Das Internet lacht über The Verge-Video zum PC-Bauen

(Bild: Screenshot/YouTube - The Verge)

Ein Video von The Verge geht derzeit viral. Stefan Etienne baut darin einen Gaming-PC. Die Zusammenstellung und Ausführung sind jedoch etwas fragwürdig.

The Verge-Video: so sollte man keinen PC bauen

Ein Video hält derzeit die Tech-Community auf YouTube und überall sonst im Netz auf Trab. Darin baut Stefan Etienne, ein Autor von The Verge, einen Gaming-PC. Das Video ist im Tutorial-Style aufgebaut und soll zeigen, wie man für 2.000 US-Dollar einen Gaming-PC baut. The Verge hat für die Veröffentlichung jedoch einerseits einen schlechten Zeitpunkt gewählt, andererseits strotzt das Video vor Fehlern, sowohl bei der Zusammenstellung als auch der Ausführung.

Schweizer Taschenmesser statt Schraubendreher, falsches Antistatikband


Die Patzer beginnen schon direkt am Anfang des Videos. Neben einem Sechskant-Schlüssel und einem kleinen Spatel zum Verteilen der Wärmeleitpaste präsentiert Stefan Etienne ein Schweizer Taschenmesser in der Hoffnung, dass darin ein Schraubendreher zu finden ist. Danach streift er ein Armband um sein Handgelenk, welches als Antistatikarmband die PC-Komponenten vor statischen Spannungen der Haut schützen soll, verbindet dieses aber nicht mit einer Erdung. Dabei handelt es sich wohl nur um eine Vortäuschung.

Die nächsten Fehler kommen bei der Zusammenstellung des Gamingrechners zutage. So verbaut er eine GTX 1080 auf einem Asus Strix Z370-G Gaming in Verbindung mit einem Intel Core i7-8700K. Grundsätzlich wäre an der Kombination nichts auszusetzen, in Anbetracht dessen, dass die RTX-Grafikkarten in den Startlöchern stehen und auch eine neue Generation von Intel-Prozessoren erwartet wird, ist die Kombination jedoch nicht wirklich gut. Für 2.000 US-Dollar wäre zudem mindestens eine 1080 Ti möglich gewesen. Dafür gibt es neben einem Corsair Crystal 280X-Case ein Corsair HX850-Netzteil. Während das Case Geschmackssache ist, ist das Netzteil deutlich überdimensioniert. Mit dieser Leistung könnte man wohl auch zwei GTX 1080 im SLI betreiben. Als Arbeitsspeicher kommt ein 16 Gigabyte-Kit von Corsair mit 2666 MHz Speichertakt zum Einsatz, welches der Autor als „sehr schnell“ bezeichnet. Als Massenspeicher verwendet Stefan Etienne eine NVMe-SSD im M.2-Format.

Prozessor zuletzt und Wärmeleitpaste überall

Die Krone setzt das Video dem ganzen Build jedoch die Installation des Systems auf. Dabei installiert Etienne zuerst das Mainboard im Case und tut sich sichtlich schwer, danach alle weiteren Komponenten darauf zu installieren. So installiert er zuerst Arbeitsspeicher, welchen er nicht im Dual Channel einbaut, und M.2-SSD, anschließend die Grafikkarte und das Netzteil. Dieses legt er auf „Isolations-Pads“, um einen Kurzschluss über das Gehäuse zu verhindern. Meinen tut er damit jedoch die Anti-Vibrations-Pads. Das Gehäuse des Netzteils steht auf jeden Fall nicht unter Strom und würde nur den FI-Schutzschalter im Elektrokasten auslösen. Danach baut er bereits die Corsair H115i Pro-Wasserkühlung ins Case, ohne aufgeschraubte Lüfter wohlgemerkt. Dafür nutzt der The Verge-Autor die langen Schrauben zur Lüftermontage für die Montage im Case. Bis zu diesem Zeitpunkt hat er weder den Prozessor installiert noch das ganze System vorher einmal getestet, um kaputte Komponenten auszuschließen. Wäre ein Bauteil des PCs nun kaputt, wäre die Fehlersuche sehr aufwändig.

Nachdem der Autor den Prozessor eingebaut hat, setzt er nicht direkt den Kühlkopf der H115i mit bereits voraufgetragener Wärmeleitpaste auf. Stattdessen verteilt er zuerst auf der CPU einige Pünktchen weiterer Wärmeleitpaste, damit ja genug Wärmeleitpaste vorhanden ist. Den am Anfang im Video gezeigten Spatel zum Verteilen nutzt er dabei dann doch nicht und entfernt auch die bereits voraufgetragene Wärmeleitpaste der H115i nicht, was zweifellos zu ziemlich viel Wärmeleitpaste unter dem Kühlkopf führt. Auch die präsentierten Kabelbinder hat der Autor wohl nicht genutzt, wenn man das Kabelmanagement am Ende des Videos zu sehen bekommt.

Das Netz lacht

Vor allem die Tech-Community reagiert äußerst belustigt auf das Video von The Verge. So lassen sich bereits einige Reaction- und Parodievideos von großen YouTubern wie Bitwit finden, welche das Video genaustens auseinandernehmen. The Verge hat mittlerweile die Kommentar- und Bewertungsfunktion deaktiviert. Für jeden, der gerne PCs baut, dürfte das Video Reaktionen reichend von hämischen Kommentaren bis zum Drang, seinen Kopf hart gegen eine Wand zu schlagen, führen.


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