. Die Gamer unter uns können jedoch mit einer Profi-Grafikkarte eher weniger anfangen. Am Montag den 20. August ist es auch für diese Abnehmerschaft soweit: Nvidia enthüllt die neuen Gaming-Grafikkarten, allen voran die RTX 2080. Dabei ist das Unternehmen reichlich spät. Seit Monaten sollen die Grafikkarten bereits fertig sein. Wir haben alles an Informationen, was es über die neuen Nvidia-Grafikkarten aktuell zu finden gibt, in diesem Artikel zusammengetragen.

Namen-Wirrwarr: Turing, RTX, GTX, WTF?!

Beginnen wir mit der Benennung der neuen Generation. Seit Monaten ranken sich viele Gerüchte darum, in den letzten Wochen gab es noch etliche Wendungen in der Namensgabe. So viel ist auf jeden Fall sicher: die Grafikkartengeneration trägt den Codenamen Turing. Zuerst waren auch Ampere und Volta im Gespräch. Volta ist jedoch aktuell nur im Profi-Bereich mit der Titan V und der Tesla GV100 verfügbar und wird es auch bleiben. Der Name Ampere tauchte vor zwei Wochen noch einmal auf, es handelt sich dabei jedoch wohl eher um den Nachfolger von Volta. Der Codename Turing ist deshalb fix, weil bereits das Bild eines bestückten Boards der RTX 2080 geleakt ist. Darauf ist ein Chip mit dem Namen TU104 zu sehen. Nvidia wechselt auch hier das bekannte Schema, um nicht mit der eigenen Tesla-Generation zu kollidieren. Ein anderer Name macht auch schlicht keinen Sinn.

Ein weiteres, heiß diskutiertes Detail ist das Präfix der Grafikkarten und die Namen selbst. Vor einiger Zeit wurden Gerüchte laut, dass Nvidia die Nomenklatur völlig umkrempelt, wodurch auch Namen wie 2075 zustandegekommen wären. In der Tat geht das Unternehmen neue Wege, was die Namen betrifft. Es geht dabei jedoch eher um das Präfix. Dieses war seit Jahren „GeForce GTX“ für die Gaming-Grafikkarten. Das ändert sich nun zumindest für den Highend-Bereich. Alle Leaks und auch viele geleakte Verpackungen (siehe unten) deuten darauf hin, dass Nvidia den Highend-Grafikkarten 2070, 2080 und 2080 Ti das Präfix „RTX“ verpasst. Damit soll die Raytracing-Fähigkeit beworben werden. Die Grafikkarten enthalten demnach auch Tensor- und vielleicht sogar RT-Cores für die Raytracing-Berechnung. Die 2050 und 2060 enthalten hingegen weiterhin das GTX-Präfix, weshalb viele vermuten, dass hier keine Tensor- und RT-Cores eingebaut sind. Raytracing verschafft uns auch die 20er-Serie statt einer 11er-Serie. Nvidia könnte damit klar machen, dass es sich um einen technologisch deutlich größeren Fortschritt handelt.

Was ist Raytracing?

Der Grafikhersteller stellt mit der neuen Generation auch eine neue Technologie in den Vordergrund: Raytracing. Dabei handelt es sich um eine von Nvidia federführend entwickelten Technologie, um 3D-Bilder zu berechnen. Bisher wurde dafür das Rasterizing-Verfahren verwendet. Raytracing ist jedoch um einiges genauer. Dabei basiert die Technologie auf der Strahlenoptik. Das Verfahren folgt der natürlichen Ausbreitung des Lichts, um 3D-Objekte im Raum zu berechnen. Dabei nutzt Raytracing jedoch die andere Richtung. Ausgehend vom Betrachter-Standpunkt, im Fall von Computerspielen den Pixeln eines Bildschirms, schickt die Technik einen „Sehstrahl“ in die 3D-Szene und berechnet, auf welches Objekt der Strahl zuerst trifft. Dadurch sind tatsächlich fotorealistische Szenen möglich.

Einziger Nachteil der Technik war bisher, dass die benötigte Rechenleistung um Vergleich zum Rasterizing-Verfahren um ein vielfaches höher war. Dies ändert sich mit den neuen Tensor-Cores von Nvidia. Laut eigenen Aussagen soll die Turing-Generation ganze 25 Mal schneller beim Raytracing als die Pascal-Generation sein. Das wird auch für Gamer interessant. So unterstützt Microsoft mit der DirectX Raytracing (DXR)-Schnittstelle die Technik bereits. Auch die wichtigsten 3D-Engines, allen voran die Unreal Engine, frostbites und Unity, unterstützen Raytracing und DXR bereits.

