Monitorhalter Arctic Z2 Pro und Z3 Pro Gen 3 im Test: endlich wieder Platz am Schreibtisch

Arcitc Z3 Pro Gen 3 Justierung
Durch die flexiblen Arme ist fast jede Position möglich. (Bild: PCBC/FM)

Arctic hat vor kurzem neue Monitorhalter der Z-Serie vorgestellt. Wir haben uns die Modelle Z2 Pro und Z3 Pro der dritten Generation genauer angeschaut.

Einleitung: Wozu überhaupt ein Monitorhalter?

Wer mit mehr als einem Bildschirm arbeitet, könnte dieses leidige Thema kennen. Der Schreibtisch muss eine gewisse Größe haben, um alle Monitore überhaupt unterbringen zu können. Die Standfüße nehmen dabei meist eine große Fläche ein, die so einfach nicht mehr genutzt werden kann. Die Lösung für dieses Problem sind Monitorhalterungen. Diese können entweder an der Wand oder direkt am Tisch montiert werden und halten einen oder gleich mehrere Monitore sicher in Position. So stören keine lästigen Standfüße mehr und man kann den Platz wieder anders nutzen.

Ein Hersteller dieser Monitorhalterungen ist Arctic. Das Unternehmen, das sonst für seine Kühllösungen für CPUs und Grafikkarten bekannt ist, stellt die Z-Serie bereits in der dritten Generation her. Da auch bei uns mehrere Multi-Monitor-Setups im Einsatz sind, haben wir zwei der Halter, den Arctic Z2 Pro Gen 3 und den Z3 Pro Gen 3 bei uns verbaut und uns etwas genauer angesehen.

Arctic Z2 Pro und Z3 Pro im Detail

Die Z-Serie von Arctic

Der Z2 Pro und Z3 Pro entstammen beide der dritten Generation der Z-Serie von Arctic. Mit ihr hat das Unternehmen die Monitorhalter neu aufgelegt und ist auf das Feedback der Kunden eingegangen. Die dritte Generation teilt sich in zwei Serien. Während die Basis-Serie ohne nähere Bezeichnung nur als Halter ohne wirkliche Einstellungsmöglichkeiten dient, beherrscht die Pro-Serie alles, was das Herz begehrt. So lassen sich die Monitore nicht nur Neigen, sondern auch um 360 Grad drehen. Das ermöglicht ein Kugelgelenk direkt hinter der VESA-Montageplatte. Diese ist für den 75×75 und 100×100-Standard ausgelegt. Ein weiterer Unterschied ist der USB-Hub. Während in der Basis-Serie nur vier USB 2.0-Ports verbaut sind, finden sich im Sockel der Pro-Serie vier USB 3.0-Ports mit eigener Stromversorgung. Dadurch sind bis zu 900 mA Ladestrom pro Port möglich. Pro Monitor stehen ganze 15 Kilogramm Gewicht im Datenblatt, die alle Z-Halter der dritten Generation tragen können.

In unserem Test: Arctic Z2 Pro und Z3 Pro Gen 3

Die von uns getesteten Modelle Z2 Pro und Z3 Pro können, passend zum Namen, zwei bzw. drei Monitore gleichzeitig tragen. Die Ausleger sind dabei lange genug, um gleichzeitig zwei/drei 34 Zoll-Monitore im 16:9-Format oder zwei/drei 29 Zoll-Monitore im 21:9-Format nebeneinander tragen zu können. Der gesamte Halter kann stufenlos auf bis zu 400 mm Höhe verstellt werden. Beim Z3 Pro ist zusätzlich eine Höhenverstellung des mittleren Monitors um 50 mm möglich. Die Monitore sind um 360 Grad in jede Richtung dreh- und um 15 Grad nach oben bzw. unten neigbar.

Am Tisch montiert werden können die beiden Monitorhalter auf zwei Arten. Einerseits liegt eine große Metallklammer im Karton, die beim Z3 Pro bereits vorinstalliert ist. Diese schiebt man dann einfach über die Tischplatte und zieht die große Schraube fest. Wer den Halter sauberer montieren möchte oder wie wir durch zusätzliche Anbauten am Schreibtisch keinen Platz zur Montage hat, kann den Sockel auch einfach durch ein Loch im Schreibtisch montieren. Das Loch muss dafür mindestens 10 mm und maximal 70 mm Durchmesser haben. Die Tischplatte soll laut Arctic mindestens 20 mm dick sein. Statt der Klammer muss dann eine mitgelieferte Grundplatte am Sockel installiert werden.

