Shadow of the Tomb Raider: Benchmarks der RTX 2080 Ti, 2080, 2070 und 2060 mit und ohne Raytracing und DLSS

Shadow of the Tomb Raider Raytracing DLSS Benchmark
(Bild: Square Enix)

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Seit heute kann Shadow of the Tomb Raider Raytracing und DLSS. Wir haben Benchmarks aller Nvidia RTX-Grafikkarten mit und ohne Raytracing und DLSS gemacht.

Shadow of the Tomb Raider kann als zweites Spiel Raytracing

Seit Nvidia zur Gamescom 2018 die neuen Turing-Grafikkarten veröffentlicht hat, warten viele hauptsächlich auf die Spiele, die dann auch das neue Hauptfeature Raytracing beherrschen. RTX-Käufer mussten sich aber lange in Geduld üben, bis das erste Spiel mit Raytracing-Effekten auf den Markt kam. Es handelte sich dabei um Battlefield 5. Seitdem ist allerdings wenig passiert. Weitere Spiele blieben nur Ankündigungen oder kamen ohne Raytracing auf den Markt. So war es auch mit Shadow of the Tomb Raider.

Heute hat sich das allerdings geändert. Mit einem gerade einmal 138,5 Megabyte großen Update per Steam wurden Raytracing und DLSS für das Spiel aktiviert. Ab jetzt lassen sich in den Stufen Mittel, Hoch und Ultra die Schatten per Raytracing berechnen. DLSS ersetzt die Anti-Aliasing-Optionen und ist für WQHD und UHD verfügbar. Da es sich um den ersten Patch handelt, können noch Fehler auftreten, weshalb auch ein Rollback mittels Beta-Pach auf Steam möglich ist, der die Einstellungen wieder deaktiviert.

Die Benchmarks mit allen RTX-Grafikkarten

Zur Feier des Tages haben wir es uns natürlich nicht nehmen lassen, die Optionen zu testen und mit der ins Spiel integrierten Benchmarkfunktion einen Vergleich anzufertigen. Da wir zufälligerweise gerade Modelle aller RTX-Grafikkarten im Haus haben, haben wir alle vier raytracingtauglichen Serien getestet.

Anmerkung: Dieser Test dient nur zur ersten Leistungseinschätzung der Raytracing- und DLSS-Effekte von Shadow of the Tomb Raider. Wir haben uns absichtlich nicht mit der Bildqualität und den grafischen Unterschieden zwischen dem Spielerlebnis ohne DLSS und Raytracing im Vergleich zu aktivierten DLSS bzw. Raytracing befasst. Es handelt sich rein um einen Vergleich der FPS.

Das Testsystem

Als Testsystem kam unser bewährtes System mit dem Intel Core i7-7700K zum Einsatz. Dieser sitzt auf einem MSI Z270 Gaming M7, welches mit 32 Gigabyte Ballistix Elite DDR4-3000-RAM ausgestattet ist. Das System ist auf einer WD Black NVMe-SSD installiert, das Spiel auf einer weiteren SanDisk Ultra-SSD. Als Treiber kam der aktuelle Nvidia-Treiber 419.35 WHQL zum Einsatz, Windows 10 befindet sich auf dem neusten Stand (1809).

Als Grafikkarten kamen drei Custom-Designs und eine Founders Edition direkt von Nvidia zum Einsatz:

  • Inno3D GeForce RTX 2080 Ti iChill Black Edition
  • Zotac GeForce RTX 2080 AMP
  • Zotac GeForce RTX 2070 AMP Extreme
  • Nvidia GeForce RTX 2060 Founders Edition

Es handelt sich bei allen Grafikkarten um übertaktete Modelle, von denen manche sogar die Spitzenwerte der Custom-Designs erreichen. Daher haben wir gänzlich auf Tests mit übertakteten Grafikkarten verzichtet.

Die Spieleinstellungen

Bei den Einstellungen haben wir unseren Benchmark-Standard verwendet. Dabei sind alle Optionen soweit wie möglich nach oben geschraubt. Lediglich beim Anti-Aliasing befindet sich die Stufe auf SMAAT2x statt SMAAT4x, auf UHD-Auflösung haben wir Anti-Aliasing komplett deaktiviert. Auch V-Sync war für den Test natürlich deaktiviert, um kein FPS-Cap zu erzeugen. Zur Vergleichbarkeit haben wir auch die „kleinen“ Grafikkarten, namentlich RTX 2060 und RTX 2070, allen Tests auch auf UHD unterzogen.

Um ein möglichst genaues Bild der getesteten Effekte zu erhalten, haben wir alle Raytracing-Stufen in jeder Auflösung einzeln getestet. Mit aktiviertem DLSS haben wir diese Tests dann noch einmal wiederholt und auch einen Benchmark ohne aktiviertes Raytracing angefertigt, um das Gesamtbild zu komplettieren. DLSS war dabei nur unter WQHD und UHD aktiviert, da sich die Option für Full HD nicht immer aktivieren ließ.

Spannenderweise haben wir in unseren Tests festgestellt, dass sich die DLSS-Option mit der RTX 2060 und RTX 2070 auch auf Full HD aktivieren ließ. Das Bild war daraufhin aber sehr schlecht und Framerates gab es auch keine besseren, weshalb es sich wohl eher um einen Bug handelt.

