CPU-Kühler im Test: Kampf der Luftkühl-Tower

Kühler-Test

Jeder Computer ist nur so gut wie seine Kühlung. Ohne gute Kühler hat man entweder einen lauten PC oder einen heruntertaktenden Prozessor. Daher haben wir ein paar der gängigsten CPU-Luftkühler in einem großen Test gegeneinander antreten lassen. Die Ergebnisse sind einerseits überraschend, andererseits aber altgewohnt.

Einleitung

Die Kühler sind in jedem Computer ein notwendiger und wichtiger Teil. Ohne gute Kühlung werden die Prozessoren und Grafikkarten langsamer, die Lüfter lauter, das Case wärmer. Dass das nicht gut für die Hardware ist, dürfte einleuchtend sein. Umso wichtiger ist besonders für den Prozessor ein möglichst guter Kühler. Dabei muss es jedoch nicht immer ein 100€-Kühlturm sein, der das ganze Case ausfüllt. Oftmals geht auch eine Nummer kleiner, ohne Übertaktung reichen sogar oftmals die kleinsten Kühler ihrer Klasse. Daher haben wir unseren Test nicht nur auf riesige Tower ausgelegt, sondern auch beliebte Kleinkühler getestet. Wer hält die Temperatur unter welchen Voraussetzungen?

Die Probanden in der Übersicht


Als Testexemplare haben wir 11 verschiedene Kühler der Firmen Arctic, be quiet!, Cryorig, EKL, Noctua und Scythe in unserem System getestet. Besonderen Wert haben wir auf unterschiedliche Szenarien gelegt, damit nicht nur die Top-Kühler zum Zug kommen, sondern auch die kleinen und gängige Kompaktlösungen. Unterstützt wurden wir bei unserem Test von den Firmen be quiet! und Noctua, ein großes Danke an dieser Stelle!

Arctic Freezer 13

Der Arctic Freezer 13 gilt als einer der Topseller unter den CPU-Kühlern. Mit guten 26€ ist er eher in der günstigen Liga anzusiedeln, der Preis täuscht aber durchaus. Mit einem 92mm-PWM-Lüfter wird der Kühler nur 130mm hoch, was ihn in viele Gehäuse passen lässt. Der kompakte Kühlturm ist mit vier Kupferheatpipes ausgestattet, die die Wärme von der Heatplate nach oben in die Kühlfinnen führen. Die Wärmeleitpaste, Arctics MX4, ist bereits voraufgetragen, was die Installation besonders für Anfänger leicht macht. Äußerlich ist der Lüfter in einem eher auffälligen Weißton gehalten. Er wird ohne Klammern direkt auf den Kühlturm aufgeklippt. Im eingebauten Zustand ist so von der Seite allerdings auch die Plastikhalterung mit auffälligem Arctic-Schriftzug zu sehen, vom Design her nicht unbedingt das Nonplusultra. Wärme soll der Arctic Freezer 13 bis zu 200 Watt TDP abführen können, entsprechend sind auch alle Halterungen für Intels Sockel 2011v3 und 2066 enthalten.

  • Arctic Freezer 13 Test
    Die OVP des Arctic Freezer 13. (Bild: PCBC)

be quiet! Pure Rock Slim

Ein weiterer Vertreter der Kleinkühler ist der Pure Rock Slim von be quiet!. Er ist mit 21€ der aktuelle Amazon-Bestseller, was an einer Mischung aus schickem Design und be quiet!-Qualität liegt. Er ist wie der Arctic Freezer 13 mit einem 92mm-PWM-Lüfter von be quiet! ausgestattet. Mit 125mm Einbauhöhe ist er noch einmal eine Spur kleiner als der Arctic Freezer 13. Auch der Kühler selbst ist kompakter, was sich auch in drei Kupferheatpipes niederschlägt. Die Wärmeleitpaste ist auch hier direkt aufgetragen. Zum Einsatz kommt eine nicht näher spezifizierte Wärmeleitpaste von be quiet!. Der Lüfter ist mit den typischen Klammern am Kühlturm befestigt, was ein Tauschen erleichtert. Äußerlich ist der Kühler in einem matten Aluminium-Look gehalten. Auf der obersten Platte sind die Heatpipes sauber mit Deckeln verschlossen, mittig ist dezent der be quiet!-Schriftzug zu sehen. Im Vergleich zum Arctic Freezer 13 kann der Pure Rock Slim jedoch nur 130 Watt TDP abführen, weshalb auch kein Montagematerial für die Sockel 2011v3 oder 2066 vorhanden ist.

