Nvidia: Aufregung um neuen Geheimhaltungsvertrag

(Bild: Nvidia)

Nvidia hat vor kurzem neue NDAs (Non Disclosure Agreement, Geheimhaltungsvertrag) herausgegeben. Das sorgt bei einigen jetzt für Aufregung.

NDA – Produkte zum Vortesten, aber im Geheimen

Geheimhaltungsverträge, oder auf Englisch NDA (Non Disclosure Agreement), sind in der Technikbranche gang und gäbe. Damit sichern sich die meisten Unternehmen gegenüber Medien ab, welche vor einem Produktlaunch bereits Testsamples erhalten. Das hat natürlich für beide Seiten Vorteile. So gibt es bereits pünktlich zum Launch der neuen Produkte detaillierte Berichte, Artikel und Tests. Die jeweiligen Medien haben dafür bereits im Voraus die Möglichkeit, die Produkte ausführlich zu testen und so noch ohne Druck und Stress die eigenen Veröffentlichungen vorzubereiten.

Problematisch ist das vor allem bei brandaktuellen Themen. So möchten die wenigsten Hersteller, dass bereits im Vorfeld alle Informationen an die Öffentlichkeit gelangen. Zwar spielen viele Unternehmen selbst Informationen zur Veröffentlichung an manche Medien, um bereits im Vorfeld die Gerüchteküche und damit die Berichterstattung anzuheizen, generell sind aber detaillierte Informationen im Vorfeld unerwünscht. Zum Verständnis: viele Produkte erreichen die Medienunternehmen und Magazine bereits Wochen oder Monate vor der offiziellen Veröffentlichung. Dadurch ist natürlich viel Potenzial gegeben, konkrete Details zu leaken. In NDAs ist deshalb normalerweise vertraglich geregelt, dass bei Überlassen von Testsamples keine Informationen veröffentlicht werden dürfen. Solch eine NDA hat Nvidia nun neu aufgelegt und sorgt dadurch für Diskussionen.

heise.de: „Nvidia-NDA als Maulkorb für Journalisten“


Den Anstoß dazu lieferte das wohl größte deutsche Technikportal heise.de. Die Journalisten prangen in einem Artikel nicht nur die neue NDA an, sondern veröffentlichen das komplette Dokument auch. Dabei kritisiert heise.de, dass Nvidia die NDA äußerst allgemein gefasst hat und sich selbst dabei zu viele Rechte im Bezug auf die Berichterstattung herausnimmt. So gelte die NDA nicht für ein konkretes Produkt und sei soweit unbegrenzt. Zudem kommen Passagen wie „Der Empfänger verwendet vertrauliche Informationen ausschließlich zu Gunsten von Nvidia“ oder „Ungeachtet des Ablaufs dieser Vereinbarung erlöschen die Verpflichtungen des Empfängers in Bezug auf jegliche vertrauliche Informationen fünf Jahre nach dem Datum ihrer Weitergabe an den Empfänger“ vor. Laut heise.de habe Nvidia sich so durchaus auch den Spielraum geschaffen, um Informationen, die Nvidia nicht passen, aufgrund dieser NDA einzuklagen.

Gegenwind von Techmagazinen

Es gibt jedoch auch Gegenredaktionen. So meint das Team von Computerbase.de, dass Heise generell bereits im Clinch mit Nvidia läge. Sowohl Computerbase, als auch PC Games Hardware und auch Tom’s Hardware Deutschland haben die neue NDA unterschrieben. Das liege vor allem daran, weil die Magazine keine wirklichen Änderungen zu vorherigen NDAs finden und der Meinung sind, dass die neue Vereinbarung auch weiterhin nur bei vertraulichen und vorab erhaltenen Informationen greift. Entsprechende Erfahrungen hätten alle drei Magazine sowohl mit Nvidia als auch mit anderen Herstellern gemacht.


Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*