GTX 1660 kurz und knapp: alle Benchmarks zur neuen Nvidia-Mittelklasse

Nvidia GeForce GTX 1660 Ti Launch Benchmark
(Bild: Nvidia)

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Heute startet der Verkauf der GTX 1660. Sie ist die neue Mittelklasse von Nvidia. Wir haben alle Benchmarks und Informationen zusammengefasst.

Nvidia baut die GTX 16-Serie aus

Mit der Turing-Generation hat Nvidia eine andere Herangehensweise beim Launch probiert. So starteten zuerst die Flaggschiffe RTX 2080 Ti und RTX 2080. Die kleineren Grafikkarten RTX 2070 und RTX 2060 kamen erst später auf den Markt. Doch neben den ganzen neuen Features gab es eine weitere Besonderheit: Nvidia stufte die Preise der Grafikkarten deutlich nach oben. Die RTX 2060, eigentlich logischer Nachfolger der GTX 1060, ist mit einem Preisschild von derzeit gut 330 Euro einfach keine Mittelklassekarte mehr.

Um auch diesen Bereich zu bearbeiten, hat Nvidia daher die GTX 16-Serie ins Leben gerufen. Damit lässt das Unternehmen nicht nur den GTX-Schriftzug wieder aufleben, sondern verwirrt auch mit einer recht unlogischen Namensgebung. Die GTX 16-Serie kommt zwar ohne jegliche Raytracing-Features aus, ist aber dennoch kein simpler Rebrand der Pascal-Generation. Neben der 12nm-Struktur der Chips sind auch Turing-Featurs wie Nvidia Adaptive Shading mit den neuen Grafikkarten möglich.

Auch die GTX 16-Serie startete Nvidia von oben. So kam vor gut drei Wochen die GTX 1660 Ti auf den Markt, die die GTX 1070 beerbt und mit einem Preis von derzeit gut 250 Euro auch die Konkurrenz in Form von AMDs Radeon RX Vega in Schach hält. Der eigentliche Mittelklassenachfolger ist allerdings die heute gestartete GTX 1660. Sie ist preislich auf dem Niveau der GTX 1060, dieser leistungstechnisch aber überlegen.

GTX 1660: fast gleich viele Shader aber deutlich weniger Speicherbandbreite

Der Eindruck, dass die GTX 1660 der eigentliche Nachfolger der GTX 1060 (oh Gott, diese Namensverwirrung!) ist, zeigt sich zuerst in den technischen Daten. Dort ähnelt sie der vormaligen Pascal-Mittelklasse nämlich sehr stark. Die GTX 1660 erhält den TU116-Chip der 1660 Ti in leicht beschnittener Form. So kommen nicht 1.536 Shader zum Einsatz, sondern nur 1.408 Shader. Die GTX 1060 hingegen hat nur 1.280 Shader. Die Shader der GTX 1660 takten mit 1.530 MHz Basistakt sogar etwas schneller als die 1660 Ti, welche nur auf 1.500 MHz in der Basis taktet. Auch der Boosttakt liegt mit 1.785 MHz über den 1.770 MHz des großen Bruders. Beide Taktraten liegen auch leicht über denen der GTX 1060, welche auf 1.506 bzw. 1.709 MHz taktet. Nvidia selbst sieht die GTX 1660 übrigens als Nachfolger der GTX 1060 3 GB an und preist diese mit einer UVP von 225 Euro (199 US-Dollar) auch so ein.

Die größte Gemeinsamheit zeigt sich jedoch beim Speicher. So hat die GTX 1660 6 Gigabyte GDDR5-Speicher verbaut, welcher auf 4.000 MHz taktet. Durch das 192 Bit-Interface ist dadurch eine Speicherbandbreite von 192 GB/s möglich. Der Speicher samt Anbindung ist demnach genau der gleiche wie bei der GTX 1060. Hier findet auch der größte Einschnitt im Vergleich zur GTX 1660 Ti statt. Diese hat 6 Gigabyte GDDR6-Speicher mit einer Speicherbandbreite von 228 GB/s verbaut. Während also bei den Shadern nur 8 Prozent weniger im kleinen Bruder verbaut sind, ist die Speicherbandbreite ganze 33 Prozent geringer. Die TDP ist dafür bei beiden Karten gleich: 120 Watt stehen am Datenblatt.