RTX 2080 Ti: auch UHD läuft (fast) auf Ultra

Die RTX 2080 Ti ist das Highend der Turing-Serie. Beim Start von Raytracing mit Battlefield 5 wurden allerdings die Unkenrufe groß, da das Spiel selbst auf Full HD und aktivierten Raytracing-Effekten gerade einmal die 60 FPS-Marke knackte. Durch Patches ist zwar vieles besser geworden, 60 FPS auf UHD gibt es aber noch immer nicht wirklich.

Bei Shadow of the Tomb Raider ist insbesondere in Zusammenspiel mit DLSS die Leistung allerdings auch auf UHD bereits gut. So erreicht unsere Inno3D GeForce RTX 2080 Ti iChill Black Edition nur knapp nicht die 60 FPS mit aktiviertem DLSS und den Raytracing-Einstellungen „Hoch“ bzw. „Ultra“. Ohne DLSS erreicht allerdings nicht einmal die Stufe „Mittel“ die 60 FPS-Marke. DLSS steigert mit aktiviertem Raytracing die FPS bei der Mittel-Einstellung um 35 Prozent, bei Hoch sind es 37 Prozent und bei Ultra sogar 39 Prozent. Ohne aktiviertem Raytracing steigert DLSS die FPS um 28 Prozent.

In WQHD ist die Leistungssteigerung hingegen nicht so extrem. Im niedrigsten Fall steigen die FPS um 9 Prozent, im höchsten Fall um 18 Prozent. Mit über 60 FPS spielbar sind auf WQHD alle Varianten, ohne DLSS kommt aber nur das Deaktivieren von Raytracing über 100 FPS.

RTX 2080: WQHD ist auch auf Ultra kein Problem

Das gleiche Bild wie schon bei der RTX 2080 Ti zeichnet sich im Bezug auf die Unterschiede durch die verschiedenen Einstellungen ab. DLSS hievt hier die RTX 2080 sogar über die 60 FPS-Marke, mit Raytracing wird es dann allerdings knapp. WQHD ist daher eher das Gebiet der RTX 2080, und hier brilliert die Grafikkarte auch mit Ultra-Raytracing-Details. Mit 62 FPS sollte das Spiel flüssig laufen. Ohne DLSS ist aber auch hier wieder der Spaß vorbei. Nur in der Mittel-Einstellung kommt die RTX 2080 auf über 60 FPS. Full HD stellt für die Grafikkarte natürlich kein Problem dar. Hier erreicht die Mittel-Einstellung ohne DLSS sogar über 100 FPS.

RTX 2070: Manchmal auch auf WQHD

Bei der RTX 2070 geht die Leistung im Vergleich zu den höheren Modellen bereits weiter nach unten. Die grundsätzliche Steigerung zeichnet sich auch hier wieder ab. Auf WQHD ist allerdings eher die Mittel-Einstellung das Maß der Dinge. Ohne DLSS kommt die Grafikkarte kaum auf 40 FPS, mit DLSS nur in den mittleren 50er-Bereich. Wer noch übertaktet, könnte zwar auch über 60 FPS schaffen, da wir aber mit der werksseitig schnellsten RTX 2070 getestet haben ist wohl nicht mehr allzu viel Potenzial vorhanden. Auf Full HD muss man zwar auf DLSS verzichten, Raytracing läuft aber auch auf Ultra mit über 60 FPS.

RTX 2060: mit DLSS aber ohne Raytracing sogar WQHD möglich

Kommen wir noch zur kleinsten RTX-Grafikkarte. Die RTX 2060 wurde von vielen bereits als unnötig bezeichnet, da sie einfach keine wirkliche Leistung mehr für Raytracing übrig hätte. Das zeigt sich zum Teil auch bei Shadow of the Tomb Raider. In WQHD hat die Grafikkarte bereits ohne Raytracing mit den 60 FPS zu kämpfen. Das aktivierte DLSS-Feature rettet sie aber sogar über die magische Grenze hinüber. Ansonsten ist die RTX 2060 eher für Full HD geeignet. Hier macht sie ihren Job allerdings nur mit mittleren Raytracing-Details passabel. Die Einstellungen Hoch und Ultra liefern beide 50 oder weniger FPS.

Fazit: Endlich Raytracing auf 4K mit 60 FPS!

Als die Turing-Generation vorgestellt wurde, brachen die Nvidia-Fans zuerst in Jubel, dann in Panik aus. Einerseits wegen der Preise, andererseits aber hauptsächlich deshalb, weil sie das neue Raytracing-Feature selbst mit einer RTX 2080 Ti wieder ins Zeitalter des Full HD-Gamings zurückwarf. Nach einiger Entwicklungszeit ist davon nichts mehr übrig. Shadow of the Tomb Raider läuft auf der RTX 2080 Ti auch auf UHD-Auflösung mit hohen bzw. Ultra-Raytracing-Details knapp aber doch auf 60 FPS. Auch die restlichen Turing-Grafikkarten können ihren Teil auf niedrigeren Auflösungen beitragen und erreichen oftmals die magische Grenze von 60 FPS, je nach Detailstufe. Mit Shadow of the Tomb Raider ist Raytracing definitiv ein Stück besser und interessanter geworden.

Über Florian Maislinger 853 Artikel
Florian Maislinger ist Autor und Gründer von PC Builder's Club. Als gelernter IT-Engineer ist er bestens mit Computern und Hardware vertraut und seit Kindesbeinen an ein Technikliebhaber wie er im Buche steht. Er ist hauptsächlich für die News und unsere Social Media-Kanäle verantwortlich.

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