Wie man günstig an eine RTX 3070, RTX 3080, RX 6800 XT und Co kommt

Nvidia GeForce RTX 3080 RTX 3070 AMD Radeon RX 6800 XT günstig kaufen
(Mockup: PCBC/FB)

Nvidia- und AMD-Grafikkarten sind kaum kaufbar. Doch es gibt ein paar Tricks. So kommt ihr günstig an RTX 3070, RTX 3080, RX 6800 XT und Co.

Grafikkarten sind Mangelware

Auch im Jahr 2021 heißt die Geißel der geplagten PC-Gamer weiterhin schlechte Grafikkarten-Verfügbarkeit. Mehrere Monate sind die Nvidia GeForce RTX 3090, RTX 3080 und RTX 3070 bereits am Markt – doch kaufen kann man sie entweder gar nicht oder zu massiv überhöhten Preisen. Besonders stark betroffen ist die RTX 3080, die fast nirgends verfügbar ist, während die RTX 3070 zwar verfügbar, aber deutlich überteuert ist. Ähnlich schlecht sieht es bei der AMD Radeon RX 6800 XT und RX 6900 XT aus: keine Verfügbarkeit, hohe Preise.

Die Gründe sind vielfältig. Einerseits hat die Corona-Pandemie weiterhin viele Länder und auch die internationale Logistik im Würgegriff. Das führt dazu, dass die Produktion nicht überall auf 100% läuft. Entweder ist die Produktion durch fehlende Arbeitskräfte oder strenge Regeln eingeschränkt, manchmal fehlt aber auch einfach das Material. Zudem gibt es strategische Probleme. So produziert AMD neben den Big Navi-Grafikkarten auch alle Prozessor-Produkte (Ryzen, Threadripper, Epyc) und die APUs für die Sony PlayStation 5 und die Microsoft Xbox Series X und S in 7nm bei TSMC. Die Produktionskapazitäten sind aber schlicht beschränkt und auch Qualcomm, Apple, HiSilicon und MediaTek produzieren bei der Foundry. Kurzum: man kommt mit der Produktion nicht hinterher. Nvidia hingegen lässt bei Samsung produzieren, was die Lage aber nicht besser macht – man habe die Nachfrage einfach unterschätzt und zu wenig bestellt.

Der ganzen Situation setzen nun aber noch die Krypto-Miner die Krone auf. Zwar ist das Mining von Kryptowährungen wie Ethereum bei weitem nicht mehr so rentabel wie beim ersten Mining-Boom, dennoch kaufen die Miner weiterhin fleißig Grafikkarten. Sie setzen dabei typischerweise auf ganz normale Gaming-Grafikkarten, die dann nicht mehr für Gamer zur Verfügung stehen. Und sie zahlen auch höhere Preise – der Rentabilität sei Dank.

So kann man trotzdem eine RTX 3080 oder RX 6800 XT kaufen

Wie viele andere habe auch ich diese Grafikkarten-Generation abgewartet, um endlich von meiner GTX 970 aufzurüsten. Die ersten Raytracing-GPUs haben mich noch nicht vom Hocker gehauen, Spiele gab es wenige. Das sieht nach zwei Jahren deutlich anders aus. Und mit einem UVP-Preis von 799 Euro kam mir die RTX 3080 als Upgrade gerade recht. Wenn man sie denn hätte kaufen können. Da ich nicht in der ersten Welle kaufen wollte, habe ich gewartet, bis sich schnell herausgestellt hat, dass die Grafikkarten wie Gold gehandelt werden. Automatisierte Kauf-Bots, von den sogenannten Scalpern betrieben, machen einem bei Verfügbarkeit dann ebenfalls das Leben schwer. Das „Scalping“ kommt eigentlich aus der Börsenwelt. Gemeint ist das sehr schnelle Kaufen und wieder Verkaufen zum minimal höheren Preis von Aktien und anderen Wertpapieren. Das geschieht automatisch mit Programmen und KI. Im Hardwaremarkt kaufen ebenfalls automatisiert die Bots ein, jedoch verkaufen die Scalper dann zu deutlich höheren Preisen auf eBay und Co.

Das ruft natürlich auch die Händler auf den Plan. Diese steuern dem jedoch meistens nicht entgegen, sondern streichen durch höhere Preise einfach mehr Gewinn ein. Deshalb ist Hardware so teuer. Kaufen kann man die Hardware aber deshalb trotzdem nicht unbedingt. Manche Modelle sind verfügbar, besonders die RTX 3080 ist aber praktisch überall ausverkauft, teils sogar nicht mehr gelistet. Wie kommt man also nun an eine Grafikkarte ran? Diese Tipps sollen helfen, dass auch ihr euer Wunschmodell ergattern könnt.

Keine Preisvergleiche wie Geizhals oder Idealo nutzen

Einer der wichtigsten Tipps ist tatsächlich, keine Preisvergleiche wie Geizhals oder Idealo zu nutzen bzw. sich auf diese zu verlassen. Was zuerst paradox klingt hat gleich mehrere Gründe. Preisvergleiche beziehen ihre Daten direkt von den Händlern und verarbeiten sie maschinell. Das ist ein Gewinn für beide Seiten. Die Händler bekommen kaufwillige Kunden in ihren Online-Shop, die Preisvergleiche werden pro Lead oder Verkauf vergütet. Problematisch ist allerdings, dass auch die Verkaufsbots der Scalper automatisch die Daten abfragen und bei günstigem Preis oder rein schon der Verfügbarkeit einkaufen. Und wo ginge das besser als bei einem Preisvergleich, der übersichtlich von den meisten Händlern die Grafikkarten listet? Der viele Traffic durch die Bots kann auch eine Belastung für die Server sein. Deshalb haben viele größere Shops aufgehört, die Daten für gewisse Grafikkarten an Geizhals und Co. zu melden. Dazu zählen unter anderem Mindfactory, Alternate und Caseking. Manche Shops sind zudem gar nicht bei größeren Vergleichsanbietern gelistet.

