Nvidia Ampere: alle Infos zu RTX 3090 und Co vor dem Launch

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(Bild: Mockup PCBC)

Am 1. September launcht Nvidia Ampere mit den Modellen RTX 3090 und RTX 3080. Wir haben alle geleakten und bekannten Infos zusammengetragen.

Nvidia Ampere: quasi alles schon geleakt

Nvidia hat es dieses Jahr besonders schwer, was den Launch der neuen Generation anbelangt. Wie schon bei den Generationen davor sind bereits unzählige Details zu den neuen Grafikkarten namens Ampere bekannt. Das liegt vor allem an der hohen Zahl der Partner, die bei der Umsetzung einer solchen Grafikkartengeneration involviert sind. Genau dort haben auch die Leaker ihre Spitzel – sie versorgen uns und euch mit allen Details, bevor Nvidia Ampere überhaupt angekündigt hat.

Für Nvidia dürfte es zwar ärgerlich sein, dass der große Moment am 1. September nicht mehr mit so viel Spannung erwartet wird. Die Stimmung trübt das beim Unternehmen aber wohl nicht – schließlich gab es die letzten Monate quasi täglich Berichterstattung. Wir nutzen die Leaks zu Nvidia Ampere ein letztes Mal vor dem Start, um alles zusammenzufassen, was es zu wissen gibt – los gehts!

Modelle: RTX 3090 fix, Ti-Modelle später

Ein besonderes Hickhack gab es dieses Jahr um die Modelle, die auf dem Markt landen werden. Wie üblich war zuerst die Annahme, dass Nvidia das bekannte Namensschema beibehält. Statt einer RTX 3080 Ti gibt es aber zum Start eine RTX 3090, das ist mittlerweile gesichert. Gleichzeitig startet die RTX 3080, im späteren Verlauf, vermutlich Ende September, soll die RTX 3070 auf den Markt kommen. Später im Jahr steht auch noch eine günstige RTX 3060 auf dem Plan. Viel gemunkelt wurde dennoch über zwei Ti-Ableger namens RTX 3080 Ti und RTX 3070 Ti. Es könnte sich um die Nachfolger der Super-GPUs oder schlicht Versionen mit doppeltem Videospeicher handeln. Von einer Titan RTX Ampere fehlt derweil noch jede Spur, möglich ist sie zu einem späteren Zeitpunkt aber trotzdem.

Founders Edition: gigantischer Kühler für RTX 3090

Besonders spannend ist dieses Jahr das Kühldesign der Founders Edition. Dieses ist als erstes geleakt und stellte sich relativ schnell als authentisch heraus. Besonders brisant: angeblich nicht einmal hochrangige Nvidia-Manager wussten von dem Design und erfuhren davon aus den Medien. Nvidia setzt auf zwei Axial-Lüfter, die sich oben und unten auf der GPU befinden. Das PCB ist besonders kurz mit eckiger Aussparung so dass der obere Lüfter komplett durch einen Kühler durchpustet. Vor kurzem ist dann auch noch der Kühler der RTX 3090 geleakt, der mit drei Slots breite und gigantischen Ausmaßen daherkommt. Auf dem Bild ist eine RTX 2080 zum Vergleich zu sehen; mit einer handlichen Karte hat das Design nichts mehr zu tun. Notwendig macht das die Abwärme, die Speicher und GPU erzeugen. Vermutlich kommt auch die RTX 3080 mit diesem Kühler, die kleineren Modelle erhalten den zuerst geleakten Kühler mit zwei Slots Höhe.

Diese Custom-Designs sind schon geleakt

Wie üblich bereiten auch die Boardpartner eigene Kühlerdesigns für die neuen Nvidia Ampere-Grafikkarten vor. Einige dieser Kühllösungen sind auch bereits geleakt. Asus legt wohl die ROG Strix-Variante neu auf. Ein Design mit silbernen Elementen und adressierbaren RGB-LEDs ist bereits vor längerer Zeit geleakt. Weitere Designs gibt es von Zotac. Während der Hersteller die AMP-Serie weiterführt, ist auch eine Serie namens Trinity HoLo geleakt. Hier spielt Zotac mit grün-violetten Elementen und natürlich einer RGB-Beleuchtung. Zu guter letzt sind auch Gainward Bilder der RTX 3090 und RTX 3080 in der Phoenix Edition samt Spezifikationen entwischt. Die GPUs bleiben farbenfroh, drei Lüfter sind weiterhin Standard.