Verpackung, Lieferumfang, Material und Verarbeitung

Geliefert wurden uns beide Monitorhalterungen in der für Arctic typischen blauen Verpackung. Darin befinden sich die zum Teil bereits zusammengebauten Monitorhalter. So sind die Arme beim Z2 Pro bereits vollständig zusammengebaut, während beim Z3 Pro noch die beiden Ausleger montiert werden müssen. Zusätzlich finden sich in den Kartons noch der Sockel, eine Tischklammer, eine Montageplatte zur Festinstallation am Tisch, die Edelstahlsäule, die Schraubensets für die Montage der Monitore samt Abstandshaltern und Kabelclips für die Verkabelung. Dazu liefert Arctic auch drei verschieden große Sechskantschlüssel für die Montage direkt mit.

Bereits beim Entnehmen der einzelnen Teile ist uns die massive Bauweise aufgefallen. So ist jedes Teil mit Ausnahme der Kabelclips fast vollständig aus Metall gefertigt. Der Sockel, der auf den Produktbildern zuerst eher aussah, als wäre er aus Kunststoff, ist ebenfalls komplett aus Metall und wirkt sehr massiv, genauso wie die mitgelieferte Klammer zur Tischmontage. Generell sind die Monitorhalter sehr gut verarbeitet. Es gibt keine scharfen Grate, keine unsauber lackierten Stellen oder Kratzer. Alles ist sehr exakt verarbeitet. Einziges auffallendes Detail ist, dass die Schrauben zur Montage der Bildschirme beim Z3 Pro schwarz sind, während die beigelegten Schrauben des Z2 Pro in silber gehalten sind. Das ist aber nur ein sehr feines Detail. Es handelt sich dabei übrigens um Kreuzschlitzschrauben, während alle anderen enthaltenen Schrauben beider Halter verschieden große Innensechskantschrauben sind.

Die Montage

Montage des Sockels und der Säule

Die Montage der beiden Monitorhalter ist sehr einfach und schnell erledigt. Zunächst haben wir den Sockel installiert. Dieser lässt sich entweder mit der Klammer direkt am Tisch festklemmen oder durch ein Loch montieren. Wir haben uns in beiden Fällen für eine Montage durch ein Loch entschieden und jeweils ein 10 mm-Loch gebohrt. Damit der Sockel nicht Schief steht, haben wir das Loch noch nachträglich etwas erweitert. Anschließend haben wir die vorinstallierte Klammer entfernt und stattdessen die Montageplatte für das Loch auf den Sockel geschraubt.

Arctic Z3 Pro Gen 3 Montage
Mit einem Loch durch den Tisch funktioniert die Montage am saubersten. (Bild: PCBC/FM)

Dann sind die Vorbereitungen auch schon fertig. Mit der großen Schraube haben wir den Sockel fest auf den Tisch geklemmt. Ich hatte dabei ein etwas mulmiges Gefühl, da man mit sehr viel Kraft zu Werke geht und das Griffteil der Schraube aus Kunststoff ist. Er hat allerdings problemlos gehalten. Der Sockel war nach dem Festziehen bombenfest am Tisch fixiert und nur mit sehr hohem Kraftaufwand überhaupt drehbar. Danach kann man bereits die Edelstahlsäule in den Sockel einschrauben. Diese muss danach mit einer kleinen Madenschraube auf der Rückseite fixiert werden.

Montage der Arme und Monitore

Beim Z3 Pro mussten wir zunächst die Haltearme zusammenbauen. Der Mittelteil ist bereits fertig montiert, zwei weitere Ausleger werden mit zwei Schrauben und Muttern fixiert. Beim Z2 Pro ist das nicht notwendig, da der ganze Haltearm bereits fertig montiert ist. Anschließend kann man den Haltearm bereits über die Säule fädeln und festziehen. Bis zu diesem Zeitpunkt kann man den Monitorhalter alleine montieren, spätestens zum Anschrauben der Monitore braucht man allerdings eine zweite Person.