  • be quiet! Pure Rock Slim Test
    Mit einem 92mm-Lüfter bleibt der Pure Rock Slim das, was er namentlich ist: schlank. (Bild: PCBC)

EKL Alpenföhn Ben Nevis

Der Alpenföhn Ben Nevis zählt ebenfalls zu den Klassikern der Kleinkühler. Für 26€ erhält der Käufer einen kleinen Kühler in gewohnt guter EKL-Qualität. Der 120mm-PWM-Lüfter macht den Ben Nevis jedoch sehr hoch. Mit 140mm ist er allerdings in fast jeden Tower reinzubekommen. Der schlanke Kühler ist im puren Aluminiumlook gehalten und hat drei Kupferheatpipes. Im Vergleich zum Pure Rock Slim und dem Freezer 13 ist zwar eine Wärmeleitpaste enthalten, aber nicht direkt aufgetragen. Auch EKL arbeitet mit Klammern zur Lüfterfixierung. 140 Watt kann der Ben Nevis abführen, verwunderlich ist deshalb, dass auch Montagematerial für die Sockel 2011v3 und 2066 beiliegt.

  • EKL Alpenföhn Ben Nevis Test
    Der Alpenföhn Ben Nevis ist wie der Pure Rock Slim vor allem ein kleiner, kompakter Kühler, hier in OVP. (Bild: PCBC)

Arctic Freezer Xtreme

Der Freezer Xtreme von Arctic soll bereits in einer höheren Klasse spielen als der Freezer 13. Doch bereits der Preis von guten 26€ deutet darauf hin, dass hier etwas nicht stimmen kann. Blickt man auf die Spezifikationen, bemerkt man, dass der Kühler zwar einen größeren Lüfter mit 120mm und theoretisch gleich zwei Kühltürme, jedoch deutlich schlechter spezifiziert ist. Mit 160 Watt TDP, die der Freezer Xtreme abführen kann, ist ein Abstand von 40 Watt TDP zum Arctic Freezer 13 mit 200 Watt TDP, die dieser kühlen kann, gegeben. Welche Berechtigung der Kühler dann hat, ist daher etwas fraglich. Der Lüfter sitzt in der Mitte der beiden Kühltürme, wodurch beim einen die Luft durchgesaugt und beim anderen durchgedrückt wird. Das ist ein beliebtes Konzept für Kühltürme. Ansonsten ist ein großes Plastik-X auf beiden Seiten als Halterung des Lüfters montiert. Mit 140mm ist der Kühler jedoch auch noch verhältnismäßig klein. Von der Heatplate führen vier Heatpipes aus Kupfer jeweils in beide Türme aus Aluminium. Die Wärmeleitpaste ist bereits voraufgetragen. Anders als der Arctic Freezer 13 kann der Freezer Xtreme nicht für die Kühlung von Sockel 2011v3 oder 2066-Prozessoren verwendet werden.

  • Arctic Freezer Xtreme Test
    Der Arctic Freezer Xtreme in OVP. (Bild: PCBC)

be quiet! Shadow Rock TF 2

Mit dem be quiet! Shadow Rock TF 2 betritt der einzige Topblower in diesem Test den Ring. Der Kühler ist vor allem für Cases mit niedriger Einbauhöhe gemacht. Diese Nische will sich be quiet! aber auch bezahlen lassen: mit 56€ kostet der Topblower fast so viel wie ein Dark Rock 3. Zur Kühlung gibt es einen nicht näher spezifizierten 135mm PWM-Lüfter. Die Höhe beträgt aufgrund der Bauart nur 112mm. Die Kühlfinnen sind in einem dunklen Ton gehalten. Direkt auf der Heatplate sitzen bereits Teile dieser Kühlfinnen. Fünf Kupferheatpipes führen direkt von der Heatplate in den Kühlkörper. Eine Deckelplatte wie bei den anderen be quiet!-Lüftern gibt es ebenfalls, diese ist aber nicht wirklich sichtbar, da ja der Lüfter im Case nach oben zeigt. Mit 160 Watt TDP und dem Montagematerial für fast alle Sockel ist man mit diesem Kühler für fast alles gerüstet.

