80 Prozent Umsatzeinbruch: Der GPU-Mining-Boom ist vorbei

GPU Mining Rig
Mining-Rig. (Bild: thecryptomining.info)

Der GPU-Mining-Boom ist vorbei. Das bestätigen jetzt die Zahlen eines AMD-Boardpartners. Bei diesem brach der Umsatz nach einem Rekordquartal im April um ganze 80 Prozent ein. Damit dürfte der Weg für günstigere GPUs in Zukunft frei sein.

Das Ende des Booms

Wer derzeit eine Grafikkarte kaufen will, hat es nach wie vor schwer mit den Preisen. Zwar muss man heute deutlich weniger Geld auf den Tisch legen wie noch vor gut drei Monaten, vergleichbar mit Anfang Dezember 2017 sind die Preise trotzdem nicht. Schuld für den rasanten Anstieg waren unter anderem die rasant steigenden Kurse von Bitcoin bzw. mit GPUs minebaren Altcoins wie Ethereum und Monero. Die Quartalsberichte der GPU-Hersteller AMD und Nvidia sprechen Bände. Beide konnten Rekordquartale verzeichnen. Die Hersteller beteuern jedoch, dass nur ein kleiner Teil davon dem Mining zuzuschreiben ist. Das Prinzip davon veranschaulicht jetzt jedoch ein AMD-Boardpartner ganz gut.

80 Prozent Umsatzeinbruch bei PowerColor


Das taiwanische Branchenblatt Digitimes berichtete vor kurzem über einen massiven Umsatzeinbruch beim Technikkonzern TUL. Dieser baut und verkauft AMD-Grafikkarten unter der Marke PowerColor. Der Konzernumsatz brach im April um satte 80 Prozent ein. So verringerte sich der monatliche Umsatz von 1,3 Milliarden New Taiwan-Dollar (ca. 36,8 Millionen Euro) im März auf nur mehr 280 Millionen New Taiwan-Dollar (ca. 7,94 Millionen Euro). Da TUL fast ausschließlich über die Grafikkartensparte mit PowerColor Geld verdient, lässt sich der Einbruch quasi direkt auf die Grafikkarten umsetzen. Das zeigt sehr deutlich, wie hoch der Anteil der eigenen Grafikkarten am Mining tatsächlich war.

Digitimes geht noch einen Schritt weiter und merkt an, dass auch viele andere Boardpartner davon betroffen seien. Im direkten Vergleich sind derzeit die Grafikkarten von Zotac, Inno3D und PowerColor am günstigsten, während die drei großen Boardpartner für beide Grafikmarken, MSI, Asus und Gigabyte, die Preise entweder künstlich hoch halten oder nicht so stark betroffen sind.

AMD und Nvidia verdienen

Die aktuelle Marktsituation zeigt sehr deutlich, wie stark sich das Mining auf die Grafikkartenverkäufe ausgewirkt hat. So gab Nvidia im Quartalsbericht an, 289 Millionen US-Dollar mit dem Verkauf von direkten Mining-Karten verdient zu haben. Der Umsatz mit Gaming-Grafikkarten stieg indes trotz sehr hohen Preisen und verhältnismäßig alten Grafikkarten um satte 67 Prozent. Bei AMD zeigt sich ein ähnliches Bild. Der Hersteller gibt eine vage Prozentzahl über zehn Prozent des Gesamtumsatzes an, welche auf die Miner entfallen sollen. Wie viele der Gaming-Grafikkarten zum Minen verwendet werden, lässt sich auch hier schwer abschätzen. Im letzten Bericht sah AMDs CEO Lisa Su das Geschäft mit den Minern noch als eine Ablenkung vom Kerngeschäft. Es ist derzeit aber nicht von der Hand zu weisen, dass die beiden GPU-Hersteller mit hoher Wahrscheinlichkeit sehr gut an den Minern verdient haben.


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