Wasserkühlungshersteller bauen Blöcke für Nvidia Ampere

Während die Boardpartner eigene Luftkühler bauen, sind auch die Hersteller von Wasserkühlungen nicht weit. Für die RTX 3090 und RTX 3080 soll es schon zum Start erste Blöcke geben – zumindest von EK Water Blocks und Alphacool. Beide Hersteller haben dies indirekt bestätigt.

Technische Daten von Nvidia Ampere

Auch der Großteil der technischen Daten zu Ampere ist mittlerweile bekannt. Wie üblich erhöht Nvidia die Anzahl der Shader-Cluster, gleichzeitig soll es aber auch Anpassungen bei der Architektur geben. Bei der Fertigung wechselt Nvidia von TSMCs 12nm-Prozess entweder auf 7nm bei der gleichen Foundry oder 8nm bzw. 7nm bei Samsung. Die Leaks hierzu waren deutlich widersprüchlich. Zumindest bei der RTX 3090 und RTX 3080 ist zudem PCIe 4.0 als Schnittstelle mit von der Partie. NVLink beherrschen ebenfalls nur die beiden großen Karten, das Interface dafür wurde etwas verändert.

Mehr Shader, mehr Raytracing-Hardware

Größte Neuerung dürfte eine Änderung in den Shader-Clustern, bei Nvidia SM geant, sein. Laut einigen Leaks soll Nvidia vor allem bei der Raytracing-Hardware Hand angelegt haben. So sollen doppelt so viele Tensor- und Raytracing-Kerne der dritten bzw. zweiten Generation verbaut sein. Die RTX 3090 kommt den Leaks zufolge auf 82 SMs, was 5.248 CUDA-Kernen, 1.312 Tensor- und 164 Raytracing-Kernen entspricht. Die RTX 3080 bekommt gleich viele SMs wie die RTX 2080 Ti davor und damit 4.352 CUDA-Kerne, 1.088 Tensor-Kerne und 136 Raytracing-Kerne. Das entspricht 68 SMs. Besonders die Verdopplung der Raytracing-Hardware ist noch nicht belegt, würde aber aufrund der Prognosen zur Raytracing-Leistung Sinn ergeben. Keine Informationen gibt es noch über die verbaute Hardware in der RTX 3070. Der Basistakt der RTX 3090 soll bei 1.410 MHz liegen, der Boost-Takt bei 1.695 MHz. Die RTX 3080 kommt hingegen auf 1.710 MHz Boost-Takt.

Speicherbestückung: Nvidia klotzt mit GDDR6X

Besonders überraschend waren die Leaks zur Speicherbestückung. Schon vor längerem hat Micron (verfügbar via Videocardz) die RTX 3090 in einem offiziellen Dokument aus Versehen genannt und den Einsatz von GDDR6X bestätigt. Seit einem Leak bei Gainward ist nun auch endgültig klar, wie viel Speicher die GPUs verbaut haben. So kommt bei der RTX 3090 mit gigantischen 24 Gigabyte GDDR6X-Speicher, welcher auf 19,5 Gbps taktet und dadurch 936 GB/s an Transferleistung über ein 386 Bit-Interface erreicht. Für die RTX 3080 plant Nvidia hingegen nur vergleichsweise magere 10 Gigabyte GDDR6X-Speicher, die mit 19 Gbps auch etwas langsamer takten. Dadurch kommt die GPU auf eine Transferleistung von 760 GB/s mit einem 320 Bit-Interface. Die RTX 3070 erhält schon fast klassische 8 Gigabyte Videospeicher. Ob GDDR6X oder GDDR6 zum Einsatz kommt, ist noch nicht bekannt. Sowohl die RTX 3080 als auch die RTX 3070 soll es aber auch später mit doppelt so viel Speicher geben. Möglicherweise kommen hier die RTX 3080 Ti mit 20 Gigabyte und RTX 3070 Ti mit 16 Gigabyte zum Zug.

