AMD Vega – großer Stern am GPU-Himmel?

RX Vega Logo
RX Vega-Logo. (Bild: AMD)

Viele erwarten sie schon sehnsüchtig, bald soll es angeblich soweit sein: AMD wird Vega auch für Spieler launchen. Seit kurzem ist die erste Version  für Entwickler und Profis im Einsatz, die Spieler warten allerdings derweil noch vergebens. Zeit, die Gerüchte und Informationsfetzen zusammenzufassen.

Vega – Polaris-Nachfolger oder Ergänzung?

AMD hat bereits mit den Polaris-Grafikkarten vieles richtig gemacht, ein wahrer Nachfolger und richtiger Konkurrent für alles oberhalb der GTX 1060 fehlt jedoch noch immer. Vega soll diesen Missstand richten und AMD wieder gegen GTX 1070, 1080, 1080ti und Titan Xp flott machen. Damit hängt AMD ziemlich weit hinten, denn auch Nvidia steht bereits mit Volta in den Startlöchern – nähere Informationen hier.

Viele Gerüchte gehen daher auch davon aus, dass Vega als neue Generation (GCN Gen5) die Polaris-Generation (GCN Gen4) komplett ersetzen wird – was jedoch aufgrund der aktuellen Marktlage eher unwahrscheinlich ist. Die logische Variante wird daher sein, dass uns die Karten bis zur RX 580 weiterhin erhalten bleiben und Vega schlicht eine Ergänzung nach oben ist, um gegen die Boliden von Nvidia anzukommen.

Die Polaris-Karten von AMD sind derweil fast überall ausverkauft – ein weiteres Indiz dafür, dass AMD hohe Produktionskapazitäten für Vega schafft und die Polaris-Produktion zurückfährt.

Radeon Vega Frontier Edition


Für professionelle Anwender hingegen hat AMD bereits eine Grafikkarte vorgestellt. Die Radeon Vega Frontier Edition soll ab dem 27. Juni ausgeliefert werden. Auf dem Leistungsdatenblatt stehen 64 Compute-Units mit 4.096 Shadern, welche eine Leistung von 13.000 GFLOPS erreichen sollen. Zum Vergleich: eine Nvidia Titan XP erreicht derzeit ca. 12.150 GFLOPS. Erreicht wird das durch einen GPU-Takt jenseits der 1600 MHz. Als Speicher sollen 16GiByte HBM2 verwendet werden. Als Kühlung kommt ein Radiallüfter sowie alternativ eine Kompakt-Wasserkühlung zum Einsatz. Für die Stromversorgung sind zwei achtpolige Stromstecker zuständig. Die wassergekühlten Grafikkarten takten durch die bessere Kühlung auch leicht schneller als die Modelle mit Luftkühlung. Einen Preis nannte AMD noch nicht, dieser soll sich aber im oberen Segment befinden, während die Gaming-Versionen deutlich günstiger werden.

Radeon Vega Frontier Edition. (Bild: AMD)

Mindestens zwei Gaming-GPUs geplant, schneller als Titan XP

Laut AMD sollen mindestens zwei GPUs für den Gaming-Sektor mit Vega-Chips geplant sein. Die größere davon, Vega 10, ist bereits in der Radeon Vega Frontier Edition enthalten, entsprechend viele Informationen sind vorhanden. HBM2-Speicher ist auch für die Gaming-Version geplant, es könnten jedoch nicht die vollen 16 GByte der Frontier Edition zum Einsatz kommen. Laut AMD sollen die Gaming-Ableger jedoch noch einmal schneller werden als die Frontier Edition, was wahrscheinlich durch das Drehen an der Taktschraube ermöglicht wird. Dadurch soll die Vega 10-GPU auch bis zu 21% schneller sein, was auf einer geleakten AMD-Folie vermerkt ist.

Beim kleineren Ableger Vega 11, welcher als direkter Konkurrent für GTX 1070 und 1080 gehandelt wird, sind die Informationen noch sehr spärlich. Jedoch soll auch hier HBM2-Speicher zum Einsatz kommen.

iMac Pro von Apple nutzt Vega

Auch Apple kooperiert erneut mit AMD und setzt bereits auf Vega. Der am 5. Juni 2017 veröffentlichte iMac hat bereits Vega-Grafikeinheiten mit bis zu 11 TFLOPs Rechenleistung eingebaut. Hier könnten bereits Vega 10 oder Vega 11 im Einsatz sein. Da die neuen iMac Pro-Modelle aber erst ab Dezember 2017 erhältlich sein werden, werden die neuen Vega-GPUs bereits davor verfügbar sein.

Launch zur Siggraph, Referenzdesigns zuerst

Auch zum Launch gibt es bereits ein paar Informationen. AMD sprach bei der Computex Anfang Juni davon, die Vega-GPUs zur Siggraph-Messe Ende Juli zu veröffentlichen und mit dem Verkauf zu beginnen. Angeblich soll die stärkere Variante, Vega 10, zuerst vorgestellt werden, während Vega 11 zu einem noch unbekannten Zeitpunkt vorgestellt werden könnte.

Von den Boardpartnern war zu erfahren, dass zuerst, wie bei Polaris, Referenzdesigns erscheinen werden, anschließend erst die Custom-Designs. Ob die Referenzdesigns wie bei Polaris mit Radiallüftern oder Kompakt-Wasserkühlungen kommen werden, ist aktuell noch unklar.


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