Technische Daten – fast alles ist bereits geleakt

Für Raytracing braucht es aber auch einen gewissen technischen Unterbau. Diesen schafft Nvidia mit den RTX-Grafikkarten in dieser Generation. So gibt es nicht nur mehr CUDA-Kerne, sondern auch eigene Tensor-Kerne. Die Quadro RTX-Grafikkarten haben zusätzlich noch RT-Kerne, es ist jedoch fraglich, ob diese in den Gaming-GPUs eingebaut sind. Die anderen technischen Daten sind hingegen bereit fast komplett durchgesickert. Für die RTX 2080, welche am Montag bereits startet, gibt es daher schon den vollen Datensatz. Auch für die RTX 2080 Ti mit noch unbekanntem Startdatum gibt es bereits alle Daten. Diese stammen einerseits von der gut informierten Techseite Videocardz, andererseits aus Leaks der Boardpartner. So sind nicht nur zahlreiche Designs schon geleakt (siehe unten), sondern auch zwei Produktseiten zur RTX 2080 und RTX 2080 ti von PNY. Diese sind mittlerweile wieder offline, die PDFs dazu sind nach wie vor zu finden.

 RTX 2080 TiRTX 2080RTX 2070RTX 2060RTX 2050
GrafikchipTU102TU104???
CUDA-Kerne4.3522.944???
Tensor-Kerne?????
Basistakt1.350 MHz1.515 MHz???
Boosttakt1.545 MHz1.710 MHz???
Grafikspeicher11 GB GDDR68 GB GDDR67 GB GDDR65 GB GDDR64 GB GDDR6
Speichgeschwindigkeit14 Gbps14 Gbps14 Gbps12 Gbps8 Gbps
Speicherinterface352-Bit256-Bit???
Speicherbandbreite616 GB/s448 GB/s
TDP225-250 W180-210 W150-180 W120-150 W
SLINVLink 2-WayNVLink 2-Way???
Preis899 US-Dollar699 US-Dollar???

Dabei wird deutlich, dass die Gaming-Ableger der Turing-Generation dieses Jahr das erste Mal im Vergleich zu den Quadro-Karten etwas beschnitten sind. So gibt es jeweils weniger CUDA-Kerne und wohl auch weniger TMUs und ROPs. Wie es sich mit der Anzahl der Tensor-Kerne verhält, ist derzeit noch unbekannt, jedoch sind auch hier wohl weniger in den Gaming-Ablegern verbaut. Nvidia trennt damit erstmal die Profi- von den Consumer-Karten mit einem technischen Schnitt ab.

Custom-Modelle geleakt – alle Modelle mit Fotos in der Übersicht!

Dieses Jahr leakten im Vergleich zum letzten Launch besonders viele Details zur neuen Turing-Generation. Dazu zählen auch seit gestern einige Custom-Designs und Verpackungen der RTX 2080 und RTX 2080 Ti. Dabei handelt es sich jeweils bereits um wohl echte Fotos der ersten Custom-Designs. Wir erwarten, dass es auch für Turing zuerst eine Founders Edition von Nvidia gibt, die Custom-Designs jedoch wenig später ebenfalls auf den Markt kommen. Und wieder einmal hat Videocardz die meisten Informationen – vermutlich durch interne Quellen. Ob die Leaks von den Boardpartnern gewollt sind oder Videocardz schlicht über zu gute Kontakte verfügt, bleibt dabei erstmal fraglich; Leaken ist mittlerweile jedoch ein äußerst verbreitetes Werbemittel. So sind gestern von den unterschiedlichsten Herstellern Fotos der Custom-Designs im Netz gelandet. Alle Bilder stammen von Videocardz.

UPDATE: Hier sind alle bereits verfügbaren Custom-Modelle mit Fotos und Links zu finden!

Asus ROG Strix, Dual und Turbo

Asus hält auch bei der kommenden Nvidia-Generation an seinen bekannten Marken ROG Strix, Dual und Turbo fest. Dabei bekommen die Kühler ein leichtes Facelift im Vergleich zur 10er-Serie. Die Grundfarbe bleibt dabei jedoch schwarz. Die Dual-Serie hat Asus zuvor noch nicht im Highend-Bereich eingesetzt, was sich jetzt zu ändern scheint.