Arctic Z3 Pro Gen 3 Motage
Die montierten Arme ohne Monitore. (Bild: PCBC/FM)

Auf unseren Monitorhaltern haben wir verschiedene Monitore installiert. Der Z3 Pro hält zwei Dell U2515H und ein Dell U2518D, welche jeweils eine Diagonale von 25 Zoll haben. Auf dem Z2 Pro haben wir ebenfalls einen Dell U2515H und einen Samsung C34H892 installiert. Der Samsung-Monitor ist mit 34 Zoll Diagonale bei 21:9-Bildverhältnis und einem Gewicht von gut 12 Kilogramm der schwerste Monitor. Zur Montage legt Arctic gleich vier verschiedene Arten von Schrauben bei. Einerseits sind kurze Schrauben für die direkte Montage des Monitors auf der Halteplatte vorhanden. Andererseits sind auch Abstandshalter und lange Schrauben im Karton, um Monitore mit VESA 75×75-Bohrungen montieren zu können. Alle Schrauben sind dabei in doppelter Ausführung als M4- und M5-Schrauben vorhanden.

Verkabelung und Kabelmanagement

Für die Verlegung der Kabel legt Arctic Kunststoffhalter bei, die einfach auf die Haltearme geklipst werden. Beim Z3 Pro waren ganze 12 Stück im Karton, weshalb jedes Armsegment mit drei Haltern ausgestattet werden kann. Beim Z2 Pro sind nur acht Halter beigelegt, da die Armsegmente deutlich kürzer sind. Für die Mittelsäule gibt es bei beiden Monitorhaltern einen etwas größeren Kunststoffhalter. Dieser ist bei zwei Monitoren problemlos ausreichend, beim Z3 Pro wäre ein größerer Halter aber definitiv nicht verkehrt gewesen. Die sechs Kabel passen nur recht schwer in den Halter. Auch ein zweiter Halter für den unteren Teil der Säule wäre kein Fehler gewesen, das ist aber nur ein kleines Manko.

Die Feinjustierung

Die größte Stärke der Pro-Serie ist die mögliche Feinjustierung. So lassen sich nicht nur die Arme frei und unabhängig voneinander bewegen, sondern auch die Köpfe können zum Einstellen genutzt werden. Dadurch ist sowohl eine Pivot-Funktion zum stufenlosen Drehen der Bildschirme um 360 Grad als auch das Neigen und zur Seite schwenken problemlos möglich. Unsere beiden Monitorhalter waren zur Feineinstellung ohne weitere Anpassungen fähig. Das heißt, dass wir mit montierten Monitoren keine Schraube lösen mussten, um die Monitore genau einzustellen. Nach der Feinjustierung haben wir die Schrauben ganz festgezogen, seitdem lassen sich die Monitore nur mehr mit sehr großem Kraftaufwand bewegen. Einzige Ausnahme ist der große Samsung-Monitor, da hier einfach ein anderes Gewicht und ein anderer Hebel vorhanden sind. Doch auch dieser Monitor hält ohne Probleme und ohne Wackeln.

Der Monitorhalter für den mittleren Monitor des Z3 Pro ist noch mit einer weiteren Funktion ausgestattet. Über eine kleine Schraube lässt sich der Halter nach oben und unten um 5 Zentimeter in der Höhe verstellen. Dadurch ist eine genauere Anpassung möglich, was vor allem dann hilfreich ist, wenn man keine baugleichen Monitore verbaut.

Die Stabilität

Besonders beeindruckend ist die Stabilität der Monitorhalter. Ich war davor skeptisch, ob drei Monitore in dieser Größe und diesem Gewicht nicht doch ein Problem für einen einzigen Halter werden könnten. Meine größte Angst war, dass die Arme schief hängen oder der ganze Halter locker werden könnte. Beide Ängste haben sich nicht bestätigt. Im Gegenteil: die beiden Arctic-Monitorhalter stehen Bombenfest und bewegen sich keinen Millimeter. Dabei ist es den Haltern scheinbar auch egal, wenn größere Monitore montiert sind. Selbst, wenn wir den Samsung-Monitor näher zu uns gezogen und damit die Hebelwirkung des Auslegers vergrößert haben, war kein Durchhängen oder gar Biegen der Teile sichtbar. Das liegt einerseits an sehr geringen Toleranzen und Spaltmaßen und andererseits an der sehr massiven Ausführung der Teile. Alle Teile sind aus Metall und nicht nur sehr wertig, sondern auch dick genug ausgeführt. Da gibt es kein Verbiegen und keine Ausleiern.

