Turing auf Steroiden: der8auer testet RTX 2080 mit Trockeneis und Powermod

der8auer Nvidia Turing RTX 2080 Trockeneis
(Bild: Screenshot YouTube/der8auer)

Roman Hartung aka der8auer hat eine Nvidia RTX 2080 mit Trockeneis und Powermod getestet. Er zeigt dadurch, welches Potenzial Turing bei guter Kühlung hat.

Die RTX 2080 enttäuscht noch

Die neuen Grafikkarten von Nvidia sind das Gesprächsthema der letzten Tage und Wochen. Seit 19. September dürfen Reviews und Benchmarks dazu publiziert werden. Auch werden die RTX 2080 und RTX 2080 Ti bereits an Vorbesteller ausgeliefert. Viele sind mit der sichtbaren Leistung der Grafikkarten jedoch unzufrieden. So ist eine auf Standardtakt gehaltene RTX 2080 in den meisten Spielen nicht schneller als eine GTX 1080 Ti der Vorgängerserie. Das ehemalige Flaggschiff ist noch dazu günstiger als die RTX 2080, welche derzeit mindestens 839 Euro kostet. Auch das Flaggschiff 2080 Ti kann für den hohen Preis von mindestens 1.199 Euro nicht unbedingt überzeugen. Da helfen auch Features wie DLSS und Raytracing wenig, da diese in den wenigsten Spielen zum Einsatz kommen.

Dennoch könnte in den Turing-GPUs noch viel Potenzial schlummern. Das ruft natürlich auch Extremübertakter an die Testbenches. So hat Vince Lucido, besser bekannt als Kingpin, bereits eine ganze Palette an Rekorden mit einer stark übertakteten RTX 2080 Ti mit Flüssigstickstoffkühlung gebrochen. In welchem Verhältnis die Stromversorgung und eine mögliche Übertaktung stehen, hat Roman Hartung alias der8auer nun etwas detaillierter in einem Video erklärt.

Schon ohne Modifikation geht einiges

Der Extremübertakter verwendet dafür die Founders Edition der RTX 2080. Diese testete er durchgehend im SuperPosition-Benchmark, um eine einheitliche Messmethode zu haben. Bei seinem umfangreichen Test setzte der8auer auf mehrere Modifikationen, um das Potenzial der Turing-Grafikkarte entsprechend bestimmen zu können. Die Ergebnisse setzte er auch immer in Relation zum Stromverbrauch. So zeigt sich unter anderem, dass der Stromverbrauch nie gemeinsam mit einer höheren Leistung skaliert. So bringt ein Powertarget bei 120 Prozent nur 1,7 bzw. 2,2 Prozent mehr FPS, aber einen um 16,6 Prozent erhöhten Stromverbrauch. Mit manueller Übertaktung auf 2.085 MHz, einer voll aufgedrehten Spannungsversorgung und einem Powertarget auf 120 Prozent schafft die Grafikkarte auch nur sieben Prozent mehr FPS, verbraucht aber satte 20,6 Prozent mehr Strom.

Viel bringt hingegen das Übertakten des Arbeitsspeichers. So lassen sich mit einer Übertaktung auf 16.000 MHz zusätzlich zum vorherigen Test bei gleichem Stromverbrauch nun 12 statt 7 Prozent mehr Leistung erzielen. Lediglich den Takt musste der8auer von 2.085 MHz auf 2070 MHz zurückschrauben, da der höhere Speichertakt ebenfalls Strom braucht. Selbst ohne irgendwelchen sonstigen Anpassungen bringt das Übertakten des Speichers 3,7 Prozent mehr Leistung, ohne mehr Strom als eine unveränderte RTX 2080 zu verbrauchen.

der8auer Nvidia Turing RTX 2080 Trockeneis
(Bild: Screenshot YouTube/der8auer)

RTX 2080 auf Trockeneis und Powermod

Anschließend hat Roman Hartung die Grafikkarte noch mit einem Powermod versehen. Dafür brückt er zwei Shunt-Widerstände, um die Spannungsgrenzen aufzuheben. Mit einem externen Controller kann der Extremübertakter so die Spannung noch einmal deutlich höher stellen. So erreicht er 12,5 Prozent mehr Leistung, jedoch auf Kosten des Verbrauchs, welcher um 34,6 Prozent steigt. Zum Schluss hat der8auer noch einmal alles aus der Grafikkarte herausgeholt und sie dafür mit einem Trockeneiskühler versehen. Der Kühler kühlt die GPU mit Trockeneispellets und 3M Novec dauerhaft auf -72 Grad Celsius und ermöglicht daher noch höhere Taktraten. So erreicht er mit der Kühlung einen Wert von 2.295 MHz GPU-Takt bei 16.000 MHz Speichertakt. Dadurch kommt die RTX 2080 auf 19,9 Prozent mehr Leistung bei gleichzeitig 48 Prozent höherem Stromverbrauch. Noch einmal mehr geht mit einer Spannung von 1,2 Volt. Dadurch kann Roman Hartung die Grafikkarte auf 2.340 MHz übertakten und so ein Maximum von 20,9 Prozent Leistungssteigerung herausholen. Der Stromverbrauch steigt dabei um 49,33 Prozent.

Viel Kühlung, wenig Leistungssteigerung

der8auer resümiert, dass die Turing-Grafikkarten vor allem fürs Extremoverclocking nicht unbedingt gut geeignet sind. So lassen sich sogar mit Powermod und Trockeneiskühlung nicht wirklich stark höhere Leistungswerte herausholen. Wenn man dann noch den Stromverbrauch bedenkt, zahlt sich eine solche Modifikation nicht aus. Den besten Leistungseffekt in Relation zum Verbrauch und Aufwand hat eine Kombination aus erhöhtem Speichertakt und manuell erhöhtem GPU-Takt gebracht, wofür jedoch auch das Powertarget auf 120 und die Spannung auf 100 Prozent angehoben werden mussten. Auch die Lüfterdrehzahl hat der Extermübertakter dafür auf 100 Prozent erhöht. Mit gutem Luftkühler oder einer Wasserkühlung lassen sich so jedoch relativ einfach 12 Prozent mehr Leistung herausholen.

f

Über Florian Maislinger 1222 Artikel
Florian Maislinger ist Autor und Gründer von PC Builder's Club. Als gelernter IT-Engineer ist er bestens mit Computern und Hardware vertraut und seit Kindesbeinen an ein Technikliebhaber wie er im Buche steht. Er ist hauptsächlich für die News und unsere Social Media-Kanäle verantwortlich.

1 Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*