EVGA XC Ultra

EVGA hat sich für die neue Serie zwar kein grundlegend neues Design ausgedacht, jedoch an den Details gearbeitet. Die geleakte RTX 2080 XC Ultra kommt mit einer durchsichtigen Kühlerabdeckung und schwarzen Lüftern. Möglicherweise gibt es durch die Abdeckung auch spezielle RGB-Effekte.

(Bild: Videocardz)

MSI Gaming-X Trio und Duke

MSI machte gestern den Anfang mit der MSI RTX 2080 ti Gaming-X Trio. Die neuen Karten ähneln den alten Designs der GTX 10-Serie, sind jedoch deutlich erneuert und schärfer. Auch eine RGB-Beleuchtung hat in die Gaming-X Trio mit ihren drei Lüftern Einzug gehalten. Die vor kurzem erst für die GTX 10-Generation erschienene Serie Duke mit drei Lüftern gibt es auch bei den neuen GPUs. MSI hat die Serie jedoch mit einer schicken Backplate und einer RGB-Beleuchtung deutlich aufgewertet. Trotzdem handelt es sich bei der Duke wohl um das Einsteigermodell im Highend-Bereich.

Palit GamingPro und GamingPro OC

Palit startet die GeForce RTX-Serie mit neuem Design und neuem Namen. Die beiden Modelle tragen die Namen GamingPro und GamingPro OC. Die Grafikkarten sind sehr lang, jedoch nur mit je zwei Lüftern ausgestattet. Farblich wechseln sich Silber, Grau und Schwarz in Streifen und Ecken ab, während die Akzentfarben Rot und Gold die Grafikkarten voneinander abgrenzen. Auch das Lüfterdesign ist unterschiedlich.

PNY XLR8

PNY ist dieses Jahr gleich von Anfang an mit dabei. Der Hersteller hatte die eigenen Grafikkarten der Pascal-Generation erst vor kurzem auf den Markt gebracht. Dieses Jahr scheint das anders zu sein. So startet die XLR8-Serie scheinbar gleich von Beginn an. PNY hat für die RTX 2080 und 2080 ti scheinbar auch zwei unterschiedliche Designs geplant. Beide kommen mit drei Lüftern daher. Während bei der 2080 rote Akzente und eine RGB-Beleuchtung verbaut sind, scheint die 2080 ti eher dezent in Grau-Metallic und schwarz zu bleiben.

Zotac AMP-Series

Auch Zotac ist gleich von Anfang an mit dabei. Der Hersteller war bei der 10er-Serie ein wahrer Überflieger mit seinen AMP!-Grafikkarten. Diese legt Zotac einmal neu auf und verpasst dem Kühler ein Facelift. Die AMP-Serie kommt mit extralangem Kühler, welcher sogar über das PCB hinaussteht und drei Lüfter beherbergt. Auch eine Backplate gibt es. Das Design ist von Silber-Metallic auf ein mattes Schwarz geändert worden.

Launch und Verfügbarkeit: kommt die RTX 2080 Ti mit der RTX 2080?

Dass bereits so viele Daten zur RTX 2080 ti verfügbar sind, zur RTX 2070 jedoch noch überhaupt keine, führt uns aktuell auch zu einem anderen Schluss. Beim Launch der GeForce 10-Serie waren die GTX 1080 und die GTX 1070 gemeinsam vorgestellt worden. Dieses Jahr könnte es Nvidia noch einmal mehr auf die Highend-User absehen. Daher könnten die RTX 2080 und die RTX 2080 Ti gemeinsam launchen und auch bald beide im Handel erhältlich sein. Ein Grund dafür könnte auch sein, dass Nvidia mit Raytracing eine gute Figur machen will und dafür einfach wirklich leistungsfähige Hardware benötigt wird. Die kolportierte RTX 2070 und GTX 2060 starten demnach wohl erst später.

Preislich sollen die beiden Grafikkarten übrigens die Preisschilder der Vorgänger erhalten. So würde die RTX 2080 699 US-Dollar kosten, während die RTX 2080 Ti für 899 US-Dollar auf den Markt kommen soll. Am Montag, den 20. August, wissen wir mehr. Dann startet Nvidias große Präsentation im Vorfeld der Gamescom.

Über Florian Maislinger 1222 Artikel
Florian Maislinger is author and founder of PC Builder's Club. As a skilled IT engineer, he is very familiar with computers and hardware and has been a technology lover since childhood. He is mainly responsible for the news and our social media channels.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*