Benchmarks: das leistet die GTX 1660

Da wir selbst leider zum Launch noch kein Sample der GTX 1660 erhalten haben, verlassen wir uns diesmal auf Benchmarks der Kollegen von Hardwareluxx. Die Ausführlichen Ergebnisse sind deren Bericht zu entnehmen.

Die Benchmarks zeigen bereits das, was sich bei den technischen Daten abgezeichnet hat. Die GTX 1660 ist der konkrete Nachfolger der GTX 1060 und tritt gegen die RX 580 bzw. RX 590 von AMD an. Die RX 580 und den eigenen Vorgänger lässt die Turing-Grafikkarte dabei locker stehen. Die Leistung liegt jeweils zwischen 5 und 15 Prozent über den beiden Hauptkonkurrenten.

Damit matcht sich die GTX 1660 hauptsächlich mit der RX 590. In Benchmarks der Spiele ist sie der RX 590 in Project Cars 2, Star Wars: Battlefront II und Destiny 2 knapp unterlegen. Deutlich geschlagen geben muss sie sich der RX 590 dafür in Battlefield V (12 Prozent langsamer) und Wolfenstein II: The New Colossus (13 Prozent langsamer, 8 Prozent langsamer als die RX 580). Gleichaufliegen die beiden Karten in Call of Duty: WWII. Etwas schneller hingegen ist die GTX 1660 Ti in Far Cry 5 (3 Prozent) und Kingdom Come: Deliverance (1 Prozent), während sie die RX 590 in Assassin’s Creed: Origins um ganze 17 Prozent, in Final Fantasy XV um 14 Prozent und in Shadow of the Tomb Raider um 13 Prozent abhängt. Deutlich aufholen kann die RX 590 allerdings in WQHD, was nicht zuletzt am Speicher liegen dürfte. Die Varianz ist allerdings sehr groß.

Die GTX 1660 verbraucht deutlich weniger Strom und bleibt kühl

Große Unterschiede zur RX 590 gibt es allerdings beim Stromverbrauch. Wie schon die GTX 1660 Ti ist auch die GTX 1660 sehr sparsam. So verbraucht sie unter Spielelast mit 131 Watt deutlich weniger als die RX 590 mit 200 Watt. Allerdings benötigt sie auch etwas mehr Strom als die GTX 1060, welche im Gesamtsystem nur 105 Watt benötigt. Wer also Wert auf Effizienz legt, ist bei der GTX 1660 deutlich besser aufgehoben als bei der RX 590. Das gleiche zeigt sich auch bei der Temperatur. So ist die von Hardwareluxx getestete EVGA GeForce GTX 1660 XC Ultra mit 59 Grad Celsius unter Last deutlich kühler als die RX 590 mit 66 Grad Celsius. Ähnlich gut performt die Asus ROG Strix GeForce GTX 1660 Ti, welche trotz höherer Leistung 58 Grad Celsius schafft.

Fazit: Schlechte Zeiten für die RX 590

Mit der GTX 1660 hat Nvidia nun endlich auch die wahre Mittelklasse bedient. Das Leistungsplus gegenüber dem tatsächlichen Vorgänger GTX 1060 fällt jedoch etwas bescheiden aus. Natürlich ist die neuere Turing-Grafikkarte der Pascal-GPU zwischen 5 und 15 Prozent deutlich überlegen, preislich hat sich allerdings nichts getan. Die Nvidia-UVP liegt bei 225 Euro, welche die Händler in den nächsten Wochen wohl noch unterbieten wollen. Da beeindruckt die GTX 1660 Ti mit GTX 1070-Niveau und deutlich niedrigerem Preis mehr. Ein Grund zum Aufrüsten für Besitzer der GTX 1060 6 GB oder einer RX 580/590 ist die GTX 1660 jedenfalls nicht.

Wer in dieser Preiskategorie jedoch nicht aufrüstet, sondern sich generell umsieht, hat mit der Turing-Mittelklasse einen soliden Partner. Durch deutlich geringeren Stromverbrauch und womöglich auch bald besseren Preis als die RX 590 von AMD hat Nvidia hier leichtes Spiel. Die günstigste GTX 1660 kostet derzeit 239 Euro.

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Über Florian Maislinger 965 Artikel
Florian Maislinger ist Autor und Gründer von PC Builder's Club. Als gelernter IT-Engineer ist er bestens mit Computern und Hardware vertraut und seit Kindesbeinen an ein Technikliebhaber wie er im Buche steht. Er ist hauptsächlich für die News und unsere Social Media-Kanäle verantwortlich.

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