Die AMD Radeon Vega VII beherrscht DLSS über DirectX 12

AMD Radeon VII
(Bild: AMD)

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Ein Merkmal der Nvidia Turing-Grafikkarten ist neben Raytracing auch DLSS. Diese Technik beherrscht auch die AMD Radeon Vega VII über die DirectML-API.

DLSS: 4K-Aussehen, Full HD-Spielelast

Bei der Vorstellung der neuen Turing-Grafikkarten im August vergangenen Jahres gab es gleich mehrere Verbesserungen und neue Techniken zu bestaunen. Im Fokus stand dabei natürlich Raytracing. Durch die Strahlenberechnung entstehen deutlich realistischere Bilder, die dafür benötigte Hardware ist jedoch teuer und muss sehr stark ausgelegt sein. Gaming auf UHD und hohen Framerates ist dadurch praktisch nicht mehr möglich. Die Effekte lassen sich jedoch sehen, weshalb es für den ein- oder anderen sicher eine sinnvolle Ergänzung ist.

Die andere Technik, die im Fokus stand, war Deep Learning Super Sampling (DLSS). Dabei handelt es sich um eine neue Art der Kantenglättung. Super Sampling ist bereits seit einigen Jahren ein Thema und wird von jeder Grafikkarte beherrscht. Mit Turing hebt Nvidia die Technik jedoch auf ein neues Level. In eigenen Rechenzentren werden mit hunderten Tesla V100-Grafikkarten Spiele mithilfe von Deep Learning komplett durchgerechnet. Das neuronale Netzwerk wird quasi auf die Spiele trainiert. Die Endberechnung findet dann auf den Turing-Grafikkarten statt. Die Kantenglättung ist einer herkömmlichen Anti Aliasing-Technik dabei stark überlegen. Mit den Turing-GPUs und aktiviertem DLSS wird das Bild nur mehr in einer niedrigen Auflösung gerendert und anschließend auf 4K upgescalet und durch die Kantenglättung deutlich verschönert. Dadurch entsteht ein 4K-Bild, das aber nicht die Rechenlast eines 4K-Bilds benötigt. Die FPS steigen damit also an, in einigen Fällen ist DLSS sogar schöner als natives 4K.

Auch die AMD Radeon Vega VII beherrscht DLSS

DLSS ist bei der Turing-Generation deshalb so ein Thema, weil diese erstmals neben normalen Shader-Kernen auch Tensor- und RT-Kerne eingebaut haben. Die Tensor-Kerne übernehmen dabei das Interferencing und belasten dadurch die Shader nicht. Diese Tensor-Kerne fehlen der Konkurrenz in Form von AMD derzeit noch völlig. Allerdings könnte DLSS mit der neuen Radeon Vega VII wieder zum Thema werden. Die Grafikkarte ist nämlich deutlich stärker als die bisherigen Radeon-Grafikkarten. So könnte der Weg für DLSS über die DirectML-API frei sein. Die API hat Microsoft entwickelt und ist direkt in DirctX 12 integriert. Durch die API kann Deep Learning-Optimierung auch über die Shader stattfinden, ohne Tensor-Kerne zu benötigen. Die DirectML-API funktioniert dabei spannenderweise aber auch mit Nvidias Tensor-Kernen. Während die DLSS-Alternative auf der Radeon Vega VII also über die Shader laufen würde, könnten Turing-Grafikkarten auch weiterhin über die Tensor-Kerne arbeiten, ohne die CUDA-Shader zu belasten.

Die Frage dabei ist jedoch wie immer der Support der Spielehersteller. Diese integrieren Nvidias DLSS derzeit nur zögerlich in Spielen. Ob sich eine weitere Alternative überhaupt durchsetzen kann, ist dabei eher ungewiss. AMD will zwar in Zukunft auch in Richtung Raytracing forschen und dafür eigene Grafikkarten auf den Markt bringen, ob DLSS über die DirectML-API dabei ein Thema sein wird, muss sich erst zeigen.

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Florian Maislinger is author and founder of PC Builder's Club. As a skilled IT engineer, he is very familiar with computers and hardware and has been a technology lover since childhood. He is mainly responsible for the news and our social media channels.

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