  • Der be quiet! Shadow Rock TF 2 ist mächtig, aber auch entsprechend groß. (Bild: PCBC)

Cryorig H5 Universal

In Europa eher unbekannt ist Cryorig noch ziemlich neu am Markt. Entsprechend unbekannt sind die Kühler des Herstellers. Der Cryorig H5 Universal ist das Mittelklassemodell der amerikanischen Firma. Der Preis liegt mit knappen 45€ zwar im eher höheren Bereich, ist aber angemessen. Dafür bekommt man einen Tower mit einem sehr flachen 140mm PWM-Lüfter in silbernem Look. Mit einer Höhe von 160mm passt er zwar in keine kleinen Gehäuse, aber in die meisten Midi-Tower. Als Abdeckung dient rund um den Kühler eine weiße Kunststoffverkleidung. Von der Heatplate weg führen vier Heatpipes direkt in die Kühlfinnen, die durch ein wabenartiges Design besonders gut zum Wärmeaustausch geeignet sein sollen. Auch der Cryorig H5 Universal hat 160 Watt TDP. Eine Wärmeleitpaste liegt ebenso wie Montagematerial für alle gängigen Sockel in der Box.

  • Cryorig H5 Universal Test
    Auch der Cryorig H5 kommt mit allerlei Zubehör. (Bild: PCBC)

EKL Alpenföhn Brocken 2

Ein Platzhirsch in der Mittelklasse ist definitiv der Alpenföhn Brocken 2 von EKL. Der mit guten 39€ moderat günstige Kühler findet sich in vielen Rechnern wieder. Wohl auch zurecht, denn zu bieten hat er viel. Der 140mm PWM-Lüfter wirkt zwar etwas klobig angehängt, verschafft dem Brocken 2 aber einen guten Durchzug. Der 140mm-Lüfter benötigt jedoch auch einiges an Höhe, was den Brocken 2 mit 165mm Gesamthöhe nicht in jedes Case passen lässt. Die Kupferheatpipes sind nicht über eine Heatplate mit dem Prozessor verbunden, sondern liegen direkt auf. Der zweiteilige Kühlturm aus Aluminium soll bis zu 180 Watt TDP abführen können und ist für alle gängigen Sockel geeignet.

  • EKL Alpenföhn Brocken 2 Test
    Ein wahrer Klassiker unter den Kühlern: der Alpenföhn Brocken 2. (Bild: PCBC)

Scythe Mugen 5

Vor kurzem neu aufgelegt ist auch der Scythe Mugen 5 ein wahrer Standard in der Branche. Knappe 46€ lässt sich Scythe für den schlanken Kühler zahlen. Bekommen tut man für sein Geld einen 155mm hohen Kühler mit einem 120mm PWM-Lüfter, welcher an den Ecken entkoppelt und in Grau gehalten ist. Insgesamt sechs vernickelte und mit Pfropfen oben verschlossene Kupfer-Heatpipes ragen in den Aluminium-Kühlkörper. Dieser ist dank der geneigten Bauart so konzipiert, dass der aufgesetzte Lüfter keine RAM-Riegel blockieren soll. Eine genaue Angabe über die Kühlleistung haben wir nicht gefunden. Wir gehen aber von guten 160 Watt TDP aus. Die Revision B ist auch bereits mit AM4-Montagematerial ausgestattet und passt auf fast alle Intel-Sockel. Auch eine Wärmeleitpaste legt Scythe dem Mugen 5 bei.

  • Scythe Mugen 5 Test
    Der Scythe Mugen 5 ist noch recht neu und trotzdem ein beliebter Standardkühler. (Bild: PCBC)

be quiet! Dark Rock 3

In der gehobenen Mittelklasse, wenn nicht gar Oberklasse, findet sich auch der be quiet! Dark Rock 3 wieder. Für gute 60€ ist er zwar kein Schnäppchen mehr, der Kühler weiß trotzdem mehr als gut zu gefallen. Ein 135mm PWM-Lüfter der Silent Wings-Riege fordert allerdings auch seinen Tribut. Der Kühler ist wuchtig und mit 160mm nicht mehr für jedes Gehäuse geeignet. Oben aufgesetzt ist wie bei allen be quiet!-Kühlern eine Aluminiumplatte mit Verschlüssen für die Heatpipes. Diese Platte ist in schwarz gehalten, das be quiet!-Logo ist im Aluminium-Look darauf zu sehen. Auch die Kühlfinnen wirken eher dunkel. Insgesamt sechs Heatpipes aus Kupfer führen in den Kühlturm. Die typische be quiet!-Wärmeleitpaste ist ebenfalls enthalten. Mit 190 Watt TDP, die dieser Kühler abführen kann, ist für fast alle Eventualitäten vorgesorgt.

