14nm-Engpass bei Intel: Ryzen-Verkäufe steigen rasant

AMD Ryzen
(Bild: AMD)

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Durch den Engpass bei 14nm-Produkten von Intel und die dadurch hohen Preise steigen die Ryzen-Verkäufe stark an, wie die Mindfactory-Verkaufszahlen zeigen.

Intels Produktionsprobleme machen AMD zum Profiteur

Die anhaltenden Engpässe bei Intels 14nm-Produktion machen dem Unternehmen weiterhin zu schaffen. Durch die Fehlplanung bei den Chipsätzen, der Verzögerung beim 10nm-Fertigungsprozess und nicht zuletzt die Produktion der iPhone-Modems in 14nm hat der weltgrößte Chipproduzent derzeit massive Probleme bei der Produktion seiner Desktop-Prozesssoren. So kann Intel aktuell die Nachfrage nicht befriedigen. Als Gegenmaßnahme will das Unternehmen eine Milliarde US-Dollar in die 14nm-Produktion stecken. Dafür soll auch eine ganze Fabrik geklont werden.

Ein großer Profiteur der Lage ist hingegen Intels größter Rivale im Prozessorgeschäft. AMD kann die eigenen Ryzen-Prozessoren ohne Engpass derzeit bei Globalfoundries und später bei TSMC produzieren. Laut einer Analyse könnte das kalifornische Unternehmen dadurch den eigenen Marktanteil bei Prozessoren sogar verdreifachen. Das soll vor allem durch die Server- und Enterprise-Sparte gehen. Dort herrscht Intel mit Xeon bzw. den eigenen Desktop-Prozessoren vor. Hersteller wie HP und Dell haben jedoch angekündigt, in Zukunft vermehrt auf AMD zu setzen. So könnte sowohl der Anteil an Epyc-Prozessoren in Servern als auch der Anteil an Ryzen-Prozessoren in Notebooks und Desktops stark steigen, da Intel nicht liefern kann. Dieser Trend zeigt sich auch bei einem der größten deutschen Retailer.

Mindfactory: Ryzen-Verkäufe steigen rasant


Der Händler Mindfactory ist praktisch der einzige Retailer überhaupt, der auf 10er-Stellen genaue Angaben zu den Verkaufszahlen macht. Dadurch sind Statistiken möglich, welche das Kaufverhalten aufzeigen. Der Reddit-User ingebor führt solche Statistiken, welche sehr genau zeigen, wie der Markt auf die hohen Intel-Preise und die schlechte Verfügbarkeit reagieren. Waren vor einigen Wochen die Gesamtsales-Anzahlen von Ryzen- und Coffee Lake-Prozessoren noch fast gleich, explodierte Anfang September der Anteil an AMD-Prozessoren. So kauften über 80 Prozent der Kunden einen AMD-Prozessor, während nur 20 Prozent zu Intel-Prozessoren griffen.

Intel AMD Marktanteil Mindfactory
(Bild: via Reddit/ingebor)

ingebor stellt das auch in Relation zum Preis dar. So ist der Preis bei AMD-Prozessoren seit Juni 2018 sogar etwas gefallen. Der Preis für die Intel-Riege ist hingegen bis September konstant um 10 Prozent gestiegen und dann auf über 50 Prozent explodiert. Das Topmodell i7-8700K kostet bei Mindfactory aktuell gute 480 Euro, während der Ryzen 7 2700X nur gut 310 Euro kostet. Fast noch schlimmer trifft es die Mittelklasseprozessoren. So kostet der i5-8600K derzeit gut 340 Euro bei Mindfactory, während der i5-8400 ca. 290 Euro kostet. Kurioserweise ist selbst der i7-8086K mittlerweile gleich teuer wie der i7-8700K. AMD kann hingegen mit günstigen Preisen bei beiden Ryzen-Generationen punkten. Der Topseller Ryzen 5 1600 kostet mittlerweile nur mehr gut 140 Euro.

Keine Entspannung in Sicht

Die Situation ist für Intel derzeit mehr als fatal. Der Privatkundensektor leidet zwar als einer der ersten Marktsegmente, die Lieferengpässe betreffen jedoch auch die Server-, Notebook- und Enterprise-Sparte des Unternehmens. Laut einer Analyse soll bis ins zweite Quartal 2019 keine Entspannung bei den Preisen eintreten. Endgültig bessere Preise dürfte es wohl erst bei laufender 10nm-Produktion geben. Von der Krise betroffen wird auch Intels neue Generation namens Coffee Lake Refresh sein. Interessenten sollten sich daher auf hohe Preise für die ersten Mainstream-Achtkerner namens i9-9900K und i7-9700K einstellen.


1 Kommentar

  1. Ich gönne es AMD und hoffe das sie so weiter machen,den was Intel die letzten Monate abgezogen hat,vor allem dem Endverbraucher gegenüber ist schon frech.

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