Stromverbrauch durch Bitcoin-Mining steigt bis Ende 2018 drastisch

(Bild: Zipso)

Der Stromverbrauch durch Bitcoin-Mining ist in den letzten Monaten und Jahren stark angestiegen. Eine neue Studie zeigt, dass der Verbrauch bis Ende 2018 noch einmal drastisch steigen könnte. Das Mining der Kryptowährung würde dann fast soviel Strom wie Österreich verbrauchen.

Bitcoin ist stromhungrig

Seit gut zwei Jahren ist ein neues Goldgräberfieber rund um die Thematik Kryptowährungen ausgebrochen. Der Mining-Hype von Privatleuten, wie derzeit etwa für Ethereum, ist für Bitcoin zwar schon vorbei, dennoch gibt es auch weiterhin sehr große, gut organisierte Bitcoin-Miner. In diesen Rechenzentren stehen aufgereiht spezielle ASIC-Miner, die nur zum Bitcoin-Mining verwendet werden können. Dabei entsteht neben Bitcoins vor allem eins: Wärme und ein hoher Stromverbrauch. Eine neue Studie von Alex de Vries kommt jetzt zu dem Schluss, dass der Stromverbrauch vom ganzen Bitcoin-Netzwerk bis Ende des Jahres sehr drastisch ansteigen könnte.

Vom Verbrauch von Irland zum Verbrauch von Österreich


Derzeit verbraucht das Schürfen von Kryptowährung laut de Vries ca. 2,55 Gigawatt an Strom, was derzeit unter dem Energiebedarf von Irland mit 3,1 Gigawatt liege. Den Stromverbrauch rechnete de Vries durch die aktuelle Netzwerkleistung aus. Er ging allerdings auch vom effizientesten Bitcoin-Miner, dem Bitmain Antminer S9, aus, welcher 14 Terrahash erreichen kann und 1372 Watt verbraucht. Der Blockchain-Spezialist meint dazu, dass mit hoher Wahrscheinlichkeit auch deutlich ineffizientere Hardware zum Einsatz kommt. So könnte die gleiche Leistung mit einer halben Millionen Playstation 3-Konsolen erreicht werden, welche jedoch gute 40 Megawatt verbrauchen würden. Auch die Kühlsysteme der Rechenzentren rechnet de Vries nicht ein, weshalb die Rechnung als sehr optimistisch zu sehen ist.

Eine eher erschreckende Rechnung kommt jedoch auch vor. Das Mining-Aufkommen für Bitcoin steigt sehr deutlich. Deshalb soll bereits bis Ende des Jahres der Stromverbrauch auf 7,67 Gigawatt gestiegen sein – dem Stromverbrauch von Österreich (8,2 Gigawatt). Damit würden 0,5 Prozent der global erzeugten Energie in Bitcoin-Minen verbraucht werden. Der Autor ist selbst schockiert über seine Ergebnisse. Er meint, dass es einen deutlichen Unterschied zum aktuellen Finanzsystem gebe, was den Stromverbrauch betrifft. Der steigende Bedarf helfe sicher nicht beim Erreichen der Klimaziele. De Vries geht noch einen Schritt weiter und schätzt, dass Bitcoin-Mining in Zukunft bis zu fünf Prozent des weltweiten Stromverbrauchs ausmachen könnte.

Höherer Stromverbrauch liegt in der Natur von Bitcoin

Der hohe Stromverbrauch ist vor allem auf die Grundstruktur von Bitcoin zurückzuführen. Mit jedem Teilnehmer im Netzwerk steigt die Schwierigkeit, durch das Berechnen tatsächlich einen Block und damit Bitcoins zu finden. Je mehr Leistung das Netzwerk also aufweist, umso mehr Leistung wird auch benötigt, um weiterhin das gleich große Stück vom Kuchen abzubekommen. Während Kryptowährungen wie Ethereum auf Dauer gesehen von Proof of Work, also dem klassischen Mining, auf Proof of Stake, einer anderen Bestätigungsform ohne Mining, umsteigen wollen, gibt es bei Bitcoin keinen Konsens, ob das Netzwerk weiterhin so bestehen bleibt. Bitcoin-Mining und der Stromverbrauch dadurch wird uns also auch in Zukunft beschäftigen.


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