Threadripper 2990X-Vorschau: der8auer übertaktet 32 Epyc-Kerne auf 3,8 GHz

(Bild: via YouTube/der8auer)

Als eine Vorschau auf den Threadripper 2990X hat der Extremübertakter der8auer einen AMD Epyc 7601 erfolgreich auf 3,8 GHz auf allen 32 Kernen übertaktet.

32 Kerne – für AMD kein Problem

AMD hat mit Threadripper alles richtig gemacht. Die letztes Jahr vorgestellte CPU-Familie mit riesigem Chip-Package erfreut sich größter Beliebtheit. Ein Grund dafür ist auch der Preis. So kosten 16 Kerne aka 1950X bei AMD nur mehr gute 650 Euro im Abverkauf, während 16 Kerne bei Intel als 7960X gute 1.380 Euro und damit gut das doppelte. AMD schafft diesen Preis durch seine Multi Die-Architektur. So finden auf einem Threadripper-Package ganze vier Zeppelin-Dies mit jeweils bis zu acht Kernen Platz.

Diesen Vorteil nutzt AMD auch dieses Jahr. Waren letztes Jahr auf Threadripper-Prozessoren noch Dummie-Dies verbaut, so sind dieses Jahr alle Dies belichtet und einsatzbereit. AMD kann dadurch 32 Kerne auf gleicher Chipgröße verbauen, ohne hohe Mehrkosten zu haben. Der Vorteil auch für die Kunden liegt auf der Hand: weder neue Kühlsysteme, noch neue Mainboards mit einem neuen Sockel sind für die zweite Generation notwendig. Der so vorgestellte Threadripper 2990X läuft damit auch auf den alten Mainboards. Generell wird AMD nachgesagt, für die 2000er-Generation keinen neuen Chipsatz zu veröffentlichen.

Epyc übertakten – der8auer machts vor


Die 32 Kerne kommen auch durch die Erfahrung von AMDs Epyc-Prozessoren. Diese gibt es bereits seit Anfang mit dem zu TR4 baugleichen Sockel SP3 und gleichen Zeppelin-Dies. Der Extremübertakter Roman Hartung, besser als der8auer bekannt, hat deshalb einen solchen 4.500 Euro-Epyc-Prozessor mit 32 Kernen, genauer gesagt den Epyc 7601, genommen und übertaktet. Dafür hat er die CPU auf einem relativ günstigen Supermicro-Board mit insgesamt acht Stück DDR4-Regeistered-Arbeitsspeicher mit 8 Gigabyte Kapazität verbaut. Als Kühlung kommt ein Industriekühler mit einem Wasserkühlkreislauf zum Einsatz. Das ist notwendig, weil die Leistungsaufnahme auch durch die Temperatur zustandekommt und sonst die Over Currency Protection (kurz OCP) des Mainboards das ganze System abschaltet.

Epyc 7601 auf 3,8 GHz – Vorschau auf Threadripper 2990X

Der Epyc-Prozessor ist grundsätzlich eher weniger aufs Übertakten ausgelegt. Entsprechend ist auch das Mainboard und vor allem die Stromversorgung nicht aufs Übertakten ausgelegt. Nichtsdestotrotz hat der8auer es geschafft, den Epyc 7601 problemlos auch mit dem Servermainboard auf 3,8 GHz zu takten. Einen höheren Takt hat er wegen der OCP nicht erreicht. Dies dürfte bei Threadripper jedoch weniger der Fall sein, da der 2990X bereits auf 3,4 GHz in der Basis getaktet sein soll. Die Spannungsversorgung bei Gaming-Mainboards ist grundsätzlich auch deutlich besser, weshalb im Overclocking wohl noch deutlich höhere Taktraten erreichbar sind.

Octa-Channel-Memory macht einen großen Unterschied

Um bei den Tests möglichst nahe an Threadripper heranzukommen, hat Roman Hartung jeweils nur vier DDR4-Speichersticks verwendet, da auch die zweite Threadripper-Generation nur Quad-Channel-Memory unterstützen soll. So erreichte er auf 3,4 GHz im Cinebench R5-Benchmark nur verhältnismäßig niedrige 3.867 Punkte. Als er jedoch alle acht Speicherbänke belegt hat und somit Octa-Channel nutzen konnte, kletterte der Score auf 5.224 Punkte. Auf 3,8 GHz hat der Extremübertakter maximal 5.871 Punkte mit Octa-Channel erreicht. Das schlägt sich auch im AIDA64-Test nieder. So erreicht die Kombination mit Quad-Channel-Speicher mit 65,5 GB/s lesend, 63,5 GB/s schreibend und 61,3 GB/s kopierend vergleichbare Werte wie der 1950X . Mit Octa-Channel-Speicher erreicht die Kombination auf 3,8 GHz jedoch ganze 123,6 GB/s lesend, 125,6 GB/s schreibend und 117,8 GB kopierend.

der8auer hat daraufhin auch noch ein Diagramm zur Skalierung der CPU erstellt. So lässt sich gut ableiten, wie sich der Epyc-Prozessor bei höheren Taktraten verhält. Pro 100 MHz Takt kommen gute 150 Punkte im Cinebench-Test zustande. Auf 4 GHz könnte der Epyc 7601 damit auf über 6.000 Punkte im Cinebench kommen. Das wäre der doppelte Score im Vergleich zum Threadripper 1950X. Inwieweit der Arbeitsspeicher und vor allem das Speicherinterface bei Threadripper 2000 eine Rolle spielt, wird sich noch zeigen. Möglicherweise ist auch mit vier Speicherkanälen ein Score von 6.000 Punkten bei Cinebench drinnen.

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