AMD könnte durch Intel-Fertigungsengpass Marktanteil verdreifachen

(Bild: AMD)

Der anhaltende 14nm-Fertigungsengpass macht Intel weiter zu schaffen. Einem Analysten zufolge könnte AMD den eigenen Marktanteil dadurch verdreifachen.

Intel: weiter Probleme bei 14nm-Produktion

Intel hat derzeit ein massives Problem bei der 14nm-Fertigung. Durch das Ausbleiben einer funktionierenden 10nm-Fertigung reichen die aktuellen Fertigungskapazitäten einfach nicht mehr aus. Einige Planungsfehler verschärfen die Lage zusätzlich. So kommt auch das Modem der neuen iPhone-Modelle von Intel und wird ebenfalls im 14nm-Verfahren hergestellt. Ein weiteres Problem stellt die eigene Chipsatzfertigung dar. Die Chipsätze einer aktuellen Generation fertigt Intel normalerweise in der Strukturbreite der Vorgeneration. Z370 hat beispielsweise die 22nm-Strukturbreite, während die Coffee Lake-Prozessoren die 14nm-Strukturbreite besitzen. Die eigene Planung sah jedoch schon längst die 10nm-Fertigung vor, weshalb die neuen Chipsätze H310, B360 und H370 bereits mit 14nm Strukturbreite geplant und nun auch ausgeführt wurden. Intel blockiert sich dadurch die eigenen Produktionskapazitäten und kommt einfach mit dem Produzieren nicht mehr hinterher.

Für diese Krise gibt es bereits verschiedene Lösungsansätze. Einerseits gab es Gemunkel, dass Intel konkrete Pläne verfolge, einen Teil der Chipsätze bei TSMC in einem angepassten 16nm-Verfahren fertigen zu lassen. Ein anderer Lösungsansatz ist, dass zumindest der günstige Einsteigerchipsatz H310 als H310C wieder im 22nm-Verfahren in den eigenen Fabs produziert wird, wie Tom’s Hardware erfahren haben will. Klar ist jedoch, dass Intel die Probleme erst komplett los ist, wenn 10nm endlich produktionsreif ist.

AMD ist der große Nutznießer


Während Intel noch mit der eigenen Produktion kämpft, könnte AMD der große Gewinner aus der Situation werden. Der größte Konkurrent hat durch die Fertigung bei Globalfoundries keinerlei Probleme und kann aktuell quasi ohne Ende produzieren. Auch der bald anstehende Shrink auf 7nm mit Zen 2 und die Verlegung der Fertigung auf TSMC laufen nach Plan. Die Fertiugungsprobleme bei Intel bekommen vor allem die Notebookhersteller zu spüren. Deshalb soll HP planen, nächstes Jahr 30 Prozent der eigenen Systeme mit AMD-Prozessoren auszustatten, wie ein Bericht der Investmentbank Fubon zeigt. Auch bei Dell soll es ähnliche Pläne geben. Damit könnte AMD vor allem im Business-Markt die absolute Vorherrschaft von Intel ankratzen und sich wichtige Marktsegmente holen.

Das zeigt auch eine Analyse der Investmentbank Jefferies (via CNBC). Diese hat das Kursziel von AMD von 30 auf 36 US-Dollar hochgestuft. Der aktuelle Preis einer AMD-Aktie liegt derzeit bei gut 31 US-Dollar, was verglichen mit der Zeit vor Ryzen sehr hoch ist. Bis Mitte 2016 wurde die AMD-Aktie noch unter 5 US-Dollar gehandelt. Da die Fertigungsprobleme bei Intel noch bis ins zweite Quartal 2019 anhalten sollen, geht die Investmentbank in ihrer Analyse sogar noch einen Schritt weiter. Demnach könnte AMD bis dahin den eigenen Marktanteil bei Prozessoren von 10 auf 30 Prozent verdreifachen. Sollte Intel bis dahin noch immer nicht in der Lage sein, 10nm-Produkte in großen Mengen zu fertigen, könnte der Anteil sogar noch weiter steigen. Damit wäre die absolute Vormachtstellung von Intel wohl vorbei.


1 Kommentar

  1. Das wäre sehr gut, ich hoffe auch das sie im GPU Bereich mal wieder ordentlich aufholen werden.
    Leider sieht man an Hand von Nvidia was man sich als quasi Monopolist leisten kann.

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*