  • be quiet! Dark Rock 3 Test
    Der Dark Rock 3 samt Packungsinhalt. (Bild PCBC)

Cryorig R1 Ultimate

Kommen wir nun zur absoluten Oberklasse. Der Cryorig R1 Ultimate soll mit zwei Lüftern als Push/Pull/Push-Konfiguration äußerst gut kühlen. Das lässt sich Cryorig aber auch gut bezahlen: rund 82€ will der amerikanische Hersteller für seinen Kühlerboliden haben. Dafür bekommt man einen 169mm hohen Kühler mit zwei entkoppelten 140mm PWM-Lüftern. Die Kühlfinnen sind aus nach jedem Lüfter jeweils aus zwei Teilen zusammengesetzt. Dazwischen sind insgesamt sieben Kupferheatpipes, die die Wärme von der Heatplate abführen. Rund um den Kühler ist die für Cryorig typische Plastikabdeckung, dieses mal in schwarz. Der Kühler generell ist in einem eher dunklen Ton gehalten. Mit einer Wärmeabfuhr von 250 Watt+ TDP ist er der größte Kühler von Cryorig und für alle Sockel geeignet. Das Montagematerial ist ebenso wie Wärmeleitpaste enthalten.

  • Cryorig R1 Ultimate Test
    Der Cryorig R1 Ultimate in seiner Verpackung. (Bild: PCBC)

Noctua NH-D15

Kommen wir zum Leistungskönig dieses Wettkampfs. Der Noctua NH-D15 ist ein wahrlich gigantischer Kühler und mit 92€ der teuerste in unserem Test. Der Eindruck kommt vor allem durch die hohe Breite des Kühlkörpers. Mit 165mm Bauhöhe passt er weiterhin in viele Midtower. Zwei entkoppelte 140mm PWM-Lüfter in gewöhnungsbedürftigem, aber typischen Noctua-Braun sorgen für Druck auf den Kühlfinnen der zwei Kühltürme. Diese sind im Natur-Aluminiumlook gehalten. Die Heatpipes sind auf der Oberseite mit Stopfen verschlossen. Die Aluminium-Finnen sind mit insgesamt sechs Heatpipes mit der Bodenplatte verbunden. Einen dezidierten TDP-Wert gibt Noctua für seine Kühler nie an, da dieser von Plattform zu Plattform variiert, die TDP dürfte zur Vergleichbarkeit aber jenseits der 250 Watt liegen. Der NH-D15 ist entsprechend für alle Prozessoren inklusive Skylake-X geeignet. Entsprechendes Montagematerial und eine Wärmeleitpaste legt Noctua natürlich bei. Lediglich das AM4-Kit muss bei Bedarf nachgefordert werden.

  • Noctua NH-D15 Test
    Kühlkönig: der Noctua NH-D15 kommt mit zwei 140mm-Lüftern und viel Montagematerial. (Bild: PCBC)

Montage

Montageprinzipien im Vergleich

Die kleinsten Kühler im Test lassen sich am einfachsten verbauen. So muss beim Arctic Freezer 13 auf der Vorderseite nur ein Plastikrahmen mit Pushpins montiert werden. Der Kühler wird anschließend einfach mit zwei Schrauben aufgesetzt und festgezogen. Genau gleich und ohne Bankplate funktioniert auch die Montage des größeren Bruders Freezer Xtreme. Der Pure Rock Slim ist noch einfacher in der Installation. Durch die geringe Größe wird nur mit Pushpins in den Haltebügeln gearbeitet. Das heißt, dass der Kühler nur auf den Prozessor gesetzt und mit den Pushpins fixiert wird. Der Ben Nevis arbeitet bereits mit Backplate, in der die auf den Kühler aufgeschraubten Bügel einfach verschraubt werden.