Der USB-Hub kann auch laden

Ein wirklich sinnvolles integriertes Feature ist der im Sockel integrierte USB 3.0-Hub. Arctic hat dem Sockel drei USB 3.0-Anschlüsse auf der Vorderseite und einen USB 3.0-Anschluss auf der Oberseite spendiert. Ein fix installiertes Kabel mit zwei Metern länge führt zum Computer und versorgt den Hub mit Daten und Strom.

Arctic Z3 Pro Gen 3 USB 3.0-Hub
Der USB 3.0-Hub im Fuß dient mit Stromversorgung auch gut als Lader. (Bild: PCBC/FM)

Ein weiteres cleveres Feature ist eine zweite mögliche Stromversorgung. Über einen Micro-USB-Anschluss mit kurzem Kabel kann ein gewöhnliches USB-Netzteil angeschlossen werden, das den Hub zusätzlich noch mit Strom versorgt. So kann jeder USB-Anschluss insgesamt bis zu 900 mA an Strom liefern. Das reicht bei so manchen Devices bereits als Ladestrom. Ich verwende den oberen Port als Anschluss für einen Raspberry Pi und lade mit den anderen drei Ports z.B. Headsets oder kleine Bluetooth-Lautsprecher auf. Das geht durch die 900 mA problemlos. Durch den USB 3.0-Standard funktioniert natürlich auch die Datenübertragung im gewohnten Speed. Lediglich ein USB-C-Port fehlt mir noch. Sobald sich der Standard verbreitet hat, wird Arctic wohl auch USB-C-Ports in kommende Produkte integrieren.

Fazit: massiv, genau, günstig und endlich wieder Platz am Schreibtisch

Mit der Z-Serie der dritten Generation hat Arctic wirklich sehr gute Produkte abgeliefert. Die beiden Monitorhalter der Pro-Serie Z2 Pro und Z3 Pro überzeugen durch schlichtes Aussehen, sinnvolle Funktionen und vor allem eine bombenfeste und genaue Installation. Die Verarbeitung ist hervorragend, durch massive Metallteile gibt es keinen Spielraum für Verbiegen oder Durchhängen und dadurch eine erstklassige Stabilität. Das Aufbauen ist einfach und schnell erledigt, durch die ausgeklügelte Feinjustierung lassen sich viele Konstellationen bewerkstelligen. Der USB 3.0-Hub mit Ladefunktion ist eine sinnvolle Ergänzung und funktioniert tadellos.

Auch ihren Zweck verfehlen beide Monitorhalter definitiv nicht. Sie eliminieren die individuellen Standfüße für jeden Monitor und schaffen so einiges an Platz auf dem Schreibtisch, der dann für andere Dinge deutlich besser genutzt werden kann. Preislich sind die Halter von Arctic noch dazu sehr attraktiv. Der Z2 Pro Gen 3 kostet derzeit 79,99 Euro, während der Z3 Pro Gen 3 für 99,99 Euro zu haben ist. Die Monitorhalter liegen damit im Mittelfeld, sind den meisten günstigen Konkurrenten jedoch bei der Verarbeitung und den Features deutlich überlegen. Da an solchen Haltern durchaus auch teure Monitore hängen, die man ungern opfern möchte, ist der Aufpreis zu billigeren Haltern definitiv sein Geld wert.

Die Leistung der Monitorhalter belohnen wir auch mit jeweils einen Award. So erhalten der Arctic Z2 Pro Gen 3 und der Arctit Z3 Pro Gen 3 jeweils den PC Builder’s Club Preis-Leistungs-Award.

Über Florian Maislinger 965 Artikel
Florian Maislinger ist Autor und Gründer von PC Builder's Club. Als gelernter IT-Engineer ist er bestens mit Computern und Hardware vertraut und seit Kindesbeinen an ein Technikliebhaber wie er im Buche steht. Er ist hauptsächlich für die News und unsere Social Media-Kanäle verantwortlich.

2 Kommentare

  1. Hallo zusammen

    Erstmal ein Lob, dies ist ein sehr interessanter Beitrag.
    Ich hätte da noch eine Frage, ist es beim Z3 Modell möglich in der Mitte einen 32/34 Zoll Monitor zu haben und links und rechts jeweils einen 27 Zoll?
    Als kleine Bemerkung die Seitlichen Monitore sollte man trotzdem noch angenehm anwinkeln können gegen vorne.

    Danke für die Antwort.

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