350 Watt TDP und neuer Stromstecker für RTX 3090

Dass eine besonders gute Kühlung für die RTX 3090 notwendig ist, zeigt nicht nur der gigantische Founders Edition-Kühler. Auch die geleakte TDP von 350 Watt lassen nichts gutes für die Hitzeentwicklung im PC und die Stromrechnung vermuten. Dei RTX 3080 ist kaum sparsamer. Sie geht mit 320 Watt an den Start. Deutlich weiter davon entfernt ist die RTX 3070, die 220 Watt ziehen soll. Zum Vergleich: eine Standard-2080 Ti ist auf 250 Watt TDP ausgelegt.

Ebenfalls spannend ist ein neuer Stromanschluss, den die RTX 3090 benötigen wird. Es handelt sich um einen proprietären Anschluss mit 12 Pins. Der Leak dazu stammt von Hardwareluxx, die ein Bild von Seasonic veröffentlicht haben. Dieses zeigt das proprietäre Kabel mit dem Namen „Micro Fit 3.0“. Nvidia hat die Verwendung des 12Pin-Anschlusses mittlerweile in einem Video bestätigt. Dieser ist nur bei der Founders Edition vorhanden, ein Adapter für zwei 8Pin-Anschlüsse liegt bei.

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Der 12Pin-Anschluss. Das Bild bestätigt auch ein eckiges PCB. (Bild: Nvidia)

Gamingleistung: ordentlicher Sprung + mehr Raytracing

Am spannendsten wird die Gamingleistung, die die Nvidia Ampere-Grafikkarten erreichen sollen. Hierzu gibt es tatsächlich wenige Leaks, mit Ausnahme einiger 3DMark TimeSpy Extreme-Ergebnisse aus dem chinesischen Forum Baidu. Dem Leak nach erreicht die RTX 3090 10.000 Punkte im TimeSpy Extreme, was allerdings nur der Anfang sei. Custom-Modelle und bessere Treiber sollen 11.500 Punkte ermöglichen – 50 PRozent mehr als eine RTX 2080 Ti erreichen kann. Die RTX 3080 ist mit gut 9.000 Punkten 20 Prozent schneller als die RTX 2080 Ti, auch die RTX 3070 kratzt mit 7.300 Punkten bereits am Turing-Topmodell. Viel Wert soll Nvidia bei Ampere aber auch der Raytracing-Leistung beigemessen haben. Diese habe sich durch mehr Hardware und eine Architekturänderung mehr als verdoppelt.

Die Preise von Nvidia Ampere sind gesalzen

Wer jetzt bereits die Kreditkarte gezückt hat, um die neuen Nvidia Ampere-Grafikkarten ab Start vorzubestellen, der sollte sich noch des Preises bewusst sein. Die RTX 3090 kostet als Topmodell laut Leaks nämlich gesalzene 1.400 US-Dollar. Nach Nvidias Preispolitik und den Steuern in der EU dürfte die Karte damit gut 1.500 Euro in Deutschland kosten. Günstiger ist die RTX 3080 mit 800 US-Dollar, die RTX 3070 schlägt mit 600 US-Dollar zu Buche. Am günstigsten, aber ebenfalls etwas teurer, soll die RTX 3060 mit 400 US-Dollar Startpreis sein.

Zum Start bereitet Nvidia derzeit die beiden Topmodelle RTX 3090 und RTX 3080 vor. Am 1. September stellt Jensen „Lederjacke“ Huang die neuen Grafikkarten vor – wann sie verfügbar sind, ist noch unbekannt. Auch die RTX 3070 könnte vorgestellt werden, soll aber erst später, vermutlich Ende September, in den Handel kommen.

Über Florian Berger 16 Artikel
Florian Berger ist Autor bei PC Builder's Club. Durch sein Technikinteresse stieß er Ende 2019 zum kleinen Team dazu und kümmert sich seitdem um Verwaltung, Lektorat und viele Reportagen.

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