Ein ähnliches Prinzip wird auch in der Kühler-Mittelklasse genutzt. Hier kommt durchgehend eine Backplate zum Einsatz, da die Kühler deutlich schwerer sind. Bei den meisten Kühlern werden auf der CPU-Seite des Mainboards zwei Halteschienen mit der Backplate verschraubt. Danach wird der Kühler aufgesetzt und mittels zwei Schrauben auf den Halteschienen fixiert. der Alpenföhn Brocken 2 und der Scythe Mugen 5 sind schmal genug, um an den Kühltürmen ohne Lüftern vorbeischrauben zu können. Beim Cryorig H5 Universal und R1 Ultimate mussten wir mit einem passenden Werkzeug durch den Kühler hindurch die beiden Schrauben festziehen. Der Noctua-Kühler wird ebenfalls mit zwei Schrauben fixiert, jedoch nicht durch den Kühler, sondern zwischen den beiden Kühltürmen hindurch, wenn der Lüfter entfernt wird.

Schwieriger ist da schon die Installation der be quiet!-Kühler. Diese arbeiten mit je zwei Bügeln, die am jeweiligen Kühler montiert werden. Anschließend werden die Schrauben von hinten durch die Backplate und das Mainboard hindurch in vier Muttern, die an den Bügeln befestigt sind, eingeschraubt. Das erfordert einiges an Fingerspitzengefühl, ist aber auch keine Hexerei.

Schwierigkeit der Installation

Am einfachsten war die Installation definitiv beim Pure Rock Slim. Mit den Pushpins lässt sich nicht viel falsch machen. Alle Kühler, die von oben montiert werden konnten, waren ebenfallls leicht zu installieren. Beim Cryorig R1 Ultimate griffen zuerst die Schrauben nicht, was es sehr schwierig machte, mit dem mitgelieferten Tool den Kühler wirklich sicher zu fixieren. Die vorgesehenen Löcher sind dafür fast zu eng. Beim H5 Universal ist das deutlich besser gelöst, die Schrauben griffen sofort. Einige Schwierigkeiten hatten wir ebenfalls mit den be quiet! Kühlern, da viel Koordination notwendig war. Alle anderen Kühler sind meher oder minder gleich leicht zu montieren. Mit der Montage von oben mittels zwei gefederten Schrauben ist es sehr einfach, den Kühler sauber zu montieren.

RAM-Kompatibilität

Ein weiteres Thema ist die Kompatibilität unserer Arbeitsspeichermodule. Da wir insgesamt 32 GB Crucial Ballistix Elite auf vier Riegel aufgeteilt verbaut haben, ist nicht bei jedem Kühler die volle Kompatibilität gegeben. Der Arctic Freezer 13 und der Dark Rock 3 spielen mit unserem vergleichsweise hoch gebauten RAM nicht mit. Der Freezer 13 kann mit dem Lüfter nach unten oder oben verbaut werden, um alle Slots verwenden zu können, beim Dark Rock 3 hilft nur Low Profile-RAM. Sonst sind nur die beiden vorderen Slots nutzbar, was auch eine Dual Channel-Konfiguration beim Arbeitsspeicher zunichte macht. Die beiden größten Kühler, der Noctua NH-D15 und der Cryorig R1 erlauben die vollen vier Module nur, wenn die Lüfter etwas nach oben geschoben werden können, was nicht in jedem Case machbar ist.

Alle anderen Kühler sind problemlos mit unseren 32 GB Arbeitsspeicher kompatibel. Der Cryorig H5 Univesal hat unten einen kleinen Ausschnitt in den Kühlfinnen und einen besonders schmalen Lüfter, um den Arbeitsspeicher verbauen zu können. Scythe baut den Mugen 5 direkt etwas in die andere Richtung geneigt, um die Slots nicht zu blockieren. Die meisten Kühler sind aber auch schlicht schmal genug oder so hoch gebaut, dass keine Komplikationen entstehen.

Testergebnisse

Testsystem und Testverfahren

Um die Temperatur bestimmen zu können, haben wir jeden Kühler einzeln in unser Referenzsystem statt der be quiet! Silent Wings 360-AiO eingebaut. Unser Referenzsystem besteht aus folgenden Komponenten:

KomponenteProdukt
ProzessorIntel Core i7-7700K
MainboardAsus Maximus IX Hero
ArbeitsspeicherCrucial Ballistix Elite 3000 MHz 32 GB
GrafikkarteSapphire Radeon R9 390 Nitro
SSDSamsung 850 Evo 500 GB
Netzteilbe quiet! Dark Power Pro 1000 Watt
GehäuseNZXT H440
WärmeleitpasteThermal Grizzly Kryonaut
Kühlerbe quiet! Silent Loop 360
Belüftung3x 120mm im Frontpanel
1x 140mm an der Rückwand