Es bleibt also nichts übrig, als wieder händisch zu vergleichen und sich nicht auf Idealo oder Geizhals zu verlassen. Bei Mindfactory sind einige RTX 3090 und RTX 3070 im Angebot, auch die RX 6900 XT, RX 6800 XT und RX 6800 sind erhältlich. Gleiches gilt für Alternate, wo ebenfalls alle GPUs von Nvidia verfügbar sind, von AMD aber nur RX 6900 XT und RX 6800 XT. Öfter reinschauen lohnt sich, denn die Preise können stark variieren.

Eine Eigenheit bei Alternate ausnutzen

Die großen Hardware-Versender gehen beim Thema Verfügbarkeit unterschiedliche Wege. Während Mindfactory Grafikkarten, die nicht auf absehbare Zeit verfügbar sind, gar nicht erst in den Shop stellt, läuft es bei Alternate anders. Der Händler listet fast alle Grafikkartenmodelle, zum mehr oder weniger happigen Preis. Wer es auf ein spezielles Modell abgesehen hat, findet dieses meistens bei Alternate. Viele Grafikkarten sind mit „Liefertermin unbekannt“ deklariert, können aber dennoch bestellt werden.

Aber warum sollte man etwas bestellen, das nicht verfügbar ist? Der Clou dabei ist, wie Alternate mit den Bestellungen umgeht. Bei hoher Nachfrage, aber fehlenden Lagerbeständen, arbeitet der Händler zuerst den sogenannten Backlog ab. Das sind Bestellungen, die aufgrund fehlender Produkte noch nicht ausgeführt werden konnten. Wenn neue Grafikkarten reinkommen, bearbeitet Alternate zuerst diesen Backlog, bevor die Grafikkarten überhaupt im Shop wieder als „Auf Lager“ geführt werden. Wer also bestellt, landet in einer Art Warteliste und wird bedient, bevor im Shop wieder eine Verfügbarkeit angegeben wird. Dieses Vorgehen hat sich in der Vergangenheit schon mehrfach bestätigt, zum Beispiel auch bei der schlechten Verfügbarkeit des Intel Core i9-10900K.

Bei Alternate kann man also sein Wunschmodell bestellen, wenn dieses nicht verfügbar ist. Mit etwas Glück wird man innerhalb der nächsten zwei Wochen auch bedient. Das gilt auch für vergleichsweise günstige Angebote wie diese RTX 3070 für 650 Euro oder die RTX 3080 für 923 Euro. Allerdings sollte man sich darauf einstellen, dass die Lieferung nicht direkt morgen erfolgt. So bin auch ich an meine RTX 3080 gekommen. Nach zehn Tagen wurde sie versendet – zum vereinbarten Preis.

Wichtig: Nicht bei Scalpern kaufen

Der letzte Tipp ist mehr ein genereller Appell als ein Tipp: kauft nicht bei Scalpern. Die hohe Nachfrage bei Grafikkarten ist zwar der Auslöser für die hohen Preise, angeheizt werden sie aber von denen, die per Bot auf Vorrat kaufen und sich durch den Weiterverkauf Gewinne erhoffen. Wer nicht bei Scalpern kauft, nimmt ihnen auch die Grundlage für ihr Geschäft. Das unterstützt die ganze Community.

Fazit: Man kommt auch günstig an RTX 3080, RX 6800 XT und Co.

Gamer haben es derzeit schwer. So viele neue Grafikkarten sind am Markt, dazu viele passende, neue Spiele. Die Preise sind jedoch mehr als fragwürdig. Wer sofort eine RTX 3070, RTX 3080, RX 6800 XT usw. kaufen möchte, muss tief in die Tasche greifen. Sofort lieferbar kostet die RTX 3070 stolze 760 Euro, die RTX 3080 ist überhaupt nicht lieferbar. Die RTX 3090 kostet sofort lieferbar mindestens 1.750 Euro. Ebenfalls teuer sind die AMD Big Navi-Modelle. Sofort verfügbar kostet die RX 6800 XT ab 990 Euro, die RX 6900 XT schlägt mit 1.250 Euro zu Buche.

Wer nicht bereit ist, diese Preise zu bezahlen, muss ein bisschen in die Trickkiste greifen. Laufendes Vergleichen bei den großen Hardwareversendern ist eine Möglichkeit. Auf die großen Preisvergleiche wie Geizhals und Idealo kann man sich in diesem Fall aber leider nicht verlassen, weshalb man händisch suchen muss. Tatsächlich funktioniert aber auch das „Bestellen ins Blaue“ bei Alternate nach wie vor, wenn man etwas Wartezeit in Kauf nehmen kann. So kommt man auch an Modelle, die selten verfügbar oder besonders günstig sind.

Grafikkarten bei Mindfactory zum Bestpreis kaufen

Über Florian Berger 33 Artikel
Florian Berger ist Autor bei PC Builder's Club. Durch sein Technikinteresse stieß er Ende 2019 zum kleinen Team dazu und kümmert sich seitdem um Verwaltung, Lektorat und viele Recherchen und Features.

2 Kommentare

  1. Hallo ein Nachtrag, selbst bei Alternate macht sich scalpen breit:-( Selbst nicht Lieferbare RTX3070 sind bei über 900 Euro angekommen.

    Grüße

    Marco

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