Raytracing: Crytek zeigt Cryengine-Demo auf Radeon RX Vega 56

AMD Radeon RX 590 RX Vega 56 Raytracing
(Bild: via wccftech)

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Raytracing ist das Hauptfeature der neuen Nvidia Turing-Serie. Dass die Technik auch auf AMD Radeon-GPUs läuft, zeigt eine Demo von Cryteks neuer Cryengine.

Raytracing scheint das neue Maß aller Dinge zu sein

Seit dem Launch der neuen Nvidia-Generation namens Turing ist eine Technik in aller Munde: Raytracing. Es handelt sich dabei um eine Technologie der Bildberechnung, bei der statt Rasterisierung mit Lichtstrahlen gearbeitet wird. Dadurch sind Lichteinfall, Reflexionen und Beleuchtung deutlich genauer und wirken noch einmal deutlich realistischer. Durch Raytracing lassen sich beinahe fotorealistische Bilder erzeugen. Die Technik wird daher schon längere Zeit für CGI-Effekten in Filmen verwendet, brauchte früher aber eine sehr hohe Rechenkapazität.

Mit Turing hat Nvidia die Technik erneut in den Fokus gerückt. Die RTX-Grafikkarten sind nämlich über Microsofts DXR-Implementierung zu Echtzeit-Raytracing in der Lage. Dafür hat das Unternehmen eigene Kerne entwickelt und in die neuen Grafikkarten integriert. Diese heißen Tensor- und RT-Kerne. Mit Battlefield 5 gibt es auch ein erstes Spiel, das Raytracing unterstützt, weitere Spiele sollen in Zukunft folgen. Durch die hohe benötigte Leistung lässt sich Battlefield V jedoch selbst mit einer RTX 2080 Ti je nach gewünschter Detailstufe nur auf Full HD oder WQHD annehmbar spielen – von 144 FPS oder mehr sind wir dabei ein gutes Stück entfernt.

Wie stark Raytracing jedoch polarisiert, zeigt die hohe Popularität unter Entwicklern. Das zwingt auch AMD in gewisser Weise, in Zukunft auf Raytracing zu setzen. Das Unternehmen sagte jedoch, dass es die Technik erst wirklich unterstützen wolle, wenn auch kleine Grafikkarten damit zurechtkommen. Dass AMD Radeon-Grafikkarten auch ohne die von Nvidia entwickelte Hardware grundsätzlich zum Raytracing fähig sind, zeigt jetzt Crytek mit einer neuen Demo.

CryEngine-Demo zeigt Raytracing auf RX Vega 56

Crytek arbeitet derzeit an einer neuen Version der CryEngine. Dazu hat das Unternehmen eine Demo namens Neo Noir veröffentlicht, bei der Raytracing-Berechnungen der globalen Beleuchtung zum Einsatz kamen. Die Engine nutzt dabei eine Technik namens Voxel-Based Global Illumination (SVOGI). Dabei werden einzelne Gitterpunkte (Voxel) berechnet. Das Besondere daran ist, dass die gezeigte Demo auf einer Radeon RX Vega 56 und nicht auf Raytracing-Hardware von Nvidia gelaufen ist. Crytek setzt bei der Technik auf keine dedizierte Raytracing-Hardware. Die Engine laufe daher laut dem Unternehmen auch auf Mittelklasse-GPUs von AMD und Nvidia. Das ist unter anderem durch das Einbeziehen der CPU möglich, die für jeden Frame ein Voxel-Abbild in Echtzeit erstellt.

Die Effekte beziehen sich derzeit hauptsächlich auf die Reflexion und Schatten von statischen Elementen. Auch dynamische Elemente sind möglich, allerdings mit Einschränkungen. Generell ist die Engine noch nicht fertig. So gibt es noch Probleme bei schnellen Kamerawechseln, da das Voxel-Bild dann erneut erstellt werden muss. Es handle sich dabei aber um „aktuelle Limitierungen“, an denen Crytek noch arbeite. Wann die neuen Features endgültig in die CryEngine implementiert werden, ließ das Unternehmen noch offen, es soll allerdings noch dieses Jahr soweit sein.

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Florian Maislinger ist Autor und Gründer von PC Builder's Club. Als gelernter IT-Engineer ist er bestens mit Computern und Hardware vertraut und seit Kindesbeinen an ein Technikliebhaber wie er im Buche steht. Er ist hauptsächlich für die News und unsere Social Media-Kanäle verantwortlich.

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