Lüfter: NZXT FNv2 Casefans PWM
BetriebssystemWindows 10 Home

Die Messungen erfolgen bei geschlossenem Gehäuse und moderat drehenden Gehäuselüftern. Verbaut sind drei Stück 120mm-Lüfter mit PWM der Marke NZXT in der Front und ein 140mm-Lüfter auf der Rückseite. Die Raumtemperatur beträgt 23° C. Um zusätzliche Last zu erzeugen, führen wir die Tests sowohl mit normalem Takt als auch mit Übertaktung auf 4,8 GHz Taktrate und 1,36V Spannung aus. Als Wärmeleitpaste verwenden wir die, die beim jeweiligen Kühler mitgeliefert wurde. Die Lüfterkurve ist so eingestellt, dass ab 30°C mit 20% der Umdrehungen gedreht wird. Die Lüfterkurve steigt bis 70° kontinuierlich auf 100% an.

Für die Temperaturmessungen verwenden wir verschiedene Testverfahren. Zum einen wird mit Prime95 im Blend-Test eine Last auf dem Prozessor erzeugt und 30 Minuten lang aufrechterhalten, um einen Mittelwert zu bestimmen. Um eine reale Einschätzung zu bekommen wird in einem zweiten Test mit diversen Spielen (Battlefield 1, The Witcher 3, The Forest, …) eine hohe Last erzeugt. Die Temperaturen werden mit Cam und Realtemp gemessen.

Temperatur bei 4,5 GHz

 

Leerlauf (IDLE)

Beim ersten Temperaturtest im Windows-Leeerlauf kommt es zu wenigen Überraschungen. In der Einstiegsklasse macht der Arctic Freezer das Rennen und erreicht nur 42 Grad Celsius. Die Abstände zu den beiden Konkurrenten von be quiet! und EKL sind jedoch mit einem und zwei Grad Celsius sehr gering. In der Mittelklasse kann vor allem der Cryorig H5 mit dem Top-Ergebnis von 37 Grad Celsius punkten. Scythe folgt direkt danach, der Arctic Freezer Xtreme bildet das definitive Schlusslicht. Absoluter Spitzenreiter ist der Noctua NH-D15 mit gerade einmal 34°C im Leerlauf. Der Cryorig R1 Ultimate ist interessanterweise drei Grad wärmer als der kleinere Bruder H5 Universal. Der Dark Rock 3 von be quiet! zieht mit dem Scythe Mugen 5 gleich und liegt damit 1°C über dem Shadow Rock TF 2.

Gaming

Interessanter als der Leerlauf unter Windows dürfte allerdings der Gaming-Wert sein. Die kleinsten im Test können auch hier problemlos passende Werte halten. Mit 63°C ist der Arctic Freezer 13 wieder der kühlste, gefolgt vom Pure Rock Slim mit 66 und dem Ben Nevis mit 67 Grad Celsius. Unserer Meinung nach sind das für so kleine Kühler durchaus passable Werte. Beim Gamingtest setzt sich jedoch das seltsame Bild vom Arctic Freezer Xtreme fort. Mit 64°C ist er wärmer als der kleine Bruder. Gleich warm ist auch der Alpenföhn Brocken 2. Auch diesen Test kann der Cryorig H5 für sich entscheiden und erhält mit 59°C das beste Ergebnis. Dicht dahinter folgen der TF 2 mit 60°C und der Scythe Mugen 5 mit 62°C. Bei den großen Towerkühlern ist der Cryorig R1 Ultimate den Konkurrenten etwas unterlegen. Er erreicht 61°C und damit erneut mehr als der H5. Der Dark Rock 3 kann hier besonders überzeugen und erreicht 56°C, gefolgt vom Noctua NH-D15 mit 58°C.

Prime95 (Blend)

Im Prime95 Blend-Test wird den Kühlern nun endgültig alles abverlangt. Das gute Bild vom Arctic Freezer 13 setzt sich fort, er erreicht 74°C. Der Pure Rock Slim folgt mit 76°C, das Schlusslicht bildet erneut der Ben Nevis mit 77°C. Auch im härtesten Test ist dem Cryorig H5 hingegen die Krone der Mittelklasse nicht zu nehmen. Mit 70°C liegt er noch vor dem Scythe Mugen 5 (71°C), dem Alpenföhn Brocken 2 (74°C) und dem Arctic Freezer Xtreme (76°C), welcher erneut wärmer ist als der kleinere Freezer 13. Das Schlusslicht ist der TF 2 von be quiet, welcher auf ganze 83°C kommt. Überzeugen kann in diesem Test hingegen der Dark Rock 3 vom gleichen Hersteller. Er ist mit 66°C nur ein Grad Celsius über dem NH-D15 von Noctua. Der Cryorig R1 Ultimate kommt trotz zweier Lüfter nicht an den Dark Rock 3 heran und bleibt mit 71°C einmal mehr etwas wärmer als der H5 Universal.

Temperatur bei 4,8 GHz

 

Leerlauf (IDLE)

Auch mit übertaktetem Prozessor setzt sich der gute Eindruck vom Arctic Freezer 13 fort. Er erreicht mit 44°C das beste Ergebnis der kleinen Kühler. Der Ben Nevis folgt mit 45°C, dicht dahinter ist der Pure Rock Slim mit 46°C. Das gleiche Ergebnis erreicht auch der Arctic Freezer Xtreme, trotz größerem Lüfter und Kühler ist er damit nicht besser als der Freezer 13. Der Alpenföhn Brocken 2 erreicht ebenfalls 46°C. Darüber liegt nur der Shadow Rock TF 2, welcher 47°C im Leerlauf erreicht. Vier Grad darunter liegt der Scythe Mugen 5. Die beste Figur der Mittelklasse macht erneut der H5 Universal, der nur 40°C erreicht. Damit zieht er mit dem Dark Rock 3 von be quiet! gleich. Der Cryorig R1 liegt 1°C darüber, mit 37°C hat der Noctua NH-D15 wieder die Nase vorne.

Gaming

Beim Gaming zeigt sich bereits ein differenzierteres Bild. Die kleinen Kühler haben deutlich mehr zu tun. So erreicht der Arctic Freezer 13 mit 69°C sechs Grad mehr als ohne Übertaktung. Diese sechs Grad mehr sind auch beim Pure Rock Slim von be quiet! (72°C) und beim Ben Nevis (73°C) zu sehen. Das gleiche Ergebnis wie der Ben Nevis erreicht auch der Arctic Freezer Xtreme. Mit 70°C liegt auch der be quiet! TF 2 weit über dem nicht-übertakteten Wert. Erstmals ist der Cryorig H5 nicht der kühlste in der Mittelklasse. Mit 65°C liegt er nur auf Platz 2, übertroffen vom Scythe Mugen 5 mit 64°C. Den dritten Platz belegt der Alpenföhn Brocken 2 mit 66°C. Ex aequo übertreffen den Mugen 5 nur der Dark Rock 3 und der NH-D15 mit jeweils 61°C sowie der Cryorig R1 Ultimate mit 63°C.

Prime 95 (Blend)

Im Blend-Test bei übertaktetem Prozessor trennt sich nun endgültig die Spreu vom Weizen. Um unsere Hardware zu schützen haben wir den Test ab 95°C Prozessortemperatur abgebrochen. Kühler, die in der Statistik mit 100°C auftauchen, haben den Test nicht bestanden. Dazu zählen der be quiet! Pure Rock Slim, der Alpenföhn Ben Nevis, der Arctic Freezer Xtreme, der be quiet! Shadow Rock TF sowie der EKL Alpenföhn Brocken 2. Besonders überrascht hat uns der Arctic Freezer 13, der die Temperatur bei 84°C halten konnte. Zwei Grad weniger erreicht einer der größten getesteten Kühler. Der Cryorig R1 Ultimate kann in diesem Test mit 82°C nicht überzeugen. Mit 80°C deutlich passabler ist da der Cryorig H5 Universal. Der Scythe Mugen 5 setzt noch einmal eins drauf und erreicht 78°C. Die Top-Ergebnisse erreichen einmal mehr der Dark Rock 3 mit 74°C und der Noctua NH-D15 mit 73°C.

Subjektive Lautstärke

Die Lautstärke können wir mangels eines passenden Messgeräts leider nur subjektiv Beschreiben. Grundsätzlich leistet das H440 von NZXT sehr gute Arbeit und hält viel der Geräuschkulisse ab, was es umso schwieriger macht, ein wirkliches Urteil zu fällen. Im IDLE ist uns kein Lüfter wirklich aufgefallen. Nur die Gehäuselüfter drehen ruhig vor sich hin und sind leicht hörbar. Beim Prime95-Test hingegen mischen sich schon hörbare Lüftergeräusche der Kühler darunter. Der Hersteller be quiet! macht seinem Namen alle Ehre und ist bei keinem Kühler auffallend zu hören. Besonders leise sind auch der Scythe Mugen 5 und der Noctua NH-D15.

Deutlich hörbar hingegen sind die Modelle von Cryorig. Besonders der R1 Ultimate gibt ein hörbares Geräusch von sich, bleibt jedoch in angemessenem Rahmen. Der Brocken 2 ist etwas leichter, jedoch auch zu vernehmen. Arctic verbaut gute Lüfter, der Freezer Xtreme hat aber scheinbar deutlich mehr mit der Hitze zu kämpfen und wird schneller hörbar als der Freezer 13. Etwas leiser als der Freezer 13 ist noch der Alpenföhn Ben Nevis.

Fazit und Empfehlungen

Trotz der oftmals verkannten Funktion der Kühler sind sie doch ein sehr wichtiger Teil im Computer. Sie bewahren den Prozessor vor dem Hitzetod, bleiben leise im Hintergrund und sind Designelement zugleich. Trotzdem gibt es Unterschiede. Abschließend bleibt zu sagen, dass fast jeder der getesteten Kühler einen guten Job leistet. Die Wahl bleibt daher beim Konsumenten.

Einstiegsklasse

In der Einstiegsklasse hat uns besonders der Arctic Freezer 13 mit einer tollen Leistung selbst bei übertaktetem Prozessor überrascht. Einziger Wermutstropfen bleibt die Blockade der ersten beiden Arbeitsspeicherslots, sofern der Kühler nicht gedreht eingebaut wird. Wer damit leben kann, ist mit dem Arctic Freezer 13 für 26€ gut beraten. Unser Standard bleibt trotzdem der be quiet! Pure Rock Slim, der für 21€ ein sehr gutes Ergebnis samt einfachster Installation und voller RAM-Kompatibilität bietet.

Mittelklasse

Im mittleren Preissegment ist für uns vor allem der Cryorig H5 Universal eine Überraschung. Er bietet durchwegs die besten Ergebnisse und ist einfach zu installieren, mit 56€ aber teuer. Gewohnt hochqualitiativ ist der Scythe Mugen 5, welcher besonders leicht zu installieren ist und auch bei übertaktetem Prozessor problemlos standhalten kann, was ihn mit 44€ Preisschild zu unserer Empfehlung macht. Der Alpenföhn Brocken 2 hat uns hingegen nicht so überzeugt. Der Shadow Rock TF 2 von be quiet! ist zwar ein Topblower, aber in dieser Bauform durchaus auch passabel, wenn auch deutlich wärmer und mit guten 56€ auch teurer als die Towerkühler. Eine absolute Mogelpackung ist hingegen der Arctic Freezer Xtreme. Trotz größerem Lüfter und zwei Kühltürmen erreicht er nicht den kleinen Bruder und kühlt auch nicht so gut wie die Konkurrenten.

Oberklasse

Gewohnt qualitativ war der Dark Rock 3 von be quiet!. Trotz nur einem Lüfter erreicht der große Tower Ergebnisse, die an größere Kühler problemlos herankommen. Die Installation mag zwar gelernt sein, sitzt der Kühler aber einmal, ist er schick anzusehen, kühlt hervorragend und praktisch unhörbar. Massiver ist da schon der Noctua NH-D15. Der König dieses Tests ist mit riesigen Kühltürmen und großen, auffälligen Lüftern sicher nicht Jedermanns Sache, kühlt aber am besten. Etwas enttäuscht waren wir vom Cryorig R1 Ultimate. Trotz zwei Lüftern und großen Kühlkörpern kommt er teilweise nicht an kleinere Modelle heran und ist dabei auffallend zu hören. Unsere Empfehlung in dieser Klasse ist der dezente Dark Rock 3 für gute 60€, welcher nicht nur schön anzusehen ist, sondern auch leise und kühl bleibt. Wer noch mehr Leistung bei etwas leiserer Performance benötigt, ist mit dem Noctua NH-D15 für ca. 90€ gut beraten.


1 Kommentar

  1. Ich vermisse den Raijintek Pallas Lüfter im Test.
    Den habe ich bei mir in mein Star Wars Harrower PC eingebaut und der bringt sehr geile werte.

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